Donnerstag, 26. Dezember 2013
Oh nein. Schon wieder saurer Regen.
Freitag, 16. November 2012
Echte Menschen, falsche Munition?
Die emotionale Wucht bei Killerspielen am PC sei größer, denn man könne dabei Blut spritzen und Menschen sterben sehen. Der PC-Spieler befinde sich in der Rolle des Tötenden, das Mitleid mit dem Opfer sinke. Bei Paintball dagegen ginge es um Treffer, die Wirkungen seien fiktiv.Selber habe ich bisher noch kein Paintball gespielt (ich bin mir sicher, M@MAX wird dazu noch was sagen), aber ich denke in einer Sache sind wir uns alle einig. Das ist totaler Quark. Die blauen Flecken sind sicher nicht "fiktiv" und wenn man in irgendeiner Freizeitaktivität lernt auf Menschen zu schießen, dann dort.
Während die Passivität beim Computerspielen Fettleibigkeit und sozialen Rückzug fördere, sei Paintball ein Sport mit realen Menschen, mit denen man auch danach noch in fröhlicher Runde zusammensitzen könne.Genau, den wie jeder weiß haben Computerspieler keine Freunde. Das ist für mich der schlimmste Teil. Weil der gesamte soziale Aspekt von Videospielen komplett ausgeblendet wird. Also ob Gamer nicht "fröhlich zusammensitzen" könnten. Das macht mich grade so richtig stinkig.
Quelle: Stigma-Videospiele
Sonntag, 31. Oktober 2010
Viva la Revolución!
Vor ein paar Tagen postete ActionJackson im Forum von Stigma-Videospiele folgendes:
Hatte das schon mal jemand gepostet?Ich habe selber noch nicht in den Podcast reingehört, aber AJ war so nett einige Abschnitte abzutippen, die könnt ihr alle ab hier im Stigma-Forum nachlesen, wenn euch danach ist.
http://matthias-bopp.de/Download_Deu.html
Dort findet man unter "Spiel deinen Film!" einen Podcast vom 4.8.2010 in dem neben Dr. Matthias Bopp und Dr. Andreas Rauscher auch Reginie Pfeiffer diskutiert.
In der Diskussion geht es darum in wie fern und wie stark Videospiele den Film als Leitmedium des 21. Jahrhunderts ablösen. Frau Pfeiffer verlagert immer wieder das Thema zu den aus der FrauTV Sendung bekannten Punkten (Dastardly Trophy aus RDR, Bohrer-Szene in Heavy Rain, "Der Jude auf der Brücke" in GTA IV, Browserspiele und WoW).
Das was die anderen Diskussionsteilnehmer von sich geben ist oft interesant, von daher, wer sich die "wilden" Thesen der Frau Pfeiffer noch mal etwas ausführlicher anhören will, kann ja mal in den dreiviertelstündigen Beitrag reinhören.
Eigentlich hatte ich mir ja vorgenommen das Thema Frau Pfeiffer ruhen zu lassen, nachdem mich ihre letzten Eskapaden in der Bloggosphäre haben realisieren lassen, dass eine Diskussion mit ihr keinen Zweck hat. Die Frau ist dermaßen überzeugt von der Bösartigkeit des Mediums, dass selbst ein harmloses Szenario wie ein Mann der auf einem Geländer sitzt und die Sonne genießt nur als Anstiftung zur Gewalt gedacht ist. Doch ein bestimmtes Zitat hat mich dann doch überrascht. Ein Zitat, dass ich unbedingt mit euch teilen muss. Frau Pfeiffer spricht ein weiteres mal über Red Dead Redemption:
"Ich hab z.B. gesehen das der Held in diesem Spiel sehr tolle Sachen macht, z.B. mexikanische Freiheitskämpfer unterstützt und solche Dinge, aber dann gibt es ne Form von verselbstständigter Gewalt."Entschuldigt mich kurz...
So, jetzt da das aus meinem System raus ist, widmen wir uns wieder dem Zitat. Red Dead Redemption ist jetzt seit über einem halben Jahr erhältlich, deswegen werde ich wohl etwas über das Spiel spoilern können.
Und hier muss ich mich fragen: hat Frau Pfeiffer das Spiel überhaupt verstanden? Wir wissen ja, sie spielt nicht selber sondern "lässt" spielen. War sie grade Kaffee machen, als die Missionen mit Reyes dran waren?
Ich merke grade ich schreibe schon wieder viel zu lange an diesem Text ohne irgendwas wichtig zu sagen. :P Halten wir also fest: Das Frau Pfeiffer dem Medium Videospiele nicht zutraut ernste Themen zu behandeln war ja hinreichend bekannt, aber selbst wenn sie sich ausführlich mit einem Spiel beschäftigt entgeht ihr ein doch so offensichtliches Motiv. RDR ist nicht perfekt und wie so typisch für Rockstar-Spiele geschehen im Laufe der Handling einige moralisch sehr fragwürdige Dinge. Frau Pfeiffer genießt wie ihr Bruder den zweifelhaften Ruf ein "Experte" auf dem Gebiet von Gewalt in Videospielen zu sein. Bei Christian Pfeiffer weiß bis heute niemand wie viel Zeit er selber wirklich mit Spielen verbracht hat, aber Regine Pfeiffer erzählt ja immer so stolz, dass sie dieses und jenees Spiel von vorne bis hinten "mitgespielt" hätte. Aber wenn ein zentraler Plotpunkt so an ihr vorbei geht, dann ärgere ich mich nur noch weiter darüber, wie wenig sie von dem Medium an sich versteht.
Und jetzt muss ich mal schauen ob ich nicht noch irgendwelche Teile für ein Halloween Kostüm zusammenkratzen kann.
Sonntag, 24. Oktober 2010
Offener Brief an Regine Pfeiffer (nicht von mir)
Da der Brief so umheimlich lang ist, verlinke ich jetzt einfach auf Stigma.
