Neulich stand ich mal wieder in einem Videospielladen, als ein Vater mit seinem Sohn herein kam. Der Vater war irgendwas um die Ende 30 oder so, sein Sohn garantiert noch keine 8. Beide vermutlich arabischer Abstammung (hoffe das ist so politisch korrekt genug), der Vater spricht mit Akkzent. Er fragt nach PSP-Spielen, der Junge hält seinen weißen Sony-Handheld fest in einer Hand. Der Verkäufer verweißt den Vater auf das Regal mit den PSP-Games und kurze Zeit später tritt er wieder an die Kasse und legt ein Spiel auf den Tisch: Grand Theft Auto: Vice City Stories.
...
Ich bin erstmal fassungslos. Der Verkäufer weißt den Vater auf die Alterskennzeichnung hin, er nimmt es zur Kenntnis und kauft das Spiel trotzdem. Ich hab gesagt, dass der Knirps noch keine 8 gewesen sein kann, oder? Eher so 6. Und sein Vater kauft für ihn fucking Grand Theft Auto!
Erstmal der juristische Teil: Das Spiel wurde an den Vater verkauft und ihm steht es frei dieses von der USK ausgezeichnete Spiel an seinen Sohn weiter zu geben. Aus dem F.A.Q. der Behörde:
Gibt es behördliche Konsequenzen für Eltern, die sich nicht an die Altersangaben halten?
Nein, der Staat regelt nicht, wie welche Medieninhalte Eltern zu Hause
ihren Kindern zugänglich machen. Das ist und bleibt Recht und
Verantwortung der Eltern.
Rein rechtlich gesehen ist hier alles total in Ordnung. Aber ich glaube nicht, dass der Vater eine Vorstellung davon hat, was er seinem Sohn da grade gekauft hat. Auf der anderen Seite glaube ich auch nicht, dass der Kleine wirklich realisiert, was er da bekommen hat. Vermutlich wird er 'ne Weile mit dem Auto rumfahren und irgendwann durch Zufall die Schusstaste entdecken.
Die Frage ist: Wie soll man mit so einer Situation umgehen? Als Verkäufer versucht man unter Umständen einem Konflikt mit dem Kunden aus dem Weg zu gehen. Kann ich bis zu einem gewissen Grad nachvollziehen. Würde es selber nicht so tun, aber man muss auch die Position dieses Verkäufers bedenken. Ich hatte selber überlegt mich noch einzuklinken, hatte aber nicht das Gefühl, dass es bei diesem Fall viel bringen würde. Rückblickend hätte ich doch was sagen sollen, aber das wäre dann auch sehr respektlos den Mitarbeitern gegenüber gewesen.
Am meisten frustriert mich an dieser ganzen Geschichte, dass das Kind jetzt an einem Spiel sitzt, dass es womöglich gar nicht versteht. Dabei gäbe es auf der PSP doch sicher noch geeignetere Titel.
Mir wurde gesagt ich sollte öfters hier was posten. Das lässt sich einrichten. Mir wurde außerdem gesagt, dass meine Posts besser sind, wenn ich einfach drauflose schreibe und nicht ewig an einem Text rumhirne. Auch das kommt mir entgegen. Ich werde also in Zukunft versuchen öfters was im Blog zu posten, auf die Gefahr hin, dass es nicht so wahnsinnig gut ausformuliert ist wie meine Artikel und Kolumen auf Gamersunity. Here goes:
Gestern Abend habe ich zum ersten Mal Point Break gesehen. Bisher kannte ich den Film nur über Hot Fuzz und dann lag er im Müller in der 5 Euro Kiste. Insgesamt ein echt solider Film, wenn auch mit für meinen Geschmack zu wenig Explosionen. War auch sehr schön zu sehen, dass es echt mal eine Zeit gab in der das Kanu Reeves schauspielern konnte. Im 4. Akt (folgen wir der Theorie, dass sich Filme leichter in 5 als in 3 Akte aufteilen lassen) kommt es zu einem weiteren Banküberfall durch die Bande bekannt als die Ex-Präsidenten. Youtube lässt mich das Video nicht einbetten, wenn ihr wollt könnt ihr es euch hier nochmal ansehen. In dieser Szene fiel mir ein ganz bestimmter Moment auf, in dem ein Polizist versucht die Ex-Präsidenten aufzuhalten. Auch wenn der Wortlaut nicht der selbe ist, erinnerte mich das massiv an eine Szene in Grand Theft Auto IV. Um genau zu sein der Banküberfall, welcher als Intro von The Ballad of Gay Tony dient (was ich eigentlich echt mal weiter spielen sollte). Ich denke es ist nicht zu weit hergeholt diese Szene im Spiel als ein Zitat des Films zu betrachten, oder? Auf jeden Fall brachte mich das dazu über einen Gedanken weiter zu führen den kürzlich hatte: Wie oft werden Videospiele eigentlich zitiert? Nicht einfach nur die Worte. Sowas macht man ja ständig. Wie passend, du kämpfst wie eine Kuh. Seht ihr?
