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Mittwoch, 25. Juli 2012

Zusätzliches FSK-Kennzeichen für Eltern

Ist 'ne Weile her, dass ich mich über eine Entscheidung des Familienministeriums aufregen konnte, aber jetzt hat auch die gute Frau Schröder endlich eine tolle Idee, wie man den Jugendschutz in Deutschland unnötig erweitern und verkomplizieren kann: Aktuell dürfen sich Kinder ab 6 Jahren in Begleitung der Eltern auch Filme ab 12 ansehen. Das geht natürlich überhaupt nicht. Wo kommen wir denn da hin, wenn die Eltern entscheiden, was ihre Kinder sehen dürfen und was nicht?!

Die Lösung ist, wie wir es von Familienministrium gewohnt sind, mal wieder einfach und genial. Und damit meine ich Resourcenvergeudend und bekloppt. Die FSK soll in Zukunft bestimmte Filme noch genauer prüfen, welche Filme in Begleitung der Eltern auch für unter 12-Jährige geeignet sind. Dafür soll dann die Zusatzkennzeichnung "Elternbegleitetes Kino" eingeführt werden.
Was für ein selten dämlicher und unnötiger Eingriff in die Erziehung von Seiten des Staats. FSK-Kennzeichen? Meinetwegen (auch wenn sie immer noch lächerlich groß sind). Aber das muss doch reichen. Als Elternteil muss man doch selbst in der Lage sein sich über einen Film zu informieren und zu entscheiden, ob er für die eigenen Kinder geeignet ist oder nicht. Wenn ich Kinder hätte, wäre das eine gute Gelegenheit mal wieder einen gepfefferten Brief für die Ministerin zum ignorieren zu schreiben.

Quelle: Spiegel.de

Sonntag, 20. Februar 2011

Ungeschnittene Filme in Zukunft nur auf Blu-Ray?

Das ich ein großer Fan von Heimkino bin dürfte inzwischen klar sein. Bisher konnte ich aber auf den Trend zu HD-Filmen verzichten. Das liegt zum einen daran, dass ich mir keinen Blu-Ray Player kaufen will, da ich in absehbarer Zeit noch unbedingt eine PS3 meiner Sammlung hinzufügen möchte und ein reiner Player somit sinnlos wäre.
Zum anderen hat mich die neue Qualität noch nicht wirklich überzeugt. Jedes mal wenn ich in einem Fachgeschäft einen HD-Fernsehr sehe auf dem eine Blu-Ray läuft, sieht das Bild unheimlich seltsam aus. Das mag daran liegen, dass es für mich noch ungewohnt bin, aber mein Eindruck war meist der, dass selbst Hollywood Blockbuster wie X-Men auf einmal aussehen als wäre es eine billige ZDF-Krankenhaussoap.

Soviel zur Einleitung. Wie ich heute morgen auf Schnittberichte gelesen habe, erscheint der Film Die Legende der Wächter, eine Kinderbuchverfilmung von Watchmen Regisseur Zack Snyder (was ne Kombination xD ), in 2 Fassungen. Eine geschnittene FSK 6-Fassung auf DVD und eine ungeschnitte 12er-Fassung auf Blu-Ray.

Ist das nur der Anfang? Werden in Zukunft mehr Studios sich dieser Methode bedienen um den Verkauf von Blu-Rays anzukurbeln? Wäre ziemlich dreist und es stellt sich die Frage was man diesem Trend entgegen setzen kann und ob das in Zukunft auch andere Filme betrifft. Erscheint der nächste Robert Rodriguez-Film dann nur in einer 16er Fassung auf DVD.
Und, noch viel wichtiger: Wenn ich mir in Zukunft auch noch Blu-Rays kaufen muss, wo zum Geier soll ich die hinstellen? Mein Regal platzt doch schon wieder aus allen Nähten. xD

Anyway, ich hätte Legend of the Guardians gerne gesehen, aber jetzt werde ich wohl auf die BluRay-Fassung warten müssen.

*Ninja vanish*

Montag, 27. Dezember 2010

Ich sehe dich, FSK

Jedes mal wenn ich denke jetzt ist alles zum Thema FSK-Logos und Wendecover gesagt, finde ich wieder was, über das ich schreiben muss. Dieses mal aber leider wieder etwas das zeigt, dass die Idee mit dem Wendecover noch nicht bei jedem angekommen ist.
Mein Bruder hat zu Weihnachten die Extended Edition von James Camerons Avatar bekommen. Der Schuber war wie üblich verschweißt in Folie und auf der Folie befand sich ein Aufkleber mit dem FSK-Logo. Nach dem Entfernen der Folie hatte meinen einen schönen, simplen Pappschuber ohne groß Tara. Einfach nur ein Bild aus dem Film. Aber IN dem Schuber war die normale DVD Hülle und darauf prangerte wieder das aufgedruckte FSK-Logo. Und noch dazu ohne Wendecover, da die Rückseite des Covers nochmal ein anderes Motiv trägt.

Sehr ärgerlich das Ganze. Und nur so nebenbei, Disney hat das mit dem Wendecover auch noch nicht ganz kapiert. Weder meine DVD von Toy Story 3 noch Prince of Persia haben eines. -_-

*Ninja vanish*

Mittwoch, 1. Dezember 2010

FSK: Kino vs. DVD

Anfang November habe ich eine E-Mail an die FSK geschickt mit einer Anfrage bezüglich einer Sache die mich schon länger irritiert hat. Ab und zu kommt es vor, dass DVD-Veröffentlichung eine andere FSK-Wertung als der Film im Kino bekam. Beispiel: Crank 2: High Voltage
Um der Sache auf den Grund zu sehen habe ich einfach mal nachgefragt und meine Vermutungen wurden tatsächlich bestätigt.

Meine Mail:

Sehr geehrte Mitarbeiter der FSK,

mein Name ist Konrad Huber und ich hätte da eine Frage bezüglich der
Bewertungsmethoden ihrer Einrichtung.