Der Jude auf der Brücke
Dort, auf einer kleinen, unscheinbaren Mauer sitzt ein Jude. Sitzt da ganz friedlich, tut niemandem weh und existiert laut Frau Pfeiffer einzig und allein um rassisstische Gewalt zu provozieren.

Da sitzt er. Schon schlimm. Liberty City soll ein Ort des Friedens und des Wohlstands sein. Und jetzt haben die bösartigen Mitarbeiter von Rockstar da einfach so einen Juden plaziert, dass man all seine rassisstischen Tendenzen an ihm ausleben kann.
...
Oder so wäre es zumindest, wenn das nicht einfach ein zufällig ausgewählter NPC sei und sich auch regelmäßig andere Charakter an dieser Stelle finden würden und sich die Behauptung von Frau Pfeiffer somit als völliger Unsinn herraus stellt.




Ach ja, und es ist übrigens gar keine Brücke. -_-

Danke an ActionJackson für die Bilder.
Mittwoch, 20. Oktober 2010
Ein hoffnungsloser Fall
Als ich im letzten Sommer die Diskussion mit Regine Pfeiffer ins Rollen brachte, dachte ich wirklich ich könnte was bewirken. Ihren Texten nach zu urteilen, schien sie einfach nicht zu verstehen, worum es in manchen Spielen geht, was Spieler daran so reizt und ich hatte die Hoffnung ihr dies zu erklären.
Nach dem Beitrag bei Frau TV letzten Monat, habe ich wieder Kontakt mit ihr aufgenommen, aber das war nicht so wahnsinnig ergiebig. Eigentlich wollte ich ihr unbedingt noch mal schreiben, ein bisschen weiter argumentieren, aber ich hab es aus diversen Gründen nicht geschafft. Ihr habt es möglicherweise mitbekommen, wie aktiv ich in den letzten Wochen hier und auf GU war und da hat es einfach nicht mehr reingepasst.
Jetzt bin ich an dem Punkt, wo es eigentlich egal ist. Frau Pfeiffer hat mal wieder selbst einen Blog Post verfasst, um auf die vielen Anschuldigungen einzugehen, die sie zu ihrem Fernsehbeitrag erreicht haben. Ich bin grade zu erschöpft um mich mit jeder einzelnen auseinander zu setzen, deswegen beschränke ich mich auf folgenden Abschnitt:
Sie hatten verschiedene Erklärungen dafür gefunden, dass der alte Jude hier auf dem Brückengeländer sitzt. Ohne, dass Sie das Bild gesehen hatten, waren Sie der Meinung, hier würde sich jemand ausruhen. Schauen Sie es sich an und geben Sie mir EINEN vernünftigen Grund für das Arrangement. Der Jude sitzt hier ausschließlich, um rassistische Gewalt zu ermöglichen. Welchen realistischen Grund sollte es sonst für diese absurde Platzierung geben?
Okay, es gibt also in GTA4 eine Szene in der "ein Jude" auf einer Brücke sitzt. Frau Pfeiffer will eine realistische Begründung für dieses Szenario. Wie wäre es hiermit: Dieser Jude der dort auf der Brücke sitzt ist ein austauschbarer NPC. Es ist VÖLLIGER ZUFALL, dass er in dieser Szene so aussieht. Wenn ich jetzt mein GTA ins Laufwerk legen und zu dieser Brücke fahren würde, dann säße da vielleicht eine ganz andere Figur. Ein Polizist. Oder ein dicker Passant. Oder eine Frau. Wenn man auf ihn mit einer Waffe zielt, dann verhällt er sich genauso wie ein anderer NPC. Er fängt auch nicht an Jud Süß zu zitieren oder sowas.
Aber dieser Gedanke ist für Frau Pfeiffer anscheinend zu naheliegend. Es kann offensichtlich nur einen Grund für dieses Szenario geben. Die Programmiere sind alles Antisemiten.
Ich habe grade echt keinen Bock mehr, da viel drüber zu schreiben. Diese ganze Annahme ist dermaßen absurd, dass man da eigentlich gar nichts zu sagen muss. Wenn ich solche Zeilen lese, dann fühle ich mich, als wären all die Stunden im Stigma-Forum und die Mails und Telefonate mit Frau Pfeiffer völlige Zeitverschwendung gewesen. Und das finde ich echt schlimm! Nicht, dass ich die Zeit selbst vergeudet habe, sowas mach ich ständig. Es ist einfach unfassbar, dass eine Person so umheimlich versteift darauf sein kann, irgendwo etwas Böses zu finden, dass sie nach solchen Strohhalmen greift.
Frau Pfeiffer, es tut mir herzlich Leid, aber mit Ihnen zu diskutieren macht einfach keinen Sinn mehr.
*Ninja schüttelt traurig den Kopf und geht schlafen*
Dienstag, 5. Oktober 2010
Der F.A.S. Filmtest
Am vergangenem Sonntag fand sich in der F.A.S., also der Frankfurter Allgemeinem Sonntagszeitung, ein Artikel über die FSK. In diesem Artikel wird kritisiert, was die FSK denn heute alles unter dem "ab 12"-Siegel durchwinken würde. Die Autorin Florentine Fritzen geht gleich zu Beginn in die Vollen und zieht ihre Leser in den Bann mit einer Auflistung von schlimmen Szenen wie sie anscheinend in 12er Streifen zu sehen sind:
Wer sind die Leute, die entscheiden, dass zwölf Jahre alte Kinder diese Dinge sehen und hören dürfen? Den Jungen, dem die Augen weggebrannt werden. Den Pubertierenden, der seiner nackt neben ihrem Liebhaber schlafenden Mutter zwischen die Beine fasst. Die kleinen Jungen, die mit einem Beil abgeschlachtet werden. Den Mann, der seiner Freundin in einem Swingerclub in die Augen schaut, während sie mit einem anderen Mann Sex hat. Die Menschen, die aus nächster Nähe erschossen werden. Das Blut, das spritzt. Die Wörter, die Erwachsene für verschiedene Sexualpraktiken verwenden, und das viele Reden über Sex.Ich möchte mich an diesem Punkt nicht darüber beklagen wie reißerisch das ganze aufgezogen ist. Wer Leute für einen längeren Artikel interessieren will, der muss sie auch gleich zu Beginn in ihren Bann ziehen. Persönlich wären mir an diesem Punkt ein paar Namen lieb gewesen.