Möglicherweise sollte ich kurz erläutern wie ich darauf komme. In meinem letzten Semester an einer Hochschule besuchte ich ein Seminar für Filmgeschichte. Es dürfte an diesem Punkt klar sein, dass ich unter Anderem auch ein ziemlicher Filmnerd bin. Prinzipiell bevorzuge ich zwar Actionfilme, aber ich möchte auch mehr über das Medium Film lernen, nicht zuletzt um zu sehen was sich davon auf das Medium der Videospiele übertragen lässt. In besagtem Kurs haben wir so einige ziemlich alte Schinken gesehen und ich muss gestehen, dass ich mit den meisten nicht so viel anfangen konnte. Fahrraddiebe zum Beispiel hat mich völlig kalt gelassen. Und die 10 Minuten die ich in dem Kurs aus einem Film von Lars von Trier gesehen habe reichen für ein ganzes Leben.
Ein Film hat mich aber schon mehr interessiert, wenn auch weniger wegen der Handlung selber, als durch den Einfluss den er hatte. Hand hoch, wer schonmal von Panzerkreuzer Potempkin gehört hat. In diesem Film gibt es eine sehr berühmte Szene, in der die Bevölkerung einer Stadt panisch vor einem Trupp Soldaten eine große Treppe hinunter flüchtet. Es kann gut sein, dass ihr noch nie von diesem Film oder dieser Szene gehört habt. Aber die meisten von euch werden sicher schonmal einen Film gesehen haben, in der die berühmte Treppenszene zitiert wird. Und wenn es nur die Nackte Kanone 33 1/3 war. Es gibt nämlich eine ganze Reihe von Regisseuren die genau diesem Film mit einem Zitat ihren Tribut zollten. Hier gibt es eine sehr schöne Zusammenfassung.
Kommen wir also zurück zu GTA4 und Videospielen generell. Hier wurde eine Szene aus einem Film in ein Videospiel übertragen. Angesichts des Settings keine große Überraschung. Aber erneut griff das Medium Videospiel auf das Medium Film zurück. In einem Spiel, welches so von Zwischensequenzen dominiert wird wie GTA an sich auch nachvollziehbar. Aber ich habe mich dann gefragt: Wie oft zitieren Videospiele eigentlich andere Videospiele?
Diese Frage ist, wenn ich so drüber nachdenke, gar nicht so leicht zu beantworten. Nehmen wir zum Beispiel die Deckungsmechanik in 3rd-Person-Shootern: Das sich ein Charakter in Deckung begibt ist an sich nichts Neues. Aber es war Gears of War, welches das Ducken hinter hüfthohen Mauern zum Industriestandard für neue Shooter machte. Ist das jedes mal ein Zitat? Oder wurde dieses Konzept dafür zu sehr gemolken? Wie oft war es die Entscheidung der Designer ein solches System zu integrieren und wie oft wurde es vom Publisher verlangt?