Im April 2009 erschien der Film "Crank 2: High Voltage" in den deutschen Kinos. Die ungeschnittene Fassung welche im Kino zu sehen war bekam von der FSK das Label "keine Jugendfreigabe". Einige Monate später erschien der Film auch auf DVD, allerdings war die Version welche "ab 18" freigegeben war, um über 2 Minuten gekürzt.
Die ungeschnittene Fassung, welche ja bereits im Kino zu sehen war, wurde mit dem Spio/JK-Label "keine schwere Jugendgefährdung" versehen.

Nun zu meiner Frage: Wie begründet die FSK, dass ein Film unterschiedlich bewertet wird, abhängig davon ob er im Kino oder auf DVD veröffentlicht wird? Da der Film ja bereits einmal von der FSK bewertet wurde gab es doch keinen Grund diese Bewertung für die erneute Veröffentlichung zu ändern.

Crank 2 ist der einzige Film von dem mir bekannt ist, dass es zu so einer Unterscheidung kam, aber ich gehe davon aus, dass es sich hierbei weder um den ersten noch den letzten Fall dieser Art handelt.
Ich freue mich auf ihre Antwort.

mfg Konrad Huber


Und die Antwort der FSK:

Sehr geehrter Herr Huber,

bitte entschuldigen Sie meine späte Antwort. Grundsätzlich werden im FSK-Bereich zwischen 0 und 16 Jahren Kinofreigaben auf DVD übernommen. Bezüglich der 18er-Kennzeichnung macht der Gesetzgeber allerdings einen Unterschied zwischen der Kinoauswertung und der DVD-Auswertung. Das Jugendschutzgesetz sieht vor, dass Kinofilme dann eine 18er-Kennzeichnung erhalten können, wenn sie keine "schwere" Jugendgefährdung beinhalten. Bei
der Kennzeichnung "Keine Jugendfreigabe" oder ab 18 Jahren für DVDs setzt der Gesetzgeber jedoch die Schwelle niedriger. Für eine Nichtkennzeichnung reicht hier die sogenannte "einfache" Jugendgefährdung aus. So kann es durchaus vorkommen, dass mit 18 gekennzeichnete Kinofilme nicht in dieser Version eine Kennzeichnung ab 18 Jahren auf DVD erhalten. Begründet wird dies im Jugendschutzgesetz damit, dass die Kontrolle an den Kinokassen strikt ist, dass im DVD-Bereich die Möglichkeit für Jugendliche unter 18 Jahren an Filme FSK 18 herankommen durch sogenannte Umgehungskäufe größer
ist.

Mit freundlichen Grüßen

XXX

Die Begründung ist also wieder einmal, dass man davon ausgeht, dass der Jugendschutz nicht so funktioniert wie er sollte. Das kann doch nicht deren Ernst sein! Die FSK operiert anhand der Annahme, dass ihre Freigaben missachtet werden. An diesem System muss sich echt was massiv ändern, das kann doch nicht so weiter gehen. :P

Sonntag, 17. Oktober 2010

Die (fucking awesome) Pläne der Piratenpartei

Guten Morgen! Okay, es ist schon fast 12, aber wenn ich diesen Text jetzt nicht endlich anfange wird der nie fertig. Here goes:

Die Piraten-Partei diskutiert darüber, Forderungen zur Abschung der BPjM und der Ersatz der USK durch die PEGI in ihr Parteiprogramm aufzunehmen. Nachzulesen ist das ganze hier. Es gibt noch andere Punkte auf der Liste, nicht zuletzt wie man allgemein mit Altersfreigaben umgehen soll, aber hervorstechend für mich sind die folgenden 3 Punkte:
  • Die Abschaffung der BPjM und somit der Indizierung, mit der Begründung, dass es ja bereits andere Bewertungsbehörden gibt.
  • Die USK soll durch die PEGI ersetzt werden, da letzteres im Rest der EU problemlos funktioniert.
  • Die Altersfreigaben auf Spiel- und Filmverpackungen sollen wieder ihre alte Größe annehmen.
Lasst mich dies zuerst ganz persönlich kommentieren: Piratenpartei, dies ist das erste Bild, dass die Google Bildersuche ausgespuckt hat und ich widme es jedem einzelnem der an diesen Punkten mitgearbeitet hat.

Diese 3 Punkte sind genau das, was ich versuche seit der Gründung dieses Blogs irgendwie zu bewirken, wenn auch nur mit mäßigem Erfolg. Die Piratenpartei sind genau die Sorte Leute von denen ich gehofft habe, dass sie sich dieser Punkte annehmen. Allerdings wäre es ziemlich langweilig, wenn ich jetzt einfach nur darüber schreiben würde wie unheimlich toll ich das finde und deswegen möchte ich mich kritisch mit den Forderungen der Piraten auseinander setzen und ihnen einige Tipps geben.
Modul 1 und 2 muss man nicht weiter kommentieren, gehen wir deswegen gleich einen Schritt weiter:

Jugendschutz & Medien – Modul 3

Etwaiger Jugendschutz soll, wie der Name schon sagt, ausschließlich für Minderjährige gelten. Dies sieht die Piratenpartei in der aktuellen Gesetzeslage in Bezug auf Medien nicht gegeben – auch Volljährige werden durch die rigorosen Jugendschutzbestimmungen eingeschränkt, da einerseits oft freiwillige Zensur auf Seiten der Hersteller betrieben sowie die Beschaffung entsprechender Medien andererseits erheblich erschwert wird.

Hinzu kommt, dass die Zusammensetzung dieser Gremien nicht transparent ist und ihre Entscheidungen häufig eine rationale Begründung vermissen lassen. Dies gilt es zu verbessern. Da es mit USK, FSK und auch PEGI bereits Prüfungsinstitutionen auf den jeweiligen Gebieten gibt, schlagen die Piraten deshalb eine Abschaffung der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM) sowie den daraus resultierenden Konsequenzen (Indizierung) vor. Unter allen Umständen sollte jedoch die personelle Zusammensetzung überdacht und abgeändert werden.