Auch wenn es nur als Einleitung gedacht ist, stehen wir hier aber vor dem klassischem Problem von mangelndem Kontext und ich bin mir nicht sicher ob das weglassen des Namens diese Situation verbessert. Aber ich wollte mich ja nicht an dem Teil aufhängen, gehen wir mal weiter im Artikel.
Es folgt eine kurze Zusammenfassung der Arbeit der FSK und ein sehr interessanter Fakt:
Die Produktionsfirmen lassen sich die Prüfung daher etwas kosten: 46 Cent pro Filmmeter zahlen sie an die FSK, das macht bei einem durchschnittlichen Kinofilm von 2700 Metern 1242 Euro plus Mehrwertsteuer.Ich will diese Aussage nicht auseinandernehmen, dachte mir aber sie sollte extra hervorgehoben werden. Keine Ahnung inwiefern so etwas berechnet wenn ein Film digital aufgenommen wird. Für eine durchschnittliche Filmproduktion, selbst wenn sie nicht aus Hollywood stammt, sind 1200 Euro doch eher kleine Fische, oder? Um mal wild ein Beispiel raus zu suchen: die deutsche RomCom Keinohrhasen mit Til "der Mann ist nie im Leben Schauspieler" Schweiger kostete laut Wikipedia läpische 4,2 Millionen Euro.
Aber ich schweife ab, wie schon so oft. Zurück zum eigentlichen Artikel.
Laut einem der FSK-Prüfer wäre eine Freigabe "ab 14" alles deutlich einfacher, weil der Schritt zwischen 12 und 16 so groß wäre. Das ist prinzipiell gar keine so doofe Aussage. Schauen wir uns ausländische Bewertungssystem an, kommen wir zu einem ähnlichen Schluss. In England z.B. gibt es ein 12er, dann ein 15er und letztlich das 18er Rating. Das System zu ändern ist natürlich leichter gesagt als getan:
An den historisch gewachsenen Freigabestufen will sie aber nicht rütteln. Weil sie "bekannt und gelernt" seien - und wegen des "Überprüfungsproblems" an den Kinokassen, wenn die Altersfreigaben stärker abgestuft würden: "Dann müsste man eine Kinderausweis-Tragepflicht einführen."Gerade das Argument mit den Kinderausweisen kann ich sogar noch nachvollziehen. Insgesamt ist der Artikel durchaus Lesenswert, aber darüber wollte ich eigentlich gar nicht reden. Eigentlich geht es mir um den offiziellen FSK12 Filmtest der F.A.S.
Ich habe mich diesem Test ein paar entscheidende Probleme.
- Zum einen würde ich gerne wissen, was genau die FAZ-Redaktion meint so viel besser machen zu können als die FSK selbst. Ich bin bin bekanntlich jetzt kein wahnsinnig großer Freund deutscher Bewertungsbehörden, aber ich finde es auch nicht so toll wenn selbsternannte Moralapostel auf die Idee kommen sie könnte das deutlich besser machen. Christian Pfeiffer hat auch schon versucht auf ähnliche Weise die USK zu untergraben, in dem Mitarbeiter des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachen sich durch eine Reihe von 16er und 18er Games gespielt habem um dann der Welt zu verkünden, dass sie die Spiele ganz anders bewertet hätten.
- Die Auswahl der Filme. Wenn sie sich jetzt auf Actionfilme wie James Bond, Transformers oder Van Helsing beschränkt hätten, wäre das nicht so tragisch. Aber in der Liste finde ich einige Filme die man vielleicht nicht einfach nur nach dem Gewaltgrad beurteilen kann. Der Untergang, Schindlers Liste, Die Welle. Ich halte Filme mit historischem Hintergrund für eine sehr gute Methode, zumindest als Ausgangspunkt, Jugendlichen ein gewisses Maß an historischen Fakten zu ermitteln. Nicht zuletzt weil Schindlers Liste vielleicht einfach nen größeren Eindruck hinterlässt als den Stoff im Unterricht durchzukauen. Darauf kann man später immer noch aufbauen. - Filme wie Die Welle auf der anderen Seite haben eine Botschaft die vielleicht gerade Jugendliche zwischen 12 und 16 erreichen sollte. Möglicherweise hat die Neuverfilmung nicht ganz die selbe Wirkung wie das geschriebene Original, aber wenn dieser Film ab 16 wäre würde das sicher an der Zeilgruppe vorbei gehen.
- Und wieder einmal werden Szenen völlig aus dem Kontext gerissen um alleine an den Pranger gestellt zu werden. Hey, na sowas! Schon wieder was wofür ein Pfeiffer bekannt ist. Das bringt echt jedes mal wieder auf die Palme. Wenn irgendein Besserwisser so eine Szene völlig aus der Gesamthandlung reisst und dann darüber lästert. Ich würde an diesem Punkt nur zu gerne direkt aus den Filmbeschreibungen zitieren, aber leider ist das ganze Ding so formatiert, dass ich den Text dort nicht markieren kann. - Ja, die dort beschriebenen Szenen sind alle brutal, aber eben nur weil man sie alleine betrachtet. Das Spiel kann ewig weitergespielt werden. Wie wäre es mit einem Film in dem angedeutet wird, dass der Schurke von seinen Untergebenen zerfleischt wird? Der ist von Disney. Oder soll ich von den diversen Verstümmelungen in einer weit, weit entfernten Galaxis anfangen?
