Vor drei Jahren hätte ich an diesem Punkt vermutlich schon eine seitenlange Hass-Tirade über die Berichterstattung der ARD geschrieben, aber wenn ich darüber lese wie 12 Menschen in einem Kino erschossen wird mir einfach nur übel. Regisseur Christopher Nolan hat bereits alles gesagt, was man als Unbeteiligter zum "Amoklauf" bei der Premiere von The Dark Knight Rises in Auroa, Colorado sagen kann.
"...the idea that someone would violate that innocent
and hopeful place in such an unbearably savage way is devastating to me.
Nothing any of us can say could ever adequately express our feelings
for the innocent victims of this appalling crime, but our thoughts are
with them and their families."
Dass so etwas passieren kann, während man friedlich in einem Kino sitzt und einfach nur einen tollen Film genießen möchte ist einfach unfassbar .... und dann passiert sowas:
Was zum Teufel soll das Frau Hassel? Die Tat ist keine 24 Stunden her und schon muss ein an den Haaren herbeigezogener Zusammenhang zwischen einem Amoklauf und Videospielen hergestellt werden. Dieser Ansatz wurde für die weitere Berichterstattung über den Vorfall anscheinend fallen gelassen, aber das geht mir einfach grade furchtbar auf die Nerven.
Ich könnte mich jetzt (sehr) lang und breit über den Kontext dieser Szene auslassen, möchte es aber nicht übertrieben. Für meine Leser, die Batman nicht ganz so gut kennen, hier eine Kurzfassung: Kurz bevor die Eltern von Bruce Wayne ermordert wurden, sah er sich mit seinen Eltern im Monarch Theater einen Zorro-Film an. Im Videospiel Batman: Arkham City ist das Kino sowie Crime Alley, die Straße in der seine Eltern nach der Vorstellung getötet wurden, ein Ort den ihr besuchen könnt. Im Kino findet schließlich das große Finale statt. Und es fällt genau EIN SCHUSS.
Es regt mich einfach grade wieder furchtbar auf, weil es so unnötige Sensationsmacherei ist.
Gestern gab es eine Sendung im ZDF (von der ich vorher übrigens noch nie gehört hatte) und man befasste sich kompakt und neutral mit dem Thema Spielezensur in Deutschland. Das Video geht keine 5 Minuten, schaut mal rein.
Übrigens: Die Petition von der Patrick am Ende spricht wurde schon vor einiger Zeit eingereicht, aber sowas dauert ja immer eeeeeewig. :P
Das ging schnell. Nach meiner Mail an Frau Pfeiffer gestern abend habe ich heute schon eine Antwort in meinem Postfach gefunden. Es scheint, ich hätte bei meinem Kommentar zur Sendung vergessen den Begleittext zu beachten, welcher bei FrauTV anscheinend eine wichtige Ergänzung zur Sendung darstellt. Da ich heute abend eigentlich noch einen ergänzenden Kommentar zu Metroid: Other M schreiben wollte, geb ich euch jetzt erst einmal die Mail zu lesen. Ich werde mich später nochmal ausführlicher mit dem Begleittext zur Sendung befassen.
Lieber Herr Huber, ich weiß natürlich, wer Sie sind. Sie haben auf Facebook vor kurzem mein Gedächtnis aufgefrischt und wir hatten ja auch überlegt, ob wir uns auf der Gamescom sprechen. Ich war aber schon dort mit den Filmaufnahmen und Vorgesprächen zu der Sendung beschäftigt.
Zunächst muss ich mich wundern, dass Sie mich anschreiben und nicht uns beide zusammen. Sie haben doch gesehen, dass David sehr weit in die ganze Produktion des Beitrags verwickelt war. Und David ist ein Spieler wie Sie, aber halt jemand, der sich den kritischen Blick bewahrt hat.
Davids Email-Adresse habe ich entfernt.
Also, lieber Herr Huber, ich muss Ihnen sagen, dass Sie mit Ihrer Antwort einen gewissen Mangel an Medienkompetenz bewiesen haben. Ich hätte mich ja zuerst mal über das Sendungs-Format schlau gemacht: Da hätten Sie gesehen, dass FRAU TV einen ganz besonderen Wert auf die Kommunikation mit den Zuschauern legt. Das heißt, die Infos auf der Internetseite gehören mit zu der jeweiligen Sendung. Das ist a) ein Einführungstext und b) jeweils etwas, was im Anschluss kommt: eine Unterschriftenaktion, Ratschläge etc.Vor kurzem zum Beispiel habe ich eine Unterschrift unter eine Petition für Hebammen (Arbeitssitutaion, Gehalt etc) gesetzt, die im Anschluss an die entsprechende Sendung gestartet wurde. In unserem Falle waren es Ratschläge für Eltern.