Hier wird der sprichwärtliche Nagel auf den Kopf getroffen: der deutsche Jungedschutz tut viel mehr als nur die Jugend zu schützen. Wenn ihr, liebe Piraten, gegen die Bundesprüfstelle vorgehen wollt, müsst ihr folgende Dinge beachten:

  1. Die BPjM kümmert sich nicht nur um Videospiele und Filme, sondern auch um andere Medien, wie zum Beispiel Audio-CDs und Bücher, weil es für diese keine seperaten Bewertungsbehörden gibt. Ich weiß nicht, ob sie dabei gute Arbeit leisten, aber ihr solltet das wissen, da das Thema unweigerlich zur Sprache kommen wird, wenn ihr die BPjM "nur" aufgrund der Tatsache angreift, dass sie Spiele und Filme indiziert.
  2. Die BPjM, so hat es mir eine Mitarbeiterin auf der GamesCom erklärt, hält sich nur an die Vorgaben des Gesetzgebers und orientiert bei ihrer Arbeit nur an den gegebenen Richtlinien.
  3. Ebenfalls auf der GamesCom erfuhr ich, wie Mitarbeiter der BPjM ihre Arbeit in Bezug auf die USK sehen. Wie ihr selber schreibt, gibt es bereits andere Prüfungsinstitutionen, welche die Arbeit der BPjM nutzlos machen würden, aber leider ist es nicht so einfach. Denn, und das ist kein Witz, operiert die Prüfstelle anhand der Annahme, dass die Systeme der USK und FSK nicht funktionieren. Das zumindest war die Antwort, die ich auf meine Frage bekam, warum es bei einem "keine Jugendfreigabe"-Label überhaupt nötig ist, jugendgefährdendes Material zu indizieren. Das muss man sich mal vor Augen halten. Die eine Bewertungsbehörde arbeitet aufgrund der Annahme, dass die Regeln einer anderen Behörde nicht völlig eingehalten werden.
Soviel zur BPjM. Modul 4 dagegen sehe ich selbst eher kritisch:

Jugendschutz & Medien – Modul 4

Jeder Mensch entwickelt sich anders und in einem für ihn selbst eigentümlichen Tempo. Die eigene Reife zu beurteilen, vermögen, wenn überhaupt, nur Nahestehende oder auch die Person selbst. Der Staat hingegen setzt den Reifegrad eines Heranwachsenden und somit dessen Eignung für bestimmte Inhalte mit seinem Alter gleich. Diese Regelung ist unzureichend, da sie die individuelle Entwicklung der Jugendlichen völlig ausklammert und ihnen somit niemals gerecht werden kann.

Da für die Erziehung nach wie vor die jeweils Erziehungsberechtigten verantwortlich sind, Heranwachsende aber auch in ihrer Selbstbestimmung gestärkt und Eigenverantwortung gelehrt werden soll, sollten Altersfreigaben keinesfalls bindend sein, was gegenwärtig noch immer der Fall ist. Die Piraten betrachten verbindliche Alterskennzeichnungen als Versuch des Staates, sich in private Erziehungsangelegenheiten einzumischen und dem Individuum auf diesem Wege bestimmte Ideale und Wertevorstellungen zu oktroyieren. Altersfreigaben sollten lediglich eine Hilfestellung für die Erziehungsberechtigten bei der Beurteilung bestimmter Inhalte darstellen und sie nicht von ihrem Erziehungsauftrag entbinden.

(Bestehende Regelungen anderer Länder – bspw. Belgien, Dänemark, Luxemburg, Norwegen, Schweden, Österreich, Schweiz, USA etc. – zeigen, dass dieses Konzept durchaus funktionieren kann.)

Nicht, dass ich dieser Idee völlig abgeneigt wäre. Ich kenne keine Person in meinem Freundkreis die schon als sie jünger waren nur Filme gesehen und Spiele gespielt hätten die für die geeignet waren. Wie gesagt, das ist keine doofe Idee, aber ich fürchte von all euren aufgeführten Punkten wird das auf den meisten Protest in der Öffentlichkeit stoßen, wenn ihr ihn nicht sehr sorgfältig formuliert. Diesbezüglich würde ich mich an eurer Stelle auch mit einem kürzlich verfasstem Tweet der Familienministerin auseinandersetzen, den ich selbst bereits kommentiert habe.

Ihr dürft auch nicht vergessen, dass, sofern ich gerade keine völlige Scheiße rede, es den Erziehungsberechtigten frei steht, ihre Kinder Medien auszusetzen, die eine höhere Freigabe haben. Aber vielleicht sollte das einfach besser erklärt werden.

Und was zum Geier heißt eigentlich "oktroyieren"?

Kommen wir nun zu Modul 5, der Punkt der mich in die Bloggosphäre brachte. ^^

Jugendschutz & Medien – Modul 5

Zudem halten die Piraten die ursprüngliche Größe der FSK/USK-Auszeichnungen (und aller etwaigen anderen Kennzeichnungen) vor der Änderung vom 1. Juni 2009 für ausreichend.

Nach Ansicht der Piratenpartei setzt die neue Fassung des Jugendmedienschutz-Staatsvertrags bei einem völlig falschen Sachverhalt an. In dessen Rahmen wurde ein größerer Aufkleber mit der jeweiligen Alterskennzeichnung beschlossen, der auf der Vorderseite der Hülle des Datenträgers anzubringen ist und nicht mehr auf der Rückseite. Die Piraten sind der Meinung, dass der Jugendschutz nie durch eine zu undeutliche Alterskennzeichnung von Medien behindert worden ist – die letztliche Einhaltung von Jugendschutzbestimmungen im Einzelhandel erwies sich dagegen stets als Problem. Effektiv ändert die neue Fassung des Jugendmedienschutz-Staatsvertrags rein gar nichts an dieser Problematik, da die Kennzeichnungen, so dies denn gewollt gewesen ist, auch im Vorfeld gut sichtbar waren und auch jetzt noch ignoriert werden können, wenn kein wirkliches Interesse am Inhalt des Mediums besteht.