- Es werden Szenen aus Transformers 2 beschrieben, obwohl das Cover und der Titel auf den ersten Film deuten. Das ist wirklich nur ein ganz kleiner Kritikpunkt im großen und ganzen, aber es nervt.
All das hätte nur ein weiterer Fall von moralischem Enthusiamsmus sein können, über den man kurz berichtet und der dann unter den Teppich gekehrt wird. Dieses mal könnte das allerdings schwieriger werden, denn jetzt nimmt sich die Bundesfamilienministerin Kristina Schröder der Sache an.
"Filme, in denen die Helden sich durch antisoziales, destruktives oder gewalttätiges Verhalten auszeichnen, können für die Entwicklung von Zwölfjährigen sehr gefährlich sein. Eltern müssen sich darauf verlassen können, dass da, wo FSK 12 draufsteht, auch FSK 12 drinnen ist. Was die F.A.S. aufgezählt hat, lässt mich daran zweifeln."Auf die Gefahr hin, dass das jetzt ein wenig egoistisch klingt: Das ist so eine Art Worst Case Szenario für Filmfans. Denn noch geht es nur um 12er Filme, was alleine eigentlich schon schlimm genug ist. Aber was ist, wenn Frau Schröder dann auf die Idee kommt sich mit dem bereits viel zu striktem Rest des deutschen Jugendschutzes auseinander setzt? Mein Brief an sie damals, wurde ja von ihren Lakaien abgefangen, aber es scheint als würde sie eine ähnliche Schiene wie ihre Vorgängerin fahren.
...
Aufgrund des Berichts der F.A.S. will die Bundesfamilienministerin nun schnellstmöglich das Gespräch mit der FSK suchen, um ihre Begründung für diese Freigaben zu hören. Dabei gehe Frau Schröder mit einer klaren Prämisse in das Gespräch: "Priorität hat der Kinderschutz, nicht der Kommerz."
Ich weiß nicht was sich aus dieser Sache noch entwickeln wird, aber ich mache mir Sorgen darum, was passieren könnte wenn die neue Familienministerin beschließt bei der FSK Hausputz zu betreiben.
*Ninja vanish*
Donnerstag, 30. September 2010
Browser Games und ich
9. Ich sage jetzt einfach mal nichts über Browser Games. Ich halte generell nicht viel von ihnen und ich kam noch nicht dazu mich wirklich damit auseinander zu setzen.Frau Pfeiffer antwortete darauf:
Übrigens finde ich Ihre Unkenntnis in Sachen Browserspiele sehr bedauerlich und elitär. Kinder und unbedarfte Leute werden hier aufs übelste abgezockt. Da sollten Sie mal ein Auge drauf haben.Bevor ich mich dem Rest von Frau Pfeiffers Antwort widme, möchte ich mich seperat mit diesem Thema befassen. Zum einen, weil ich mir nicht sicher bin, ob es mir gefällt als elitär bezeichnet zu werden und zum anderen weil ich dachte das ist für meine restlichen Leser vielleicht interessant wenn ich meinen Standpunkt zu diesen Spielen verdeutliche.
Wie ich des öfteren erwähne spiele ich schon sehr lange Video- und Computerspiele. Und für mich waren Spiele immer etwas was auf einem Datenträger kommen muss, der dann in ein Gerät eingeführt werden muss. Und wenn es eine Diskette mit Load Runner drauf ist. Ich glaube meine erste richtige Begegnung mit Browser Games hatte ich irgendwann in der Mittelstufe am Gymasium. In meiner alten Schule gab neben dem Computerraum 3 weitere Rechner die offen in einem Stockwerk rumstanden und von Schülern jederzeit benutzt werden konnten. Wenn ich dran konnte, habe ich mich meistens in Warhammer-Foren oder auf Spiele-Websites rumgetrieben. In den Pausen waren die Rechner aber meistens besetzt von meinen Klassenkameraden die wie bessessen waren von einem Spiel namens Die Stämme.
Ich hab nicht wirklich dne Reiz von diesem Spiel gesehen. Es bestand aus einem Haufen Tabellen und es gab sonst nicht viel zu sehen. Mir wurde erzählt wie toll das sein, dass man dieses und jenes Dorf angreifen könnte und seine eigenen Häuser bauen kann und noch mehr Krams. Aber für mich sah es langweilig aus.
Das nächste als ich mit dem Thema konfrontiert wurde war, als ich anfing Facebook zu nutzen. Glaubt es oder nicht, bis vor einem Jahr habe ich noch nie von FarmVille gehört. Dann habe ich mal ein paar Kommolitonen über die Schulter gekuckt und wer Facebook benutzt, der wird früher oder später auch mit FarmVille-Anfragen zu gespammt.
Ich habe es selbst nie gespielt und es ist einfach auf den Hass-Zug aufzuspringen und das Spiel zu bashen auch wenn man es noch nie gespielt hat. Für mich sah es einfach nicht sonderlich spannend aus. Ich hab schon ein paar mal so ein bisschen Harvest Moon gespielt, aber FarmVille schaffte es irgendwie dabei noch langweiliger auszusehen. Und zu Simpel.
Ich schätze das ist der Punkt an dem meine "elitäre" Einstellung ins Spiel kommt. Euch dürfte inzwischen klar sein, dass ich von dem Medium an sich sehr viel halte und deswegen eher komplexere Titel bevorzuge. Grand Theft Auto IV, Mass Effect 2 oder Fallout 3 sind die Sorte Spiel in denen ich.... wie sag ich das jetzt am besten... die Perfektion des Mediums suche. Es geht um mehr als 1A-Gameplay und eine tolle Story, es geht darum was ich am Ende über das Spiel sagen kann. GTA4 hat mich begeistert mit einem Twist am Ende der im krassen Gegensatz zum Ruf steht, den das Spiel in der Öffentlichkeit hat. Das war btw.: etwas was ich versucht habe Frau Pfeiffer in der Foren-Diskussion vor einem Jahr zu erklären, leider ohne Erfolg. Aber ich schweife zu sehr ab.