Weiterhin hätten Sie die Anmoderation des Beitrags nicht als etwas von uns Gestaltetes verstanden. Auch der Redakteur, Arno Klothen, hatte darauf nur bedingt Einfluss. (Ich hatte eigentlich erwartet, dass Sie den Fehler Hundert PUnkte bemerken. Es sind ja nur 5. Haben Sie aber nicht.)
Schließlich noch ein Punkt, der mir bisher auch nicht so klar war:Ein solcher Beitrag ist in unglaublichem Ausmaß das Ergebnis von Schnitten. Ich denke, die Aufnahmezeit war insgesamt ungefähr acht Stunden. Was dabei rauskommt, ist dann für die Gefilmten auch eine Überraschung.
Für mich war ärgerlich, wie viel von Davids Statements und Erklärungen weggeschnitten war.
Da es Intention der Sendung war, möglichst viel von der Gewalt in den Spielen zu zeigen, war es natürlich notwendig, diese aus den Kontext zu reißen. Dass das der Fall war, haben wir ja auch betont. In der Szene, in der ich meien MindMaps zeige, ist ja klar, dass das nur MIni-Auszüge sind.
Vor dem Hintergrund der allgemeinen Gleichsetzung von Spielegewalt und BALLERN, war ich bereit, das hinzunehmen. Auch die Einbindung in den Kontext, die ja zum Beispiel im Falle von Madison im Ansatz vorhanden war, mildert die Obszönität dieser Szene nicht. Ich habe sie ja selber im Kontext erlebt und war trotzdem schockiert.
Ich würde also vorschlagen, dass Sie den Hintergrundtext lesen, und den in Ihre Wahrnehmung einbeziehen.
Wir haben beide von ANFANG an auf eindringlichste betont, dass die Gewalt gegen Frauen in den Spielen keinem frauenfeindlichen Trend entsprich. Ganz am Schluss habe ich dem Redakteur noch einmal eine Mail geschrieben und ihn darauf hingewiesen, dass sowohl David als auch ich der Meinung sind, dass die film-ähnliche Qualität von neueren Spielen die Qualität von Gewalt verändert, sowohl gegen Männer als auch gegen Frauen. Diesen Sachverhalt hat er dann im Belgeittext aufs Beste dargelegt. Also: Was ich schon oft in Diskussionen mit Ihnen gesagt habe. Erst mal Lesen!!
Die Gewalt gegen Frauen ist für mich ein Thema geworden, als ich in EINER Woche sowohl Dantes Inferno als auch Heavy Rain mit-gespielt hatte. (Das EA Spiel ist leider dem Schnitt zum Opfer gefallen. Darin gibt es übelste Gewalt gegen Frauen und sehr sexistische Dinge) Ich fand diese Bohrerszene so heftig, egal in welcher Variante, ob man nun Madison sterben lässt - was man übrigens für eine Goldtrophäe tun MUSS- oder ob man es so spielt, dass sie sich wehrt. Um deutlich zu machen, dass sie die Akteurin ist, hätte ich die zweite Variante bevorzugt. Aber der Sender wollte die erste. OK: korrekt sind beide. Die Gewalt gegen Frauen ist Teil der gesamten Spielegewalt. Und da Frau TV eine Sendugn für Frauen ist, fand ich es naheliegend mein Entsetzen über die Heavy Rainszene und über Szenen in Dantes Inferno dort abzuladen. Daraus ist der Beitrag entstanden. Aber dass die Spiele als Ganzes sexistisch sind, bzw. dass ein solcher Trend besteht, genau das ist NICHT unsere Botschaft. Lesen Sie es nach und dann können wir gerne weiter diskutieren. Wenn Sie aus meinem letzten Satz lesen, dass ich der Meinung bin, die Eltern könnten die Hände in den Schoß legen, sie seien sowieso machtlos, dann haben Sie nicht genau hingehört. Die Aussage zielt auf die Ungleichheit zwischen Eltern und Spieleindustrie. Warum mache ich denn die ganze Aufklärung und habe es mir angetan, Stunden und Stunden gefilmt zu werden? Die Gesamtbotschaft ist eine aufklärerische und richtet sich gegen die allgemeine Subsumierung von Spielegewalt unter den Begriff Ballerspiele. Und natürlich ist sie in erster Linie an Eltern gerichtet. Ich finde es nur empörend, wenn die Probleme, die die Eltern mit dem Medienkonsum ihrer Kinder haben, als deren Gleichgültigkeit oder Schwäche dargestellt werden. Ich höre es praktisch in jeder Diskussion von Eltern, die sich interessieren, sonst wären sie nicht im Vortrag, WIE SCHWER DAS IST. Und meine Haltung ist die Gleichzeitigkeit von warnendem Zeigefinger, Apellen, dass sie aktiv sein sollenPLUS dem Verständnis für die Schwierigkeit ihrer Lage. In der achtundsechziger Zeit haben wir gelernt, dass zwei gegensätzliche Dinge gemeinsam die Wahrheit ergeben, dass trifft für Analyse wie für Handeln.In der Elternfrage ist es das ganz gewiss der Fall.