Wenn ein Gameplay-Konzept die Branche derartig dominiert, kann man eigentlich kaum in dem Maß von einem Zitat sprechen. Trend wäre eine passendere Bezeichnung. Aber was ist dann ein Spielzitat Ein Gedanke der mir neulich während des Schreibens einer Kolumne kam die ihr hoffentlich in nicht allzu ferner Zukunft einmal lesen werdet, war ein Zitat aus Metroid im ersten Dead Space. Erst im Abspann nimmt der Held Isaac Clarke seinen Helm ab. Zum ersten Mal sehen wir den Mensch hinter der Maske, sehen, wie ihn die Ereignisse mitgenommen haben. Und nicht zuletzt würden die finalen Sekunden dieses Spiels nicht die selbe Wirkung haben, hätte er seinen Helm immer noch auf.
Ein ähnliches Konzept kennen wir aus der Metroid-Serie. Damals war es ein ziemlich großes Ding, als am Ende enthüllt wurde, dass der Held des Spiels eine Frau war. Und auch wenn Samus Arans Geschlecht heutzutage vermutlich niemanden mehr überraschen wird, ist es dennoch Teil der Serie, dass die Kopfgeldjägerin im Abspann ihrem Helm, oder falls ihr schnell und gut genug seid, ihre ganze Rüstung ablegt. Während ich diese Zeilen schreibe, kommt mir der Gedanke, dass das dem Ende von Dead Space gar nicht so unähnlich ist. Nachdem wir uns stundenlang mit Samus durch finstere Höhlen und verlassene Raumschiffe gekämpft haben, zeigt uns diese Szene, dass tatsächlich ein Mensch in dieser Rüstung steckt. Bedenkt man die Szenarios der beiden Serien scheinen es also ganz so, als würde Dead Space in der Tat Metroid zitieren.
Wie seht ihr das? Macht das Sinn, was ich grade geschrieben habe? Fallen euch vielleicht andere Beispiele ein? Und soll ich den Rest des Abends Modelle für meine Chaos Armee bemalen oder lieber Condemned weiter spielen?
Mitte der Woche veröffentlichte Frau Regine Pfeiffer einen Blog Post in dem sie auf diverse Anschuldigungen bez. der Frau TV Sendung vom letzten Monat einging. Darunter auch ein besonderer Abschnitt, in dem sie endlich den graußamen Antisemitismus der Entwickler von GTA4 aufdeckt. Dort, auf einer kleinen, unscheinbaren Mauer sitzt ein Jude. Sitzt da ganz friedlich, tut niemandem weh und existiert laut Frau Pfeiffer einzig und allein um rassisstische Gewalt zu provozieren.
Da sitzt er. Schon schlimm. Liberty City soll ein Ort des Friedens und des Wohlstands sein. Und jetzt haben die bösartigen Mitarbeiter von Rockstar da einfach so einen Juden plaziert, dass man all seine rassisstischen Tendenzen an ihm ausleben kann.
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Oder so wäre es zumindest, wenn das nicht einfach ein zufällig ausgewählter NPC sei und sich auch regelmäßig andere Charakter an dieser Stelle finden würden und sich die Behauptung von Frau Pfeiffer somit als völliger Unsinn herraus stellt.
Wisst ihr, ich gebe mir wirklich Mühe bei dem was ich hier mache. Ich schreibe nicht über Indizierung, Zensur und "Killerspiel"-Debatte weil ich so viel Spaß dran habe, sondern weil das ein Thema ist, das mir wirklich wichtig ist. Und ich diskutiere wirklich gerne mit Leuten die anderer Meinung sind als ich. Anderen Gamern muss ich nicht erklären warum ich so gerne zocke, die haben alle ihre eigenen Gründe. Deswegen bemühe ich mich so, Texte an Leute zu schreiben die mit Videospielen weniger anfangen können.
Als ich im letzten Sommer die Diskussion mit Regine Pfeiffer ins Rollen brachte, dachte ich wirklich ich könnte was bewirken. Ihren Texten nach zu urteilen, schien sie einfach nicht zu verstehen, worum es in manchen Spielen geht, was Spieler daran so reizt und ich hatte die Hoffnung ihr dies zu erklären.
