Donnerstag, 18. März 2010

PEGI vs. USK Episode 1 - Edna bricht aus

Wie gesagt, ich bin zwar nicht die ganze Zeit am Briefe schreiben, aber ich möchte trotzdem mal ein bisschen mehr Content hier reinbekommen. Alleine damit es sich lohnt, wenn ich die anderen 900 Visitenkarten noch an den Mann bringe. ^^

Dies wird so eine Art Mini-Kolumne in der ich die USK mit der PEGI vergleiche. Manchmal bin ich echt hin und her gerissen welches denn jetzt eigentlich das bessere System ist. Einmal abgesehen davon, dass die USK letztlich ein Rädchen in der deutschen Zensur-Maschine ist, muss ich eingestehen, dass das Konzept einer Institution die jedes neue Spiel auf Herz und Nieren prüft an sich eine lobenswerte Idee ist.
Die Kennzeichnungen der PEGI dagegen, für diejenigen die es nicht wissen, kommt hauptsächlich vom Entwickler selbst. Immerhin müsste der ja wissen für wen seine Spiele geeignet sind, oder?
Hinzu kommt, dass es in Dutschland des öfteren vorkommt, dass beide Kennzeichnungen, von der PEGI und der USK auf der Verpackung zu finden sind. Dies könnte einige Kunden durchaus etwas verwirren. Wem soll man jetzt eher trauen, wenn es sich um verschiedene Endergebnisse handelt?

Was ist letztlich die bessere Methode? Angesichts der Umstände in Deutschland ist es nicht gerade ein sonderlich kluger Schachzug öffentlich die Auflösung der USK zugunsten einer von der "Industrie kontrollieren Behörde" zu fordern (nicht, dass mich so etwas aufhalten würde).

Ich möchte im Rahmen dieser Artikel nun ein paar Beispiele aufführen. Naja, erst mal eines, denn dieses eine Spiel hat mich erst auf die Idee gebracht:

Warnung: es folgt eine Art Spoiler

Edna bricht aus

Eba ist ein Point & Click Adventure der alten Schule. Der Spieler schlüpft in die Rolle von Edna, die in einer Zelle in einem Irrenhaus aufwacht und sichan nichts erinnern kann und der einzige der ihr helfen kann ist ihr sprechender Stoffhase Harvey.
Wie der Titel schon andeutet, muss der Spieler nun aus eben dieser Anstalt entkommen und gleichzeitig das Gemeimnis um den fiesen Dr. Marcel zu enthüllen, der versucht Ednas Gedächtnis zu löschen.

Dieses Spiel ist das beste Adventure was mir in Jahren untergekommen ist. Es ist zwar etwas grob gezeichnet, aber die Rätsel sind köstlich absurd, die Dialoge äuserst witzig und alles in allem ist es einfach ein echt tolles Spiel. Jeder der Point & Click Adventures mag, darf sich diese Perle nicht entegehen lassen.

Nun zum eigentlichen Problem: Wie ihr auf der rechten Seite sehen könnt, hat Edna bricht aus von der USK das weise Siegel bekommen. Im Prinzip also "freigegeben ab 0" und damit auch für die Kleinsten freigegeben. Ist doch auch ganz niedlich, oder? Ein schöner Comicstil, ein sprechender Stoffhase und ein paar lustige Rätsel. Eigentlich genau die Art Spiel mit der man junge Zocker begeistern kann, oder?

FALSCH! Im letzten Drittel nimmt Eba eine überraschende Wendung. Ich möchte nicht zuviel verraten (und Leser die das Spiel schon kennen darum bitten sich auch nicht in den Kommentaren zu verplappern), aber wer das Spiel bis zum Ende durchspielt wird es danach kaum einem 7-jährigem Adventure Neuling in die Hand drücken.

Es ist ohne Zweifel der Schluss, warum das Spiel außerhalb Deutschlands das PEGI-Rating "ab 12" trägt, also das selbe wie ein Action-Adventure wie Zelda oder ein Prügler wie Street Fighter.

Doch die USK hat dieses letzte Drittel offensichtlich nicht gesehen. Entweder das, oder ihr Kriterien-Katalog ist lascher als ich bisher annahm. Natürlich kann die USK in ihrer aktuellen Form gar nicht jedes Spiel von Vorne bis Hinten prüfen, vor allem nicht bei so oberflächlich harmlosen Titeln wie Edna bricht aus.
Aber die Entwickler wussten genau, was sie da haben. Deshalb hat das Spiel auch das PEGI 12er Rating und deshalb hat die USK in diesem Fall versagt.

Die Idee hinter der Institution der USK ist gut, aber vielleicht wissen es die Leute aus der Industrie manchmal eben doch besser. Edna bricht aus ist ein super Spiel, aber es gehört wirklich nicht in Kinderhände.

PEGI: 1 / USK: 0

Kommentare:

  1. Die USK ist auch industrie"kontrolliert" bzw. "industriehnah"; deswegen auch SELBSTkontrolle. Es ist Quatsch zu behaupten, dass PEGI schlecht sei, weil die Industrie die Freigaben bestimmt.

    AntwortenLöschen
  2. Nette Serien anfang ^^
    Ich hab auf Wiki die Story gelesen und ja nichts für Kinderhände...
    -
    Andere Fälle von Interesse:
    Risen USK 12 und PEGI 16 (RPG)
    STALKER Keine Freigabe und 16+ (Shooter Horror)
    Jack Keane 6 und 12+ (Adventure)
    Tomb Raider - Legend 16 und 12+ (Adventure)
    -
    Happy Coding.