Der Punkt ist, ich spiele gerne komplexe Spiele. Am liebsten Spiele, die mehrere Genres in sich vereinen. Das heißt nicht, dass ich nicht auch gerne simple Spiele spiele. Xbox Live Arcade ist voll von sehr... seichten Titeln. Oder eben auch viele Spiele von Nintendo, gerade die Mario-Titel, die nicht sonderlich komplex sind, aber trotzdem brilliant.
Ab und zu spiele ich auch gerne mal kurzweilige Flashspiele wie Super Mario Crossover.
Was mich von Browser Games fernhält, ist, dass ich mir nicht sicher sein kann, was dahinter steht. Ich meine, die Spiele werden gratis im Netz angeboten, sind dafür aber voll von Werbung und Micro-Transactions. Auch wenn man lange über diese Bezeichnung an sich streiten könnte, betrachte ich mich selbst eher als "Core"-Gamer. Ich rede nicht davon, dass ich regelmäßig Noobs bei Halo pwne, sondern dass ich Spiele bevorzuge von denen ich weiß, dass ich ein gewissen Level an Qualität bekomme. Ich habe hier immer viel zu viele Spiele rumliegen die darauf warten gespielt zu werden.
Auf meinem Stapel (also wenn ich eine Stapel hätte und die Teile nicht alle sorgfältig in Regale einsortieren würde) sind grade mindestens 13 Titel die ich noch nicht mal ausprobiert habe, ganz zu schweigen von all den Titeln die ich bisher nur angespielt habe.
Egal, ich hatte es ja grade von Qualität. Ich zweifle nicht daran, dass manche Browser Games unheimlich komplex sein können (immerhin bestehen sie oft zu großen Teilen aus Tabellen ^^ ), aber ich weiß nicht ob dahinter auch so viel Mühe und Arbeit steckt.
Also letztlich: Ja, in gewisser Weise bin ich was das angeht schon elitär. Ich will wirklich gute Spiele spielen. Triple A, ach quatsch, AAAAA-Titel auf der Suche nach dem Argument was das Medium an sich alles leisten kann. Und ich glaube nicht, dass ich so ein Spiel in Form eines Browser Games finde. Vielleicht klingt das ignoranter als ich geplant hatte, aber ich habe schlicht und ergreifend keine Zeit für sowas.
Was Frau Pfeiffers Argument bezüglich der "Abzocke" angeht... da kann ich ganz ehrlich nicht viel zu sagen. Das heißt, doch, ich kann was zu sagen: VERANTWORTUNG DER ERZIEHUNGSBRECHTIGTEN! Wenn ein 12-jähriger anfängt sein Geld dafür auszugeben seiner virtuellen Prostituierten Upgrades zu kaufen, dann glaube ich nicht, dass das Problem beim Spiel liegt. Ich habe als ich jünger war auch mein Geld für Sachen ausgegeben die ich nicht gebraucht habe. Irgendwann wurde ich auch von meiner Pokemonkartensammelsucht geheilt. Aber es macht einfach keinen Sinn Browser Games zu verteufeln, nur weil Minderjährige da zu viel Geld reinstecken können. Aber ich fürchte dieses Argument wird bei Frau Pfeiffer nicht ankommen, weil sie leider dazu neigt sich bei solchen Themen auf das leichter zu bekämpfende Übel zu konzentrieren.
...
Gork Damnit, seht euch die Zeit an! Eigentlich wollte ich schon seit über ner halben Stunden Hydrophobia spielen. Ich muss weg.
*Ninja vanish quickly*
Montag, 27. September 2010
Antwort von Regine Pfeiffer zu FrauTV
Nach meiner Mail an Frau Pfeiffer gestern abend habe ich heute schon eine Antwort in meinem Postfach gefunden. Es scheint, ich hätte bei meinem Kommentar zur Sendung vergessen den Begleittext zu beachten, welcher bei FrauTV anscheinend eine wichtige Ergänzung zur Sendung darstellt.
Da ich heute abend eigentlich noch einen ergänzenden Kommentar zu Metroid: Other M schreiben wollte, geb ich euch jetzt erst einmal die Mail zu lesen. Ich werde mich später nochmal ausführlicher mit dem Begleittext zur Sendung befassen.
Lieber Herr Huber, ich weiß natürlich, wer Sie sind. Sie haben auf Facebook vor kurzem mein Gedächtnis aufgefrischt und wir hatten ja auch überlegt, ob wir uns auf der Gamescom sprechen.
Ich war aber schon dort mit den Filmaufnahmen und Vorgesprächen zu der Sendung beschäftigt.Zunächst muss ich mich wundern, dass Sie mich anschreiben und nicht uns beide zusammen. Sie haben doch gesehen, dass David sehr weit in die ganze Produktion des Beitrags verwickelt war. Und David ist ein Spieler wie Sie, aber halt jemand, der sich den kritischen Blick bewahrt hat.
Davids Email-Adresse habe ich entfernt.Also, lieber Herr Huber, ich muss Ihnen sagen, dass Sie mit Ihrer Antwort einen gewissen Mangel an Medienkompetenz bewiesen haben. Ich hätte mich ja zuerst mal über das Sendungs-Format schlau gemacht: Da hätten Sie gesehen, dass FRAU TV einen ganz besonderen Wert auf die Kommunikation mit den Zuschauern legt. Das heißt, die Infos auf der Internetseite gehören mit zu der jeweiligen Sendung. Das ist a) ein Einführungstext und b) jeweils etwas, was im Anschluss kommt: eine Unterschriftenaktion, Ratschläge etc. Vor kurzem zum Beispiel habe ich eine Unterschrift unter eine Petition für Hebammen (Arbeitssitutaion, Gehalt etc) gesetzt, die im Anschluss an die entsprechende Sendung gestartet wurde. In unserem Falle waren es Ratschläge für Eltern.Weiterhin hätten Sie die Anmoderation des Beitrags nicht als etwas von uns Gestaltetes verstanden. Auch der Redakteur, Arno Klothen, hatte darauf nur bedingt Einfluss. (Ich hatte eigentlich erwartet, dass Sie den Fehler Hundert PUnkte bemerken. Es sind ja nur 5. Haben Sie aber nicht.)