Nach dem Beitrag bei Frau TV letzten Monat, habe ich wieder Kontakt mit ihr aufgenommen, aber das war nicht so wahnsinnig ergiebig. Eigentlich wollte ich ihr unbedingt noch mal schreiben, ein bisschen weiter argumentieren, aber ich hab es aus diversen Gründen nicht geschafft. Ihr habt es möglicherweise mitbekommen, wie aktiv ich in den letzten Wochen hier und auf GU war und da hat es einfach nicht mehr reingepasst.
Jetzt bin ich an dem Punkt, wo es eigentlich egal ist. Frau Pfeiffer hat mal wieder selbst einen Blog Post verfasst, um auf die vielen Anschuldigungen einzugehen, die sie zu ihrem Fernsehbeitrag erreicht haben. Ich bin grade zu erschöpft um mich mit jeder einzelnen auseinander zu setzen, deswegen beschränke ich mich auf folgenden Abschnitt:
Der alte Jude auf der Brücke:
Sie hatten verschiedene Erklärungen dafür gefunden, dass der alte Jude hier auf dem Brückengeländer sitzt. Ohne, dass Sie das Bild gesehen hatten, waren Sie der Meinung, hier würde sich jemand ausruhen. Schauen Sie es sich an und geben Sie mir EINEN vernünftigen Grund für das Arrangement. Der Jude sitzt hier ausschließlich, um rassistische Gewalt zu ermöglichen. Welchen realistischen Grund sollte es sonst für diese absurde Platzierung geben?
Okay, es gibt also in GTA4 eine Szene in der "ein Jude" auf einer Brücke sitzt. Frau Pfeiffer will eine realistische Begründung für dieses Szenario. Wie wäre es hiermit: Dieser Jude der dort auf der Brücke sitzt ist ein austauschbarer NPC. Es ist VÖLLIGER ZUFALL, dass er in dieser Szene so aussieht. Wenn ich jetzt mein GTA ins Laufwerk legen und zu dieser Brücke fahren würde, dann säße da vielleicht eine ganz andere Figur. Ein Polizist. Oder ein dicker Passant. Oder eine Frau. Wenn man auf ihn mit einer Waffe zielt, dann verhällt er sich genauso wie ein anderer NPC. Er fängt auch nicht an Jud Süß zu zitieren oder sowas.
Aber dieser Gedanke ist für Frau Pfeiffer anscheinend zu naheliegend. Es kann offensichtlich nur einen Grund für dieses Szenario geben. Die Programmiere sind alles Antisemiten.
Ich habe grade echt keinen Bock mehr, da viel drüber zu schreiben. Diese ganze Annahme ist dermaßen absurd, dass man da eigentlich gar nichts zu sagen muss. Wenn ich solche Zeilen lese, dann fühle ich mich, als wären all die Stunden im Stigma-Forum und die Mails und Telefonate mit Frau Pfeiffer völlige Zeitverschwendung gewesen. Und das finde ich echt schlimm! Nicht, dass ich die Zeit selbst vergeudet habe, sowas mach ich ständig. Es ist einfach unfassbar, dass eine Person so umheimlich versteift darauf sein kann, irgendwo etwas Böses zu finden, dass sie nach solchen Strohhalmen greift.
Frau Pfeiffer, es tut mir herzlich Leid, aber mit Ihnen zu diskutieren macht einfach keinen Sinn mehr.
*Ninja schüttelt traurig den Kopf und geht schlafen*
Eigentlich bin ich wirklich kein großer Fan davon einfach News zu nehmen die ich auf Stigma-Videospiele gelesen habe und dann einen längeren Kommentar darüber zu schreiben. Ich will mit diesem Blog was bewegen und das klappt nicht, indem ich genau das gleiche mache wie die vielen User bei Stigma, die bereits dort Kommentare veröffentlich haben. Aber wieder einmal sitze ich hier vor einem Video bei ich gar nicht anders kann als mich genauer auseiner zu setzen.