    AntwortenLöschen
  3. Die USK Prüft solche Spiele bestimmt auch immer bis ganz ans Ende, sind ja auch narrativ so angelegt dass sie theoretisch immer ganz verschiedene Wendungen nehmen könnten, und es gibt abgesehen von indizierten Adventures (Phantasmagoria) auch schon solche welche zensiert wurden - "I have no mouth and I must scream" 1996 Für ganz Europa so, dass es praktisch unspielbar wurde weil ein ganzes Viertel davon gefehlt hat
    Wo ich mir nicht so ganz sicher wäre sind eher tatsächliche Kinderspiele - da gab es in den vergangenen Jahren bei Nintendo in den USA Schon ein Vorkommnis mit einer Presseversion. Wie dem auch sei: die heiklen Themen für Deutschland bleiben unmittelbare Darstellungen von Krieg und explizite Gewalt, und da es im Westen sowieso so gut wie nie kommerzielle Pornospiele für Läden gegeben hat wird das auch so bleiben - da kann ein Titel anders noch so sehr verstören.
    Die krassesten historischen Beispiele für Unterchiede zwischen USK Und PEGI Betreffen übrigens Casino-Spiele: die waren in Deutschland auch immer eher ohne Altersbeschränkung, über die PEGI Jedoch anfangs gar ab 18, erst später schien man da mit ab 12 einen moderaten Mittelweg gefunden zu haben: ich glaub da gabs auch Neuprüfungen falls das möglich ist. Momentan finde ich in der PEGI-Datenbank nämlich nur mehr "Golden Nugget Casino" und "SEGA Casino" für den Nintendo DS Ab 18 Gelistet, USK Beide ab 0, letztere Verpackung kann hier begutachtet werden: http://www.amazon.de/Sega-Casino/dp/B000BYVPJA/ref=sr_1_2?ie=UTF8&s=videogames&qid=1269133005&sr=8-2

    AntwortenLöschen
  4. Wow, Pyri, das ist der längste Kommentar den hier je jemand geschrieben hat glaub ich. xD
    Ich weiß nicht so recht, ich kann mir nicht vorstellen wie ein Gremium aus Pädagogen, Thelogen und wer sonst noch im USK-Gremium sitzt die letzten 15 Minuten des Spiels präsentiert bekommt und dem Spiel "Freigegeben ohne Altersfreiagbe"-Siegel gibt. Das fände ich unglaublich verantwortungslos für Personen in dieser Position.

    @TRB: danke für die Vorschläge. Ich möchte da bei Gelegenheit ein bisschen Abweschlungs reinbringen und nicht "nur" die USK bashen. Hab z.B. gesehen, dass Final Fantasy XIII eine 12 von der USK und eine 16 von der PEGI bekommen hat. Ich hab nicht vor, das Spiel in den nächsten paar Monaten zu spielen, aber ich kann mir wirklich nicht denken was ein PEGI 16er Rating in einem FF-Spiel rechtfertigen würde.

    AntwortenLöschen
  5. Final Fantasy XIII hat auch ein PEGI 16 Rating.
    Versteh ich auch nicht so ganz. Es wird zwar fast nur gekämpft, aber das gilt ja für auch jedes andere RPG.

    AntwortenLöschen
  6. Eben, das mein ich ja. Ich kann mir eigentlich kaum vorstellen warum. Hat's irgendwer schon ausführlich gespielt? Ist da irgendwelcher besonders bösartiger Kram drin?
    Vielleicht hat sich der Publisher ja auch angesichts der komplexen Mechanik für dieses Rating entschieden, was ich aber eigentlich kaum glauben kann.

    AntwortenLöschen
  7. Das Spiel ist auf allen erdenklichen Ebenen nicht für kleine Kinder geeignet.
    Das fängt schon beim Schwierigkeitsgrad an, wenn ein Erwachsener an manchen Stellen schon Probleme ha, dann ist das Spiel für einen 7-jährigen wohl extrem schwer. Dann der recht dunkle Humor, den ein Kind nicht verstehen würde. Und natürlich die bizarre Story mit der Wende zum Ende, die sehr verstörend sein kann für ein kleines Kind, auch wenn keine visuelle Gewalt vorkommt.


    Final Fantasy XIII habe ich noch nicht gespielt, aber aus Preview-Videos die ich gesehen habe, scheint hervorzugehen, dass eine Menge Menschen sterben / zu Kristall erstarren und das scheint hier unter anderem der Knackpunkt zu sein.

    AntwortenLöschen
  8. Zusatz: Also mit Menschen meine ich Hauptfiguren, NPCs die man trifft etc. und keine namenlosen Monster.

    AntwortenLöschen
  9. @Green:
    Beyond Good and Evil
    Altersfreigabe:
    PEGI-Einstufung: 7+
    USK ab 12 freigegeben
    http://de.wikipedia.org/wiki/Beyond_Good_&_Evil

    Da hat die USK recht, dass Thema Properganda ist nichts für Kinder unter 12 bzw die Meisten begreifen dass erst wenn sie älter sind.
    -
    Happy Coding.

    AntwortenLöschen
  10. BG&E hab ich seit ner Weile nicht mehr gespielt, könnte ich mir aber durchaus nochmal ankucken.

    AntwortenLöschen
  11. @Anonym: Ich bezog mich jetzt nut auf die Story. Ich bin mit Point & Click Adventures groß geworden und die können schon toll sein wenn man jünger ist, auch wenn man Hilfe braucht an und zu.

    AntwortenLöschen