Was ich über das Jugendschutzparadox gesagt habe, stammt gar nicht von mir. Craig Anderson hat schon vor ein paar Jahren darauf hingewiesen, dass die Einführung des ESRB in Amerika, zu einer Intensivierung von Gewalt in M-rated Games geführt hat. Na klar, die waren ja nur für Erwachsene. Jetzt hatte man freie Hand. Und Kinder kommen doch dran. Wir haben die genausten Forschungen darüber. Der Begriff Jugendschutzparadox - ich glaube er ist nur im Text, und war nicht im Film - stammt von mir. Ich finde ihn sehr passend.
Auch bei dem Punkt ELTERN wäre es hilfreich gewesen, wenn Sie den Begleittext gelesen hätten. Da stehen ja noch Ratschläge für Eltern drin, weniger als ich dem Sender mitgeteilt habe, aber doch einige. Schon von daher ist es absurd zu unterstellen, ich würde den Eltern Machtlosigkeit zuschreiben.
Übrigens finde ich Ihre Unkenntnis in Sachen Browserspiele sehr bedauerlich und elitär. Kinder und unbedarfte Leute werden hier aufs übelste abgezockt. Da sollten Sie mal ein Auge drauf haben.
Ich breche jetzt ab, in der Hoffnung, dass Sie beim Studium ALLER relevanter Medien verstanden haben, wie falsch Ihre Überschrift ist.
Ich gehe davon aus, dass Sie meine Antwort ungekürzt in Ihr Forum stellen. Es wäre nett, wenn Sie mir einen Link schicken.
Ich hatte einen Email Austausch mit einer jungen Frau, die den Beitrag ähnlich kritisierte, wie Sie. Dann habe ich ihr alles erklärt und Sie schrieb einen langen Brief zurück. Ihr letzter Satz lautete:
In mir haben Sie auf jeden Fall nicht mehr den Gegner, den Sie vor Ihrer Antwort noch hatten.
Mal sehen, was von Ihnen kommt. Vielleicht an David?
Eigentlich bin ich wirklich kein großer Fan davon einfach News zu nehmen die ich auf Stigma-Videospiele gelesen habe und dann einen längeren Kommentar darüber zu schreiben. Ich will mit diesem Blog was bewegen und das klappt nicht, indem ich genau das gleiche mache wie die vielen User bei Stigma, die bereits dort Kommentare veröffentlich haben. Aber wieder einmal sitze ich hier vor einem Video bei ich gar nicht anders kann als mich genauer auseiner zu setzen.
Es handelt sich um eine WDR-Sendung namens FrauTV, in der über Gewalt gegen Frauen in Videospielen berichtet wird, in Zusammenarbeit mit Regine Pfeiffer. Einige Leser werden sich vielleicht noch daran erinnern, wie die Community von Stigma versucht hat mir ihr eine längere Diskussion einzugehen. Leider ohne wirkliche Erfolge auf beiden Seiten. Auf jeden Fall hier der Beitrag:
Ich werde mir Mühe geben, diesen Post etwas höflicher zu formulieren, weil ich plane den Link danach an Frau Pfeifer weiter zu leiten. Auch wenn ihr Postfach an diesem Punkt vermutlich schon randvoll mit Spam Mail ist. :P
Aber gehen wir das ganze doch mal Stück für Stück durch:
1. Wenn ich das richtig sehe, dann ist die Sendung Frau TV leicht feministisch angehaucht. Deswegen wird gleich am Anfang betont, dass man in Der Pate eine Frau erdrosseln kann. Das ist das erste mal, dass darauf Aufmerksam gemacht wird, dass man in diesem Spielen Frauen töten kann. Ich sag dazu gleich noch mehr.