Es handelt sich um eine WDR-Sendung namens FrauTV, in der über Gewalt gegen Frauen in Videospielen berichtet wird, in Zusammenarbeit mit Regine Pfeiffer. Einige Leser werden sich vielleicht noch daran erinnern, wie die Community von Stigma versucht hat mir ihr eine längere Diskussion einzugehen. Leider ohne wirkliche Erfolge auf beiden Seiten. Auf jeden Fall hier der Beitrag:
Ich werde mir Mühe geben, diesen Post etwas höflicher zu formulieren, weil ich plane den Link danach an Frau Pfeifer weiter zu leiten. Auch wenn ihr Postfach an diesem Punkt vermutlich schon randvoll mit Spam Mail ist. :P
Aber gehen wir das ganze doch mal Stück für Stück durch:
1. Wenn ich das richtig sehe, dann ist die Sendung Frau TV leicht feministisch angehaucht. Deswegen wird gleich am Anfang betont, dass man in Der Pate eine Frau erdrosseln kann. Das ist das erste mal, dass darauf Aufmerksam gemacht wird, dass man in diesem Spielen Frauen töten kann. Ich sag dazu gleich noch mehr.
2. War ja klar, dass es um der Pate geht. Das ist, wie einige von euch möglicherweise wissen, eines der Lieblingsspiele von Frau Pfeiffer. Aber ich wüsste nicht, dass es so wahnsinnig beliebt ist. Es ist einfach ein weiteres Open World Gangster-Spiel.
3. Okay, Red Dead Redemption. Ich kann nachvollziehen, dass diese Szene auf manche Leute etwas seltsam wirkt, aber eine Frau in Nöten im Wilden Westen auf Schienen fesseln ist doch ein klassisches Motiv, oder etwa nicht?
Mehr noch als ein Motiv, es ist eigentlich schon eher ein Klischee. Es hat eine TV Tropes Page for crying out loud! Okay, so ziemlich alles hat einen TV Tropes Eintrag (ich hab selber wieder ne halbe Stunde auf der Seite vergeudet, als ich an dem Artikel hier geschreiben hab), aber es bleibt ein ausgelutschtes Klischee. Und wir reden hier immerhin von Rockstar. Die saßen nicht in ihren dunklen Zimmern und dachten sich: "0h, jetzt sind wir mal so richtig sexistisch und vergeben eine Trophäe dafür wenn man Frauen möglichst graußam umbringt". Es ist eine Anspielung, eine Hommage, ein verdammter Running Gag!
4. Die Szenen aus Grand Theft Auto San Andreas und Red Dead Redemption in denen man Frauen "von hinten angreifen" oder ihnen die "Kehle durchschneiden kann". Es geht hier nicht darum, dass man das mit Frauen machen kann. GTA und RDR haben eine offene Spielwelt in der man machen kann was man will. Es ist genauso möglich Männern anzugreifen und zu töten. Das hat mich an Feminismus eh schon immer gestört. Diese merkwürdige Doppelmoral, wenn man laut aufschreit wenn Frauen Leid angetan wird und dabei aber impliziert, dass es bei Männern okay ist. Oder habe ich da irgendwas nicht kapiert?
5. Heavy Rain... Ich besitze leider keine Play Station 3 und deswegen steht HR noch auf der immer länger werdenden Liste von PS3 Spielen die ich unbingt noch spielen will. Aber wie kann es an allen Beteiligten vorbei gehen, dass nicht nur der weibliche Charakter hier das Opfer ist, sondern der Spieler selbst. Das "wehrlose, unterlegene Objekt" wird von uns gesteuert. In einem Literaturkurs hat man mir beigebracht, dass man den Erzähler auf keinen Fall mit dem Autor verwechseln darf. So etwas ähnliches muss auch hier gelten. Es waren nicht die Entwickler von Quantic Dream, die Madison dort auf den Tisch gefesselt haben, sondern der irre Killer.