Schließlich noch ein Punkt, der mir bisher auch nicht so klar war: Ein solcher Beitrag ist in unglaublichem Ausmaß das Ergebnis von Schnitten. Ich denke, die Aufnahmezeit war insgesamt ungefähr acht Stunden. Was dabei rauskommt, ist dann für die Gefilmten auch eine Überraschung.
Für mich war ärgerlich, wie viel von Davids Statements und Erklärungen weggeschnitten war.
Da es Intention der Sendung war, möglichst viel von der Gewalt in den Spielen zu zeigen, war es natürlich notwendig, diese aus den Kontext zu reißen. Dass das der Fall war, haben wir ja auch betont. In der Szene, in der ich meien MindMaps zeige, ist ja klar, dass das nur MIni-Auszüge sind.
Vor dem Hintergrund der allgemeinen Gleichsetzung von Spielegewalt und BALLERN, war ich bereit, das hinzunehmen. Auch die Einbindung in den Kontext, die ja zum Beispiel im Falle von Madison im Ansatz vorhanden war, mildert die Obszönität dieser Szene nicht. Ich habe sie ja selber im Kontext erlebt und war trotzdem schockiert.
Ich würde also vorschlagen, dass Sie den Hintergrundtext lesen, und den in Ihre Wahrnehmung einbeziehen.
Wir haben beide von ANFANG an auf eindringlichste betont, dass die Gewalt gegen Frauen in den Spielen keinem frauenfeindlichen Trend entsprich. Ganz am Schluss habe ich dem Redakteur noch einmal eine Mail geschrieben und ihn darauf hingewiesen, dass sowohl David als auch ich der Meinung sind, dass die film-ähnliche Qualität von neueren Spielen die Qualität von Gewalt verändert, sowohl gegen Männer als auch gegen Frauen. Diesen Sachverhalt hat er dann im Belgeittext aufs Beste dargelegt.
Also: Was ich schon oft in Diskussionen mit Ihnen gesagt habe. Erst mal Lesen!!
Die Gewalt gegen Frauen ist für mich ein Thema geworden, als ich in EINER Woche sowohl Dantes Inferno als auch Heavy Rain mit-gespielt hatte. (Das EA Spiel ist leider dem Schnitt zum Opfer gefallen. Darin gibt es übelste Gewalt gegen Frauen und sehr sexistische Dinge) Ich fand diese Bohrerszene so heftig, egal in welcher Variante, ob man nun Madison sterben lässt - was man übrigens für eine Goldtrophäe tun MUSS- oder ob man es so spielt, dass sie sich wehrt. Um deutlich zu machen, dass sie die Akteurin ist, hätte ich die zweite Variante bevorzugt. Aber der Sender wollte die erste. OK: korrekt sind beide.
Die Gewalt gegen Frauen ist Teil der gesamten Spielegewalt. Und da Frau TV eine Sendugn für Frauen ist, fand ich es naheliegend mein Entsetzen über die Heavy Rainszene und über Szenen in Dantes Inferno dort abzuladen. Daraus ist der Beitrag entstanden. Aber dass die Spiele als Ganzes sexistisch sind, bzw. dass ein solcher Trend besteht, genau das ist NICHT unsere Botschaft. Lesen Sie es nach und dann können wir gerne weiter diskutieren.
Wenn Sie aus meinem letzten Satz lesen, dass ich der Meinung bin, die Eltern könnten die Hände in den Schoß legen, sie seien sowieso machtlos, dann haben Sie nicht genau hingehört. Die Aussage zielt auf die Ungleichheit zwischen Eltern und Spieleindustrie. Warum mache ich denn die ganze Aufklärung und habe es mir angetan, Stunden und Stunden gefilmt zu werden? Die Gesamtbotschaft ist eine aufklärerische und richtet sich gegen die allgemeine Subsumierung von Spielegewalt unter den Begriff Ballerspiele. Und natürlich ist sie in erster Linie an Eltern gerichtet. Ich finde es nur empörend, wenn die Probleme, die die Eltern mit dem Medienkonsum ihrer Kinder haben, als deren Gleichgültigkeit oder Schwäche dargestellt werden. Ich höre es praktisch in jeder Diskussion von Eltern, die sich interessieren, sonst wären sie nicht im Vortrag, WIE SCHWER DAS IST.
Und meine Haltung ist die Gleichzeitigkeit von warnendem Zeigefinger, Apellen, dass sie aktiv sein sollen PLUS dem Verständnis für die Schwierigkeit ihrer Lage. In der achtundsechziger Zeit haben wir gelernt, dass zwei gegensätzliche Dinge gemeinsam die Wahrheit ergeben, dass trifft für Analyse wie für Handeln. In der Elternfrage ist es das ganz gewiss der Fall.Was ich über das Jugendschutzparadox gesagt habe, stammt gar nicht von mir. Craig Anderson hat schon vor ein paar Jahren darauf hingewiesen, dass die Einführung des ESRB in Amerika, zu einer Intensivierung von Gewalt in M-rated Games geführt hat. Na klar, die waren ja nur für Erwachsene. Jetzt hatte man freie Hand. Und Kinder kommen doch dran. Wir haben die genausten Forschungen darüber. Der Begriff Jugendschutzparadox - ich glaube er ist nur im Text, und war nicht im Film - stammt von mir. Ich finde ihn sehr passend.
Auch bei dem Punkt ELTERN wäre es hilfreich gewesen, wenn Sie den Begleittext gelesen hätten. Da stehen ja noch Ratschläge für Eltern drin, weniger als ich dem Sender mitgeteilt habe, aber doch einige. Schon von daher ist es absurd zu unterstellen, ich würde den Eltern Machtlosigkeit zuschreiben.Übrigens finde ich Ihre Unkenntnis in Sachen Browserspiele sehr bedauerlich und elitär. Kinder und unbedarfte Leute werden hier aufs übelste abgezockt. Da sollten Sie mal ein Auge drauf haben.
