Wenn ein Spiel oder ein Film so etwas schafft, dann ist es etwas ganz besonderes. Wenn euch eine Geschichte so bewegt, dann geht es über schnöde Unterhaltung hinaus und verankert sich in eurem Gehirn als einer dieser ganz besonderen Momente. Aber da haben wir schon den Haken: Es ist eine Geschichte.
Wenn ich selbst an fiktive Ereignisse denke die mich an diesen Punkt bringen fallen mir sofort 2 Dinge ein:
- Das Finale der 2. Staffel von Doctor Who (und eigentlich auch das der 4.)
- Das Ende von Toy Story 3
Ich will nicht sagen, dass mich ein Spiel noch nie mitgerissen und begeistert hat. Über so manche Entscheidungen habe ich lange gegrübelt und am Ende das Ergebniss bereut (I'm looking at you, Tenpenny Tower). Aber selten hat mich ein Spiel auch nur annähernd berührt wie die oben genannten Szenen.
In Extra Credits wurde es schon ein paar mal angesprochen, dass ein Spiel einem zum Weinen bringen kann. Die Frage die ich mir jetzt stelle ist: was kann ein Spiel in Sachen Gameplay dazu beitragen, dass der emotionale Aspekt nicht nur vom Drehbuch/Skript/Dialogen/Zwischensequenzen getragen wird? Überlegt mal, ob euch ein Spiel schonmal (fast) zum Weinen gebracht hat? Hätte das auch ohne Gameplay, also als Film/Serie/Buch funktioniert?
Spiele sind interaktiv, das ist der entscheidende Vorteil gegenüber anderen Medien. Diese Interaktivität führt ab und an auch dazu, dass man eine tiefere Bindung zu den Charakteren aufbaut. Man hat ihnen nicht nur zugesehen, sondern sie begleitet. Mass Effect 3 war nahe dran, was den emotionalen Teil anbelangt und hätte Garrus so eine Szene bekommen wie Mordin, dann wäre das gleich nochmal 'ne Ecke härter gewesen.
Dann ist da natürlich noch Edna bricht aus. Ihr habt meinen Artikel warum das Spiel so scheiße geil ist gelesen, oder?
Ich überlege grade, was es noch für Spiele gab, bei denen ich mehr empfunden habe, aber es fällt mir nicht viel ein. Es ist ewig her, dass ich Final Fantasy VII gespielt habe. Auch wenn der Tod von Aeris in diesem Zusammenhang oft genannt wird, kann ich mich nicht mehr wirklich daran erinnern, wie ich damals reagiert habe.
Ich weiß noch, dass mich ein Plot Twist in Jak 3 damals sehr umgehauen hat und den Schurken von der "blöder Arsch" in die "Ich bring dich um!"-Kategorie befördert hat.
Ich wollte schon ewig über diese Szene schreiben, aber das bringt uns hier nicht weiter. Also nochmal: Was kann ein Spiel tun, dass es euch emotional berührt, ohne sich zu sehr auf Methoden zu verlassen, die in anderen Medien etabliert wurden? Der Schlüssel liegt im Gameplay und in der Interaktivität des Mediums. Und genau da hab ich einen Hänger.
Irgendwelche Ideen, Kommentare oder Beiträge?