Stattdessen schmälern die größeren, nun auf der Vorderseite angebrachten Aufkleber den ästhetischen Wert des Produkts. Filme und Videospiele werden mittlerweile gemeinhin als Kunst- und Kulturgüter anerkannt. Die Verpackung der Datenträger für diese Medien sollte daher als eine Weiterführung des künstlerischen Anspruchs des Urhebers betrachtet werden und auf staatliche Einmischung unter Berufung auf die Kunstfreiheit weitgehend verzichten.

Ahhh, die überdimensionierten Alterskennzeichen der USK und FSK. Sicherlich eine der, wenn nicht sogar die nutzloseste Änderungen am Jugendschutz während der Amtszeit von Frau Ursula von der Leyen. Wenn ihr heute meinem Namen googelt, dann ist meine DirektZu-Anfrage bez. der Kennzeichen an die ehemalige Familienministerin immer noch auf Seite 1 zu finden. Ich muss ganz ehrlich sagen, das Problem hat sich eigentlich schon fast von selbst gelößt. Viele Filmverleihe und auch Spielepublisher sind inzwischen auf Wendecover umgestiegen, was ich persönlich ja eh für die Ideal-Lösung halte. Besorgte Erziehungsberechtige können sich immer noch mit einem Blick auf den Datenträger selbst über die Freigabe informieren.

Nun, der Höhepunkt:

Jugendschutz & Medien – Modul 6

Im Großteil der Europäischen Union hat sich mittlerweile das PEGI-System zur Alterseinstufung von Videospielen etabliert. Lediglich Deutschland unterhält zusätzlich noch ein eigenes Kontrollgremium. Dies stellt sowohl für die Konsumenten, also im Prinzip alle Bürger, als auch Entwickler und Händler aufgrund erschwerter Verkaufsbedingungen (Festlegung auf bestimmte Vertriebswege, Ausweiskontrolle bei Postsendungen, Post-Ident-Verfahren etc.) vermeidliche Hürden dar. Dieses erachten die Piraten als unnötig und fordern daher, die USK abzuschaffen und das europäische System zu übernehmen.

Das ist im Prinzip der Traum der meisten deutschem Gamer. Mir ist bisher kein Fall untergekommen, in dem ich die Freigabe der USK für besser hielt als die der PEGI, ganz im Gegenteil! Hinzu kommt, dass die PEGI aufgrund ihrer Zusatzkennzeichen für Gewalt, Rassissmus, Sex etc. eigentlich für Erziehungsberechtige sogar sinnvoller wäre als nur eine bunt gedruckte Zahl die 1/5 des Covers verdeckt.

Allerdings sehe ich hier auch gleichzeitig die größte Gefahr. Ihr dürft nicht vergessen liebe Freibeuterpartei, dass es Leute gibt die bereits die USK als zu lasch betrachten. Ganz oben auf der Liste, unser aller Liebling Dr. Christian "Ich habe als Chef eines kriminologischen Forschungsinsituts nichts besseres zu tun als ich meine Mitarbeiter rausfinden zu lassen, ob nicht viel mehr Spiele indiziert werden sollten" Pfeiffer. Das ist übrigens nicht sein voller Spitzname, er hackt ja auch gerne auf WoW rum. Auf jeden Fall dürft ihr bei eurer eventuellen Kampagne zu diesem Punkt nicht vergessen, dass es Leute gibt, die bereits die Arbeit der USK kritisch betrachten und wenn ihr euch ebenfalls zu sehr gegen diese stellt, wir am Ende vielleicht mit einem noch schlimmeren System dastehen.

Modul 7 stimme ich voll und ganz zu.

Das war's soweit erstmal von mir. Das Schreiben dieses Artikels hat mal wieder viel mehr Zeit in Anspruch genommen als ursprünglich geplant, aber ich hoffe ihr könnt damit etwas anfangen.

*Ninja vanish*

Donnerstag, 14. Oktober 2010

"Die FSK sind keine pädagogischen Empfehlungen"

Zur Zeit verbringen ich (endlich (?) ) wieder etwas mehr Zeit mit zocken, aber A New Beginning muss jetzt noch ein bisschen warten, denn es gibt wieder ein paar interessante Dinge zu berichten. Dass sich die Piratenpartei jetzt der Indizierung annehmen will ist einen seperaten Post wert, jetzt möchte ich über ein Zitat der Familienministerin schreiben.
Schon letzte Woche habe ich geschrieben, dass unsere aktuelle Familienministerin, Frau Dr. Kristina Schröder, sich die FSK einmal genauer ansehen will, nachdem die F.A.S. einen auf Christian Pfeiffer gemacht hat und gezeigt hat, dass ihnen so einige Bewertungen da nicht passen.