6. "Regine Pfeiffer stellt solche Szenen zusammen und zeigt sie auf Vorträgen." Hier ist ein Gedanke: Diese Zusammenschnitte wirken sicher Wunder wenn es darum geht zu provozieren, aber man doch nicht einfach den kompletten Kontext um die Szene drum herum weglassen. Was ist so eine Szene ohne Hintergrund, ohne Zusammenhang? Ich kann auch einfach ein paar Szenen aus Videospielen aus dem Kontext reissen und sehen was dabei heraus kommt.
In Super Mario Land verwandelt sich die Frau 3 mal hintereinander in ein hässliches Monster und flieht vor dem Helden.
In Castlevania: Symphony of the Night sehen wir wie Frau an einem Kreuz hängt und den Helden zum Morden auffordert und sich dann in einen Dämon verwandelt. Hier ein Video.
In Metal Gear Solid kämpft man ganz oft gegen Frauen. Ich bin zu faul ein Beispiel rauszusuchen.
7. Frau Pfeiffer beteuert, dass man keine Frauen töten muss, verurteilt aber wieder alleine, dass es die Option gibt dies zu tun. Ich kann an diesem Punkt nichts anderes tun als nochmal zu betonen, dass es sich hier um ein Open-World-Spiel handelt. Der Spieler entscheidet selbst, was er tut. Wie soll sich das Medium weiter entwicklen, wenn man eine Erweiterung der Interaktivität dämonisiert?
8. Dann gibt es wieder einen Hoffnungsschimmer. Frau Pfeiffer redet darüber, dass sie Madison "begleitet hat", dass sie weiß wie sie leidet. Natürlich ist es drastischer, wenn sie den Charakter kennt. Das ist der ganze Sinn daran. Wir führen ein Charakter ein, bauen eine Beziehung zum Konsumenten der Geschichte auf und bringen sie dann in eine dramatische Situation. Das ist doch völlig normal! Wie kann dieser Beitrag überhaupt existieren, wenn Frau Pfeiffer darlegt, dass sie selber mit ihr mitfühlt. ARGH! Darum geht es doch in Fiktion, in Büchern, in Filmen!
9. Ich sage jetzt einfach mal nichts über Browser Games. Ich halte generell nicht viel von ihnen und ich kam noch nicht dazu mich wirklich damit auseinander zu setzen.
10. Die BPjM würd ich gerne mal besichtigen gehen. Mit einem Einkaufswagen.
11. Ab Minute 7 kommt Frau Pfeiffer auf den Punkt zu sprechen den auch ihr Bruder gerne benutzt. Es gibt eine oberste Altersgrenze und die wird von den Entwicklern "missbraucht", in dem sie die Spiele so brutal wie möglich machen. Natürlich, es sind ja auch Sachen für Erwachsene. Und auch, wenn dieses Argument schon längst kalter Kaffee ist: Ich sehe nicht, dass irgendjemand den Verkauf und vorallem die Bewerbung von Alkohol verbieten würde, nur weil Jugendliche dann zur Flasche greifen.
Und der letzte, wichtigste Punkt:
12. "Es ist eine Schande, dass den Eltern diese schwere Aufgabe aufgebürdet wird." Welche Aufgabe? Erziehung? Ich schreib das ja inzwischen immer öfters, aber... HALLO? GEHT'S NOCH? Das darf doch einfach nicht wahr sein! Hallo, McFly, jemand zuhause? Es ist die verdammte Aufgabe der Eltern bei sowas einzuschreiten. Es ist völlig egal wie groß die Spieleindustrie und wie bösartig deren Marketing-Lakeien aus der Hölle sind. Man kann doch nicht einfach sagen, dass das eine zu schwere Aufgabe für Eltern ist, darauf zu achten was ihre Kinder spielen. Es ist Teil des Erziehungsauftrags!
Es tut mir herzlich Leid Frau Pfeiffer, aber diese Aussage ist völliger Humbug. Sie können doch nicht einfach die Eltern dieses Landes kollektiv von ihren Pflichten entbinden, in dem sie behaupten, es wäre eine zu starke Last gegen das Marketing der Videospielindustrie anzukommen.