Ich breche jetzt ab, in der Hoffnung, dass Sie beim Studium ALLER relevanter Medien verstanden haben, wie falsch Ihre Überschrift ist.Ich gehe davon aus, dass Sie meine Antwort ungekürzt in Ihr Forum stellen. Es wäre nett, wenn Sie mir einen Link schicken.
Ich hatte einen Email Austausch mit einer jungen Frau, die den Beitrag ähnlich kritisierte, wie Sie. Dann habe ich ihr alles erklärt und Sie schrieb einen langen Brief zurück. Ihr letzter Satz lautete:
In mir haben Sie auf jeden Fall nicht mehr den Gegner, den Sie vor Ihrer Antwort noch hatten.
Mal sehen, was von Ihnen kommt. Vielleicht an David?Herzlichen Gruß Regine Pfeiffer
Sonntag, 26. September 2010
@Regine Pfeiffer
Hallo Frau Pfeiffer,
vielleicht erinnern Sie sich noch an mich. Ich habe Sie letztes Jahr in das Forum von Stigma-Videospiele eingeladen, um über Gewalt in Videospielen zu diskutieren.
Heute Morgen habe ich über Stigma den Beitrag von FrauTV im WDR gesehen, in dem Sie über Gewalt gegen Frauen in Videospielen reden. Ich muss ganz ehrlich sagen, ich bin schockiert wie, in Mangel eines sanfteren Wortes, ignorant Sie teilweise an diese Szenen herangehen.
Nicht nur werfen solche Sendungen ein äußerst fragwürdiges Licht auf Feminismus im Allgemeinen (Gewalt gegen Frauen wird verdammt; bedeutet das etwa, dass Gewalt gegen Männer in Ordnung ist?). Ich finde es auch sehr traurig, dass Sie, nach all ihrer Zeit mit dem Medium, nicht akzeptieren können, wenn in Spielen erwachsene Inhalte behandelt werden.
Sie sagen selber, sie haben Mitgefühl mit Madison in Heavy Rain, weil Sie sie durch das Spiel so gut kennengelernt haben. Aber ist es nicht gerade deswegen, dass die in der Sendung gezeigte Szene so einen massiven Eindruck macht. Eben weil Sie eine Beziehung zu der Figur aufgebaut haben. Das scheint mir ein gängiges Mittel in Filmen und Büchern zu sein. Warum darf ein Videospiel so etwas nicht tun?
Nicht zuletzt finde ich es äußerst fragwürdig, dass Sie diese Szenen sammeln um sie für Präsentationen zusammen zu stellen. Sie können all diese Momente doch nicht einfach so dem Kontekt entnehmen! Ein Videospiel ist ein Gesamtprodukt und sie reduzieren Sie für Ihr Publikum und sich selbst weiterhin auf ein paar ausgewählte Szenen und erschweren so den Dialog zwischen Spielern und Nicht-Spielern. Ich hatte wirklich gehofft ich wäre zu Ihnen durchgedrungen, als ich Ihnen damals im Stigma-Forum beschrieben habe, was für einen Eindruck die Geschichte von GTA4 auf mich gemacht hat, aber es scheint vergebens.
Ich habe in meinem Blog einen etwas ausführlicheren Kommentar zur Sendung und ihren Aussagen geschrieben. Ich habe mir Mühe gegeben bin ich etwas geflegter auszudrücken als sonst, aber am Ende war mein Frust über ihre finale Aussage über die Machtlosigkeit der Eltern doch zu groß.
http://greenninja87.blogspot.com/2010/09/regine-pfeiffer-videospiele-und.html
Wie gesagt, ich finde es sehr schade, dass unsere Diskussion im Forum vor einem Jahr so unfruchtbar zu Ende ging. Und auch, dass selbst Ihre intensive Auseinandersetzung mit dem Medium anscheinend nicht die Begeisterung für Videospiele wecken konnte, die mich und andere Spieler dazu bringt unser Hobby so leidenschaftlich zu verteidigen.
mfg Konrad Huber
*Ninja vanish*
Regine Pfeiffer, Videospiele und Sexismus
Es handelt sich um eine WDR-Sendung namens FrauTV, in der über Gewalt gegen Frauen in Videospielen berichtet wird, in Zusammenarbeit mit Regine Pfeiffer. Einige Leser werden sich vielleicht noch daran erinnern, wie die Community von Stigma versucht hat mir ihr eine längere Diskussion einzugehen. Leider ohne wirkliche Erfolge auf beiden Seiten. Auf jeden Fall hier der Beitrag:
Ich werde mir Mühe geben, diesen Post etwas höflicher zu formulieren, weil ich plane den Link danach an Frau Pfeifer weiter zu leiten. Auch wenn ihr Postfach an diesem Punkt vermutlich schon randvoll mit Spam Mail ist. :P
Aber gehen wir das ganze doch mal Stück für Stück durch:
1. Wenn ich das richtig sehe, dann ist die Sendung Frau TV leicht feministisch angehaucht. Deswegen wird gleich am Anfang betont, dass man in Der Pate eine Frau erdrosseln kann. Das ist das erste mal, dass darauf Aufmerksam gemacht wird, dass man in diesem Spielen Frauen töten kann. Ich sag dazu gleich noch mehr.
2. War ja klar, dass es um der Pate geht. Das ist, wie einige von euch möglicherweise wissen, eines der Lieblingsspiele von Frau Pfeiffer. Aber ich wüsste nicht, dass es so wahnsinnig beliebt ist. Es ist einfach ein weiteres Open World Gangster-Spiel.
3. Okay, Red Dead Redemption. Ich kann nachvollziehen, dass diese Szene auf manche Leute etwas seltsam wirkt, aber eine Frau in Nöten im Wilden Westen auf Schienen fesseln ist doch ein klassisches Motiv, oder etwa nicht?