Inzwischen hat Frau Schröder die FSK besucht, so wurde es der Welt über ihren Twitter-Account mitgeteilt. Jetzt kann man sich natürlich die Frage stellen, ob sie da auch einen Lakaien für hat, so wie die, die all die Briefe an sie "beantworten", oder ob sie die selber schreibt, womit sie spontan mehr Medienkompetenz als ihre Vorgängerin beweisen würde. Auf jeden Fall erreichte mich vor einigen Stunden die folgende Nachricht:
Habe gerade die FSK besucht. Vielen Eltern ist nicht bewusst, dass die Altersfreigaben keine pädagogischen Empfehlungen sind.
Habe vorhin schon kurz mit Modgamers drüber gechattet und wir haben uns gefragt was genau das jetzt bedeuten soll. Zuallererst würde ich gerne wissen: arbeiten bei der FSK etwa keine Pädagogen? Soweit ich weiß schon einige. Und aus irgendeinem Grund sogar Vertreter der Kirche. Aber was soll das Gerate? Fragen wir einfach das Internet:
Über 190 Prüferinnen und Prüfer sind ehrenamtlich für die FSK tätig, der Anteil der Prüferinnen beträgt 45 Prozent. Die Prüfer werden zum einen Teil von den Verbänden der Film- und Videowirtschaft, zum anderen Teil von der öffentlichen Hand für jeweils 3 Jahre benannt. Bei der FSK wird täglich in drei parallel arbeitenden Ausschüssen geprüft. Die Prüfer kommen aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen und Berufsfeldern. Unter ihnen sind Journalisten, Lehrer, Psychologen, Medienwissenschaftler, Filmhistoriker, Studenten, Sozialarbeiter, Hausfrauen, Richter und Staatsanwälte. Viele haben Erfahrung in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen.
Okay, wenn ich das so lese, dann scheint
es tatsächlich gar nicht so abwegig, dass die FSK möglicherweise nicht gerade dazu prädestiniert ist, pädagogische Empfehlungen auszusprechen. Was befähigt Hausfrauen und Sozialarbeiter einen Film pädagogisch zu empfehlen? Und wäre es dann nicht eben doch sinnvoll, wenn eine pädagogische Empfehlung zusätzlich zur FSK-Wertung vergeben wird? Oder führt das nur zu Verwirrung, weil wir damit effektiv wieder 2 Wertungen haben die den Verbraucher irritieren?

Auf der anderen Seite... woher kommt überhaupt diese Annahme, dass die FSK pädagogische Empfehlungen ausspricht? Wer brachte Frau Schröder auf diese Idee? Brauchen wir so etwas? Ich meine, die Altersfreigaben sind ja nicht zum Spaß da, oder?
Meine Fresse, sind in diesem Beitrag schon viele Fragezeichen, ich muss mal den Schreibstil wechseln...
Wenn eine Institution wie die FSK existiert, die für die Öffentlichkeit verbindliche Freigaben für Filme verteilt, dann ist es doch erstmal völlig egal ob ein Film pädagogisch zu empfehlen ist oder nicht. Ich fürchte mit Frau Schröders Aussage wird ein Thema zur Sprache gebracht, dass eigentlich gar keiner Diskussion bedarf und im schlimmsten Fall nur dazu beiträgt die Arbeit der FSK zu untergraben.

Ich weiß ich habe auch ein paar (Medien-)Pädagogen unter meinen Lesern und wäre an eurer Meinung interessiert.

*Ninja geht A New Beginning spielen*

Dienstag, 5. Oktober 2010

Der F.A.S. Filmtest

Es gibt in den Reihen der deutschen Print-Medien so einige Vertreter denen ich gerne mal die Meinung geigen würde. Der ZEIT bin ich ja bekanntlich umheimlich dankbar für die doppelte Verlinkung im vergangenen Mai, aber es gibt auch da auch noch andere Vertreter der Presse denen ich nicht so wohl gesonnen bin. Was ich von der BILD halte, hab ich erst kürzlich ja genauer ausgeführt und auch die FAZ, um die es heute geht, hat sich auch schon zu Genüge blamiert.

Am vergangenem Sonntag fand sich in der F.A.S., also der Frankfurter Allgemeinem Sonntagszeitung, ein Artikel über die FSK. In diesem Artikel wird kritisiert, was die FSK denn heute alles unter dem "ab 12"-Siegel durchwinken würde. Die Autorin Florentine Fritzen geht gleich zu Beginn in die Vollen und zieht ihre Leser in den Bann mit einer Auflistung von schlimmen Szenen wie sie anscheinend in 12er Streifen zu sehen sind:
Wer sind die Leute, die entscheiden, dass zwölf Jahre alte Kinder diese Dinge sehen und hören dürfen? Den Jungen, dem die Augen weggebrannt werden. Den Pubertierenden, der seiner nackt neben ihrem Liebhaber schlafenden Mutter zwischen die Beine fasst. Die kleinen Jungen, die mit einem Beil abgeschlachtet werden. Den Mann, der seiner Freundin in einem Swingerclub in die Augen schaut, während sie mit einem anderen Mann Sex hat. Die Menschen, die aus nächster Nähe erschossen werden. Das Blut, das spritzt. Die Wörter, die Erwachsene für verschiedene Sexualpraktiken verwenden, und das viele Reden über Sex.
Ich möchte mich an diesem Punkt nicht darüber beklagen wie reißerisch das ganze aufgezogen ist. Wer Leute für einen längeren Artikel interessieren will, der muss sie auch gleich zu Beginn in ihren Bann ziehen. Persönlich wären mir an diesem Punkt ein paar Namen lieb gewesen.
Auch wenn es nur als Einleitung gedacht ist, stehen wir hier aber vor dem klassischem Problem von mangelndem Kontext und ich bin mir nicht sicher ob das weglassen des Namens diese Situation verbessert. Aber ich wollte mich ja nicht an dem Teil aufhängen, gehen wir mal weiter im Artikel.

Es folgt eine kurze Zusammenfassung der Arbeit der FSK und ein sehr interessanter Fakt:
Die Produktionsfirmen lassen sich die Prüfung daher etwas kosten: 46 Cent pro Filmmeter zahlen sie an die FSK, das macht bei einem durchschnittlichen Kinofilm von 2700 Metern 1242 Euro plus Mehrwertsteuer.
Ich will diese Aussage nicht auseinandernehmen, dachte mir aber sie sollte extra hervorgehoben werden. Keine Ahnung inwiefern so etwas berechnet wenn ein Film digital aufgenommen wird. Für eine durchschnittliche Filmproduktion, selbst wenn sie nicht aus Hollywood stammt, sind 1200 Euro doch eher kleine Fische, oder? Um mal wild ein Beispiel raus zu suchen: die deutsche RomCom Keinohrhasen mit Til "der Mann ist nie im Leben Schauspieler" Schweiger kostete laut Wikipedia läpische 4,2 Millionen Euro.