2. War ja klar, dass es um der Pate geht. Das ist, wie einige von euch möglicherweise wissen, eines der Lieblingsspiele von Frau Pfeiffer. Aber ich wüsste nicht, dass es so wahnsinnig beliebt ist. Es ist einfach ein weiteres Open World Gangster-Spiel.
3. Okay, Red Dead Redemption. Ich kann nachvollziehen, dass diese Szene auf manche Leute etwas seltsam wirkt, aber eine Frau in Nöten im Wilden Westen auf Schienen fesseln ist doch ein klassisches Motiv, oder etwa nicht?
Mehr noch als ein Motiv, es ist eigentlich schon eher ein Klischee. Es hat eine TV Tropes Page for crying out loud! Okay, so ziemlich alles hat einen TV Tropes Eintrag (ich hab selber wieder ne halbe Stunde auf der Seite vergeudet, als ich an dem Artikel hier geschreiben hab), aber es bleibt ein ausgelutschtes Klischee. Und wir reden hier immerhin von Rockstar. Die saßen nicht in ihren dunklen Zimmern und dachten sich: "0h, jetzt sind wir mal so richtig sexistisch und vergeben eine Trophäe dafür wenn man Frauen möglichst graußam umbringt". Es ist eine Anspielung, eine Hommage, ein verdammter Running Gag!
4. Die Szenen aus Grand Theft Auto San Andreas und Red Dead Redemption in denen man Frauen "von hinten angreifen" oder ihnen die "Kehle durchschneiden kann". Es geht hier nicht darum, dass man das mit Frauen machen kann. GTA und RDR haben eine offene Spielwelt in der man machen kann was man will. Es ist genauso möglich Männern anzugreifen und zu töten. Das hat mich an Feminismus eh schon immer gestört. Diese merkwürdige Doppelmoral, wenn man laut aufschreit wenn Frauen Leid angetan wird und dabei aber impliziert, dass es bei Männern okay ist. Oder habe ich da irgendwas nicht kapiert?
5. Heavy Rain... Ich besitze leider keine Play Station 3 und deswegen steht HR noch auf der immer länger werdenden Liste von PS3 Spielen die ich unbingt noch spielen will. Aber wie kann es an allen Beteiligten vorbei gehen, dass nicht nur der weibliche Charakter hier das Opfer ist, sondern der Spieler selbst. Das "wehrlose, unterlegene Objekt" wird von uns gesteuert. In einem Literaturkurs hat man mir beigebracht, dass man den Erzähler auf keinen Fall mit dem Autor verwechseln darf. So etwas ähnliches muss auch hier gelten. Es waren nicht die Entwickler von Quantic Dream, die Madison dort auf den Tisch gefesselt haben, sondern der irre Killer.
6. "Regine Pfeiffer stellt solche Szenen zusammen und zeigt sie auf Vorträgen." Hier ist ein Gedanke: Diese Zusammenschnitte wirken sicher Wunder wenn es darum geht zu provozieren, aber man doch nicht einfach den kompletten Kontext um die Szene drum herum weglassen. Was ist so eine Szene ohne Hintergrund, ohne Zusammenhang? Ich kann auch einfach ein paar Szenen aus Videospielen aus dem Kontext reissen und sehen was dabei heraus kommt.
In Super Mario Land verwandelt sich die Frau 3 mal hintereinander in ein hässliches Monster und flieht vor dem Helden.
In Castlevania: Symphony of the Night sehen wir wie Frau an einem Kreuz hängt und den Helden zum Morden auffordert und sich dann in einen Dämon verwandelt. Hier ein Video.
In Metal Gear Solid kämpft man ganz oft gegen Frauen. Ich bin zu faul ein Beispiel rauszusuchen.