Mehr noch als ein Motiv, es ist eigentlich schon eher ein Klischee. Es hat eine TV Tropes Page for crying out loud! Okay, so ziemlich alles hat einen TV Tropes Eintrag (ich hab selber wieder ne halbe Stunde auf der Seite vergeudet, als ich an dem Artikel hier geschreiben hab), aber es bleibt ein ausgelutschtes Klischee.
Und wir reden hier immerhin von Rockstar. Die saßen nicht in ihren dunklen Zimmern und dachten sich: "0h, jetzt sind wir mal so richtig sexistisch und vergeben eine Trophäe dafür wenn man Frauen möglichst graußam umbringt". Es ist eine Anspielung, eine Hommage, ein verdammter Running Gag!
4. Die Szenen aus Grand Theft Auto San Andreas und Red Dead Redemption in denen man Frauen "von hinten angreifen" oder ihnen die "Kehle durchschneiden kann". Es geht hier nicht darum, dass man das mit Frauen machen kann. GTA und RDR haben eine offene Spielwelt in der man machen kann was man will. Es ist genauso möglich Männern anzugreifen und zu töten.
Das hat mich an Feminismus eh schon immer gestört. Diese merkwürdige Doppelmoral, wenn man laut aufschreit wenn Frauen Leid angetan wird und dabei aber impliziert, dass es bei Männern okay ist. Oder habe ich da irgendwas nicht kapiert?
5. Heavy Rain... Ich besitze leider keine Play Station 3 und deswegen steht HR noch auf der immer länger werdenden Liste von PS3 Spielen die ich unbingt noch spielen will. Aber wie kann es an allen Beteiligten vorbei gehen, dass nicht nur der weibliche Charakter hier das Opfer ist, sondern der Spieler selbst. Das "wehrlose, unterlegene Objekt" wird von uns gesteuert.
In einem Literaturkurs hat man mir beigebracht, dass man den Erzähler auf keinen Fall mit dem Autor verwechseln darf. So etwas ähnliches muss auch hier gelten. Es waren nicht die Entwickler von Quantic Dream, die Madison dort auf den Tisch gefesselt haben, sondern der irre Killer.
6. "Regine Pfeiffer stellt solche Szenen zusammen und zeigt sie auf Vorträgen." Hier ist ein Gedanke: Diese Zusammenschnitte wirken sicher Wunder wenn es darum geht zu provozieren, aber man doch nicht einfach den kompletten Kontext um die Szene drum herum weglassen. Was ist so eine Szene ohne Hintergrund, ohne Zusammenhang? Ich kann auch einfach ein paar Szenen aus Videospielen aus dem Kontext reissen und sehen was dabei heraus kommt.
- In Super Mario Land verwandelt sich die Frau 3 mal hintereinander in ein hässliches Monster und flieht vor dem Helden.
- In Castlevania: Symphony of the Night sehen wir wie Frau an einem Kreuz hängt und den Helden zum Morden auffordert und sich dann in einen Dämon verwandelt. Hier ein Video.
- In Metal Gear Solid kämpft man ganz oft gegen Frauen. Ich bin zu faul ein Beispiel rauszusuchen.
8. Dann gibt es wieder einen Hoffnungsschimmer. Frau Pfeiffer redet darüber, dass sie Madison "begleitet hat", dass sie weiß wie sie leidet. Natürlich ist es drastischer, wenn sie den Charakter kennt. Das ist der ganze Sinn daran. Wir führen ein Charakter ein, bauen eine Beziehung zum Konsumenten der Geschichte auf und bringen sie dann in eine dramatische Situation. Das ist doch völlig normal! Wie kann dieser Beitrag überhaupt existieren, wenn Frau Pfeiffer darlegt, dass sie selber mit ihr mitfühlt. ARGH! Darum geht es doch in Fiktion, in Büchern, in Filmen!
9. Ich sage jetzt einfach mal nichts über Browser Games. Ich halte generell nicht viel von ihnen und ich kam noch nicht dazu mich wirklich damit auseinander zu setzen.
10. Die BPjM würd ich gerne mal besichtigen gehen. Mit einem Einkaufswagen.
11. Ab Minute 7 kommt Frau Pfeiffer auf den Punkt zu sprechen den auch ihr Bruder gerne benutzt. Es gibt eine oberste Altersgrenze und die wird von den Entwicklern "missbraucht", in dem sie die Spiele so brutal wie möglich machen. Natürlich, es sind ja auch Sachen für Erwachsene. Und auch, wenn dieses Argument schon längst kalter Kaffee ist: Ich sehe nicht, dass irgendjemand den Verkauf und vorallem die Bewerbung von Alkohol verbieten würde, nur weil Jugendliche dann zur Flasche greifen.
Und der letzte, wichtigste Punkt:
12. "Es ist eine Schande, dass den Eltern diese schwere Aufgabe aufgebürdet wird." Welche Aufgabe? Erziehung? Ich schreib das ja inzwischen immer öfters, aber... HALLO? GEHT'S NOCH? Das darf doch einfach nicht wahr sein! Hallo, McFly, jemand zuhause? Es ist die verdammte Aufgabe der Eltern bei sowas einzuschreiten. Es ist völlig egal wie groß die Spieleindustrie und wie bösartig deren Marketing-Lakeien aus der Hölle sind. Man kann doch nicht einfach sagen, dass das eine zu schwere Aufgabe für Eltern ist, darauf zu achten was ihre Kinder spielen. Es ist Teil des Erziehungsauftrags!
Es tut mir herzlich Leid Frau Pfeiffer, aber diese Aussage ist völliger Humbug. Sie können doch nicht einfach die Eltern dieses Landes kollektiv von ihren Pflichten entbinden, in dem sie behaupten, es wäre eine zu starke Last gegen das Marketing der Videospielindustrie anzukommen.