Aber ich schweife ab, wie schon so oft. Zurück zum eigentlichen Artikel.

Laut einem der FSK-Prüfer wäre eine Freigabe "ab 14" alles deutlich einfacher, weil der Schritt zwischen 12 und 16 so groß wäre. Das ist prinzipiell gar keine so doofe Aussage. Schauen wir uns ausländische Bewertungssystem an, kommen wir zu einem ähnlichen Schluss. In England z.B. gibt es ein 12er, dann ein 15er und letztlich das 18er Rating. Das System zu ändern ist natürlich leichter gesagt als getan:
An den historisch gewachsenen Freigabestufen will sie aber nicht rütteln. Weil sie "bekannt und gelernt" seien - und wegen des "Überprüfungsproblems" an den Kinokassen, wenn die Altersfreigaben stärker abgestuft würden: "Dann müsste man eine Kinderausweis-Tragepflicht einführen."
Gerade das Argument mit den Kinderausweisen kann ich sogar noch nachvollziehen. Insgesamt ist der Artikel durchaus Lesenswert, aber darüber wollte ich eigentlich gar nicht reden. Eigentlich geht es mir um den offiziellen FSK12 Filmtest der F.A.S.
Ich habe mich diesem Test ein paar entscheidende Probleme.
  1. Zum einen würde ich gerne wissen, was genau die FAZ-Redaktion meint so viel besser machen zu können als die FSK selbst. Ich bin bin bekanntlich jetzt kein wahnsinnig großer Freund deutscher Bewertungsbehörden, aber ich finde es auch nicht so toll wenn selbsternannte Moralapostel auf die Idee kommen sie könnte das deutlich besser machen. Christian Pfeiffer hat auch schon versucht auf ähnliche Weise die USK zu untergraben, in dem Mitarbeiter des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachen sich durch eine Reihe von 16er und 18er Games gespielt habem um dann der Welt zu verkünden, dass sie die Spiele ganz anders bewertet hätten.
  2. Die Auswahl der Filme. Wenn sie sich jetzt auf Actionfilme wie James Bond, Transformers oder Van Helsing beschränkt hätten, wäre das nicht so tragisch. Aber in der Liste finde ich einige Filme die man vielleicht nicht einfach nur nach dem Gewaltgrad beurteilen kann. Der Untergang, Schindlers Liste, Die Welle. Ich halte Filme mit historischem Hintergrund für eine sehr gute Methode, zumindest als Ausgangspunkt, Jugendlichen ein gewisses Maß an historischen Fakten zu ermitteln. Nicht zuletzt weil Schindlers Liste vielleicht einfach nen größeren Eindruck hinterlässt als den Stoff im Unterricht durchzukauen. Darauf kann man später immer noch aufbauen. - Filme wie Die Welle auf der anderen Seite haben eine Botschaft die vielleicht gerade Jugendliche zwischen 12 und 16 erreichen sollte. Möglicherweise hat die Neuverfilmung nicht ganz die selbe Wirkung wie das geschriebene Original, aber wenn dieser Film ab 16 wäre würde das sicher an der Zeilgruppe vorbei gehen.
  3. Und wieder einmal werden Szenen völlig aus dem Kontext gerissen um alleine an den Pranger gestellt zu werden. Hey, na sowas! Schon wieder was wofür ein Pfeiffer bekannt ist. Das bringt echt jedes mal wieder auf die Palme. Wenn irgendein Besserwisser so eine Szene völlig aus der Gesamthandlung reisst und dann darüber lästert. Ich würde an diesem Punkt nur zu gerne direkt aus den Filmbeschreibungen zitieren, aber leider ist das ganze Ding so formatiert, dass ich den Text dort nicht markieren kann. - Ja, die dort beschriebenen Szenen sind alle brutal, aber eben nur weil man sie alleine betrachtet. Das Spiel kann ewig weitergespielt werden. Wie wäre es mit einem Film in dem angedeutet wird, dass der Schurke von seinen Untergebenen zerfleischt wird? Der ist von Disney. Oder soll ich von den diversen Verstümmelungen in einer weit, weit entfernten Galaxis anfangen?
  4. Es werden Szenen aus Transformers 2 beschrieben, obwohl das Cover und der Titel auf den ersten Film deuten. Das ist wirklich nur ein ganz kleiner Kritikpunkt im großen und ganzen, aber es nervt.

All das hätte nur ein weiterer Fall von moralischem Enthusiamsmus sein können, über den man kurz berichtet und der dann unter den Teppich gekehrt wird. Dieses mal könnte das allerdings schwieriger werden, denn jetzt nimmt sich die Bundesfamilienministerin Kristina Schröder der Sache an.
"Filme, in denen die Helden sich durch antisoziales, destruktives oder gewalttätiges Verhalten auszeichnen, können für die Entwicklung von Zwölfjährigen sehr gefährlich sein. Eltern müssen sich darauf verlassen können, dass da, wo FSK 12 draufsteht, auch FSK 12 drinnen ist. Was die F.A.S. aufgezählt hat, lässt mich daran zweifeln."

...

Aufgrund des Berichts der F.A.S. will die Bundesfamilienministerin nun schnellstmöglich das Gespräch mit der FSK suchen, um ihre Begründung für diese Freigaben zu hören. Dabei gehe Frau Schröder mit einer klaren Prämisse in das Gespräch: "Priorität hat der Kinderschutz, nicht der Kommerz."
Auf die Gefahr hin, dass das jetzt ein wenig egoistisch klingt: Das ist so eine Art Worst Case Szenario für Filmfans. Denn noch geht es nur um 12er Filme, was alleine eigentlich schon schlimm genug ist. Aber was ist, wenn Frau Schröder dann auf die Idee kommt sich mit dem bereits viel zu striktem Rest des deutschen Jugendschutzes auseinander setzt? Mein Brief an sie damals, wurde ja von ihren Lakaien abgefangen, aber es scheint als würde sie eine ähnliche Schiene wie ihre Vorgängerin fahren.