7. Frau Pfeiffer beteuert, dass man keine Frauen töten muss, verurteilt aber wieder alleine, dass es die Option gibt dies zu tun. Ich kann an diesem Punkt nichts anderes tun als nochmal zu betonen, dass es sich hier um ein Open-World-Spiel handelt. Der Spieler entscheidet selbst, was er tut. Wie soll sich das Medium weiter entwicklen, wenn man eine Erweiterung der Interaktivität dämonisiert?
8. Dann gibt es wieder einen Hoffnungsschimmer. Frau Pfeiffer redet darüber, dass sie Madison "begleitet hat", dass sie weiß wie sie leidet. Natürlich ist es drastischer, wenn sie den Charakter kennt. Das ist der ganze Sinn daran. Wir führen ein Charakter ein, bauen eine Beziehung zum Konsumenten der Geschichte auf und bringen sie dann in eine dramatische Situation. Das ist doch völlig normal! Wie kann dieser Beitrag überhaupt existieren, wenn Frau Pfeiffer darlegt, dass sie selber mit ihr mitfühlt. ARGH! Darum geht es doch in Fiktion, in Büchern, in Filmen!
9. Ich sage jetzt einfach mal nichts über Browser Games. Ich halte generell nicht viel von ihnen und ich kam noch nicht dazu mich wirklich damit auseinander zu setzen.
10. Die BPjM würd ich gerne mal besichtigen gehen. Mit einem Einkaufswagen.
11. Ab Minute 7 kommt Frau Pfeiffer auf den Punkt zu sprechen den auch ihr Bruder gerne benutzt. Es gibt eine oberste Altersgrenze und die wird von den Entwicklern "missbraucht", in dem sie die Spiele so brutal wie möglich machen. Natürlich, es sind ja auch Sachen für Erwachsene. Und auch, wenn dieses Argument schon längst kalter Kaffee ist: Ich sehe nicht, dass irgendjemand den Verkauf und vorallem die Bewerbung von Alkohol verbieten würde, nur weil Jugendliche dann zur Flasche greifen.
Und der letzte, wichtigste Punkt:
12. "Es ist eine Schande, dass den Eltern diese schwere Aufgabe aufgebürdet wird." Welche Aufgabe? Erziehung? Ich schreib das ja inzwischen immer öfters, aber... HALLO? GEHT'S NOCH? Das darf doch einfach nicht wahr sein! Hallo, McFly, jemand zuhause? Es ist die verdammte Aufgabe der Eltern bei sowas einzuschreiten. Es ist völlig egal wie groß die Spieleindustrie und wie bösartig deren Marketing-Lakeien aus der Hölle sind. Man kann doch nicht einfach sagen, dass das eine zu schwere Aufgabe für Eltern ist, darauf zu achten was ihre Kinder spielen. Es ist Teil des Erziehungsauftrags!
Es tut mir herzlich Leid Frau Pfeiffer, aber diese Aussage ist völliger Humbug. Sie können doch nicht einfach die Eltern dieses Landes kollektiv von ihren Pflichten entbinden, in dem sie behaupten, es wäre eine zu starke Last gegen das Marketing der Videospielindustrie anzukommen.
In den letzten 18 Monaten sind mir ein Haufen fieser Fernsehbeiträge unter die Augen gekommen. Ich bin es ja gewohnt, dass sich Sendungen im Öffentlich-Rechtlichen selten für die Wahrheit interessieren wenn es zu diesem Thema kommt also dürfte es mich wirklich nicht überraschen, dass auch die Privaten ein Stück vom Kuchen abhaben wollen. Aber die schiere Dreistigkeit dieses Beitrags ist ein neuer Tiefpunkt.
Was ihr hier nicht seht, ist, dass das Video von Youtube-Nutzer Justcheap, dessen Account aus bisher unbekannten Gründen gesperrt wurde, nachträglich bearbeitet wurde. Er redet nicht etwa mit seinen Figuren weil er keine Freunde mehr im echten Leben hat, sondern erstellte nur ein kommentiertes "Let's Play"-Video von Modern Warfare 2.
Ich kenne an diesem Punkt natürlich nicht die kompletten Hintergründe. Aber das 2. Video erscheint mir doch deutlich authentischer. So weit ist es schon gekommen: Das Fernsehen kann keine eigenen Lügenbeiträge mehr produzieren und fängt an die von Gamers zu bearbeiten. Meine Frustration kennt keine Grenzen.
Edit: Ganz ehrlich Youtube: könnt ihr keine Größe anbieten die gut in Blogger reinpasst. :P