Ich weiß nicht was sich aus dieser Sache noch entwickeln wird, aber ich mache mir Sorgen darum, was passieren könnte wenn die neue Familienministerin beschließt bei der FSK Hausputz zu betreiben.

*Ninja vanish*

Samstag, 15. Mai 2010

Das Tolle an den neuen FSK-Logos ist...

Tja, ihr hättet nicht gedacht, dass ich sowas mal schreibe, was? ^^

Heute mittag war ich im Müller und hab mich mal wieder durch die DVD-Abteilung gegraben als mir bei den Neuheiten ein Film auffiel auf den ich mich schon länger freue: Der blutige Pfad Gottes II

Ich hab den ersten Teil vor einigen Jahren gesehen und fand ihn echt toll. Ich habe es allerdings nicht geschafft ihn wieder zu kucken, seit dem ich mir von einem Bekannten die DVD des hierzulande indizierten ersten Teils habe mitbringen lassen.
Auf jeden Fall, hier der lustige Teil: Wie ich über Schnittberichte erfahren habe, erscheint der Film zwar bei uns, allerdings wurde er für die FSK18-Freigabe um satte 2 Minuten gekürzt. Glücklicherweise gibt es beim Müller inzwischen auch Filme ohne Freigabe, zumindest solange sie nicht indiziert sind. Da steht man also im Laden, kuckt sich durch die Regale und eine Sache fällt einem sofort auf: diese DVD trägt kein FSK-Logo und das kann nur eines bedeuten. Er ist ungeschnitten. ^_^
Also vielen Dank Frau von der Leyen. Dank ihrer neuen Logos weiß ich sofort um welche Filme ich einen großen Bogen machen muss. Nämlich die, die das große rote Warnlogo tragen. xD

Ich hätte auch gerne noch die eine Box mit 3 Bruce Lee-Filmen für 6 Euro mitgenommen, aber die war ab 16 freigegeben und irgendwie glaub ich nicht, dass die dann alle ungeschnitten sind. -_-

Freitag, 22. Januar 2010

Ich gehe mal wieder Filmverleihen auf den Keks

Ein neuer Post? Es ist kaum zu glauben!

Tja, was soll ich sagen, ich bin zwar fleißig am schreiben, aber nicht alles ist blogtauglich. Ich hab noch ein 2 andere Texte in Arbeit und ein paar längere im Kopf und werd euch informieren, wenn es sich lohnt. Bis dahin dachte ich mir, ich gehe mal wieder ein paar Filmverleihen auf die Nerven.

Es ist jetzt über ein Jahr her, dass die ehemalige Familienministerin von der Leyen die neuen FSK-Logos eingeführt hat. Viele Verleihe haben bereits auf Wendecover umgestellt und haben teilweise auch Wege gefunden Steelbooks vor einem unästhetischem Schicksal zu bewahren. Aber bei ein paar ist der Funke noch nicht ganz so übergesprungen. Fox hat, trotz ihrer Aussage sie würden "den Markt beobachten", noch keine Wendecover eingeführt. Paramount hat zwar eine sehr praktische Methode entwickelt Steelbooks zu schützen, führen aber immer noch keine Wendecover. Und Concorde bedruckt ohne jegliche Hemmungen Steelbooks mit großen, hässlichen Logos, wie ich neulich bei 2 neuen DVDs meines Bruders feststellen musste. Da dachte ich mir, des wär noch ne gute Gelegenheit mal wieder was zu posten. Der folgende Text ging an die 3 Verleihe mit ein paar Variationen. Warner Bros. hat leider keine Kontaktadresse in ihrem Internetportal gelistet, sonst hätten die auch was bekommen.


Sehr geehrte Mitarbeiter von ...,

zu Beginn des letzten Jahres führte die ehemalige Familienministerin Ursula von der Leyen die neuen Kennzeichen der FSK ein. Konzipiert als Verbesserung des Jugendschutzes, stießen die neuen Warnhinweise aber auf wenig Gegenliebe, weder von der FSK und erst recht nicht von den Konsumenten. Filmsammler wie ich waren über dieses neue Gesetz sehr verärgert, weil so das Filmcover oft ruiniert wurde. Besonders schlimm ist das, wenn es sich um eine Special oder Limited Edition handelt, wie z.B. ein sogenanntes Steelbook. Ich habe selbst schon oft davon abgesehen einen Film zu kaufen, weil ich als Sammler wert auf eine schöne Verpackung lege, die von dem Warnhinweis der FSK verschandelt wird.

In den vergangenen 12 Monaten haben viele große Filmverleihe damit begonnen, ihre DVDs und Blu-Rays in einer Form zu vertreiben von der das FSK-Symbol legal und ohne viel Aufwand vom Cover entfernt werden kann. Die gängigste Methode für normale Filmhüllen ist ein simples Wendecover. Der Actionfilm "Push", in Deutschland vertriben von Universum Film, kommt sogar mit einem Extracover, so, dass man auch 3 verschiedenen Motiven für die Frontseite auswählen kann von denen keine das FSK-Logo trägt.
Auch für Steelbooks gibt es bereits mehrere etablierte Lösungen. Der Zombiefilm "Dead Snow", vertrieben von Splendid, kommt in einem simplen Pappschuber der das FSK-Logo trägt und ist zusammen mit dem Steelbook eingeschweißt. "Watchmen: Die Wächter" und "Transformers - Die Rache", beide von Paramount, haben eine Papphülle welche lose auf das Steelbook aufgeklebt ist. Diese kann leicht entfernt werden und Sammler können das sich zufrieden das komplette Steelbook ohne Schäden ins Regal stellen.

Sie können sicher schon ahnen worauf ich hinaus will: Ich möchte von Ihnen wissen, warum Sie diese Methoden noch nicht angewandt haben. Viele weitere große Firmen sind bereits zu diesen Konzepten übergegangen. Warum haben Sie das noch nicht getan und haben Sie überhaupt Pläne dies zu tun?

mit freundlichen Grüßen
Konrad Huber


Diesen Teil hier habe ich der Mail an Fox noch beigefügt:
Ich habe Ihnen hierzu im vergangenen Juni bereits eine Mail geschickt. Damals bekam ich als Antwort sie würden "den Markt beobachten und entsprechend reagieren". Inwiefern hat sich die Situation in den letzten 7 Monanten verändert?

Und das hier hab ich den Text an Paramount eingebaut:
Ihre Methode um Steelbooks vor dem Aufdruck der Warnhinweise mit einer ablößbaren Papphülle zu schützen hat mir sehr gefallen, aber ich frage mich, warum sie noch keine Wendecover eingeführt haben.

Wie bereits gesagt: ich bin immer noch da und mache immer noch Kram. Ich könnte auch über allen möglichen privaten Scheiß schreiben, aber dafür seid ihr nicht hier.

*Ninja vanish*

Montag, 4. Januar 2010

Green Ninja: Year One

Zugegeben, es ist nicht direkt schon ein Jahr 'Windmühlen', aber am 9. Januar 2009 wurde mein erster Beitrag auf direktzu veröffentlicht, was im Prinzip der (neu-)Beginn für meine Arbeit hier war und ich begann für meine Aktionen im Internet zu "werben". Den Blog habe ich dann erst im März gestartet um den ganzen Kram zu dokumentieren.

Also, was habe ich erreicht? Ich hatte ja bekantermaßen 3 Ziele.

1. Den Kampf gegen die hässlichen neuen Logos der FSK und USK.
Ich hatte ja im Frühling eine Petition gegen diese verfasst, die aber wegen meines vorangegangenen direktzu Beitrags abgelehnt wurde. Glücklicherweise haben viele Filmverleihe und sogar einige Spiele-Publisher erkannt, dass die nicht gerade das gelbe vom Ei sind und so gab es eine Menge Alternativen. Wendecover bei Filmen und Spielen sowie verschiedene Lösungen für Steelbooks.
Wieviel davon jetzt durch meine diversen Mails ausgelößt wurde überlass ich jetzt mal eurer Phantasie. Es gibt immer noch einige Verleihe die das nicht ganz kapiert haben, wie zum Beispiel Concorde. Denen werd ich bei Gelegenheit nochmal auf die Nerven fallen deswegen.


2. Die als Jugendschutz getarnte Zensur in Deutschland a.k.a. Indizierung durch die BPjM
Auch hier zeigte sich Frau von der Leyen nicht sonderlich umgänglich. Hier musste ich aber auch feststellen, dass die Frau absolut kein Interesse daran hat, irgendetwas an dieser Situation zu ändern. Mein letzter direktzu Beitrag wurde nicht mehr veröffentlicht und kurz darauf hat Frau von der Leyen endlich den Posten gewechselt. Auch wenn ich nocht nicht ganz verstehe wie sie ihr neues Fachgebiet durch das aufstellen von Verkehrsschildern verbessern kann.
Im Moment arbeite ich noch an einem Brief an die neue Familienministerin, Frau Köhler, in der Hoffnung, dass diese etwas umgänglicher ist.
Einmal abgesehen von einem kurzem Aufmuckser von EA hat sich die Industrie hierbei sehr ruhig gehalten. Ich wünschte die würden sich da mehr gegen wehren.

3. Die Killerspiel-Debatte
Zuallerst sollte ich vielleicht sagen warum ich plötzlich wieder den ganzen Begriff nutze und nicht einfach nur [K-Wort] schreibe. Nun, wie meine Kollegen bei GU mir gesagt haben, ist das ganz simpel. Google. Wer im Internet Aufmerksamkeit haben will, der muss schnell bei Google zu finden sein und die mögen nunmal Schlagwörter. Wer nach Konrad Huber sucht findet einen meiner direktzu Beiträge gleich auf der ersten Seite (was ich, btw. echt cool finde^^).
Was die eigentliche Debatte angeht: da tut sich nicht viel. Das Aktionsbündniss Winnenden hat mit seiner Spieleverbrennung im Oktober ja nicht so viel erreicht, auch wenn sie ja angeblich ganz andere Ziele hatten.
Die Medien hacken weiter genüßlich auf dem Thema rum, auch wenn es für die Politik wohl erstmal wieder gegessen ist. Im Koalitionsvertrag steht meines Wissens nach sogar etwas, dass Jugendkultur mehr respektiert werden soll.


Alles in allem, könnte die Bilanz etwas besser aussehen, aber ich habe diesen Blog nicht so getauft weil ich mir schnelle Erfolge verspreche (auch wenn es natürlich schön wär). Ein weiterer Punkt der mich so richtig ankekst, ist die ganze Geschichte um verfassungsfeindliche Symbole (read: Hakenkreuze) die in Videospielen nicht dargestellt werden dürfen, in Filmen aber schon. Hat irgendwas damit zu tun, dass Filme (anscheinend egal, was für welche) als Kunst annerkannt sind und Videospiele nicht.

Was könnt ihr 2010 sonst noch von mir erwarten? Nun, ich habe da schon eine ganze Weile einen längeren Text im Kopf, was das Medium Videospiele betrifft und ich werde es aller Vorraussicht nach in mehreren Teilen auf Gamersunity veröffentlichen.
Apropos, wäre nett wenn ihr GU unter euren Freunden und Bekannten mal ein bisschen weiterempfehlen könntet. Wir sind am wachsen, aber sowas braucht auch neue Leser. ;)


Meine Mail an die GamePro neulich wurde übrigens nicht abgedruckt, allerdings ein anderer Leserbrief der im großen und ganzen den selben Inhalt hatte und ein bisschen netter formuliert war.

Das wars im Großen und Ganzen. Morgen müsste meine Xbox endlich wieder ankommen, dann kann ich auch die bösen indizierten Spiele die ich miraus England bestellt hab endlich zocken. ^^
Danke für's Lesen.


*Ninja vanish*