Montag, 30. Januar 2012

ACTA

Habt ihr schon von ACTA gehört? Es ist sowas ähnliches wie die ganze SOPA/PIPA-Geschichte um die es neulich in Amerika ging. Seht euch einfach mal die Extra-Credits Episode dazu an. Die beiden wurden ja erfolgreich ausgebremst, aber ACTA ist in Amerika schon durch und und jetzt ist die Frage wie sich das ganze auf Europa auswirken wird.

Eine Erklärung zu ACTA, wenn auch autorbedingt etwas reißerisch formuliert, gibt es in diesem Video:

... und auf dieser Website, die gleichzeitig als Unterschriften-Sammlung gegen ACTA dient. Ich denke an diesem Punkt muss ich nicht mehr schreiben, weil alles wichtige schon gesagt wurde. Klickt auf den Link, lest es euch durch und trefft eine Entscheidung.

Freitag, 27. Januar 2012

Ich bin unzurechnungsfähig!!

Das Aktionsbündniss Winnenden hat einen neuen Flyer herausgeben. Und glaubt man diesem, dann haben die Gamer eh keine Ahnung wenn sie von Gewalt in Spielen reden. Denn...
Erwiesen ist:
3. dass subjektive Aussagen und Selbstinterpretationen von Gamern („Ich bin nicht aggressiv geworden“) bedeutungslos sind – auch nach dem Genuss von zu viel Alkohol fühlt man sich fahrtüchtig.
Ein weiterer Fall von "einfach mal die Glaubwürdigkeit der Gegenseite untergraben", damit hat das Aktionsbündniss ja Erfahrung. Der Vergleich mit Alkohol ist auch super! Jetzt kann mein Bruder endlich aufhören sich darüber aufzuregen, dass ich kaum trinke. Offensichtlich stehe ich bereits stark unter dem Einfluss anderer bewusstseinsverändernden Substanzen.

Ich hatte wirklich gedacht, dass es so langsam mal ruhiger wird, aber da hab ich mich wohl zu früh gefreut. Insgesamt ist der "Flyer für Lehrer" mal wieder vollgestopft mit irgendwelchen Belegen und Ergebnissen von denen ich grade zum ersten mal höre. Besonders schlecht wird mir bei diesem Abschnitt:
Viele Schüler haben Probleme mit der Schule, zu Hause, mit Freunden und mit sich selbst. Manche fühlen sich allein gelassen, hilflos und sehen keinen Ausweg. Manche denken dabei an Selbstmord, andere fühlen sich gedemütigt und versuchen ihren Frust loszuwerden, indem sie sich in permanente Ablenkung durch virtuelle mediale Gewalt flüchten - und werden gewalttätig um ihre vermeintliche Ehre wieder herzustellen.
Man könnte ja einen Teil der knapp bemessenen Flyer-Fläche dazu nutzen Methoden vorzuschlagen um genau so etwas zu verhindern. Aber hier werden nur die Symptome bekämpft, nicht die Ursache! Wie kann ich so einen Text schreiben, über Probleme und Demütigung und Selbstmordgedanken und sich dann wieder sofort auf die Spiele stürzen? Ich mein, Hallo?! Geht's noch?!

Das Design ist auch wieder große Klasse! Auf Flyern und Postern vom AAW finden sich mehr Einschusslöcher als in offiziellem Werbematerial zu Bulletstorm. Da denken die Leute auch konstant an Gewalt wenn sie den Flyer in den Händen halten. Es ist noch nicht mal sonderlich subtil, weil die Einschusslöcher ziemlich schlecht in das Gesamtbild eingebaut wurden. Und dann auch noch das Fadenkreuz und die Patronen auf der Entertaste als Cover. Ihr Photoshop-fu ist echt zum schießen *badum-tish*

Ich gebe zu, ich bin aus dem "Risiko-Alter" über das man hier klagt schon lange raus. Aber wie hier schon wieder alles in einen Topf geworfen wird! Mobbing, Spielsucht (natürlich ohne Definition), Gruppenzwang und all das unter dem Aufhänger der Brutale Computerspiele (Blücher). Fucking Mobbing wird direkt mit Gewaltspielen (Blücher) in Verbindung gebracht.

Dass die Leute immer noch keine Ahnung haben wovon sie da reden ist klar. Wer legt schießen schon auf die Entertaste?

Deponia

Daedalic hat es wieder mal geschafft! Ein Point & Click Adventure bei dem von vorne bis hinten einfach alles stimmt. Deponia ist einfach herrlich.

Hier gibts mein Review

Donnerstag, 26. Januar 2012

Gott ist tot

Nicht nur ein Gott, ein ganzes Pantheon sogar. Ich habe God of War III durchgespielt und die einzige Überlebende des Olymp ist Aphrodite, aber vermutlich hat die sich irgendeine eklige Geschlechtskrankheit von Kratos eingefangen.

Ich hab vor ner Weile schonmal darüber geschrieben, dass mich Kratos als Protagonist nicht wirklich überzeugt: Seine einzige Charaktereigenschaft scheint unbändige Wut. Er schlägt jeden zu Brei der ihn auch nur schief ankuckt und für ca. die Hälfte des Spiels hat er das Charisma einer 90er Jahre Rob Liefeld-Kreation. Doch dann passiert etwas. Nämlich Spoiler! Nein, im Ernst, ich rede hier jetzt genauer über die Handlung von GoW3, also ist das offiziell Spoiler-Terretorium.

Also, Kratos bekommt vom Geist von Athena (wir erinnern uns, sie wurde im letzten Spiel von Kratos ausversehen aufgespießt) den Hinweiß, dass wir um Zeus zu besiegen die Flamme des Olymp brauchen. In der Flamme befindet sich die Kiste der Pandora, deren Macht Kratos im ersten Teil entfesselte um Ares zu töten. Die Kiste, so Athena, enthält immer noch die "Macht einen Gott zu töten" (nicht, dass Kratos dabei Hilfe bräuchte), wird aber beschützt durch die Flamme. Und um die Flamme zu entfernen muss er die Pandora, die "Tochter" von Schmiedegott Hepheistos, dafür opfern. Und hier wird es interessant. Denn Kratos erlebt eine Wandlung. Da Pandora zumindest äußerlich einem jungen Mädchen gleicht, will Kratos sie um jeden Preis beschützen. Offensichtlich um die Tatsache zu verarbeiten, dass er im Blutrausch seine eigene Tochter getötet hat. Hier sehen wir in dem Mann, der seit dem Beginn von God of War II nichts anderes sagt als "rrraaaaarrrr... VENGÄÄÄÄNCE!!!" und der nicht mal Zeit hatte mit den Schulter zu zucken als er ganz Griechenland ersäufte, und auf einmal hat er einen anderen Gesichtsausdruck. Er sagt Pandora sogar, dass er einen anderen Weg finden will die Flamme zu überwinden. So im Gesamtkontext de2 letzten 2 Spiele ein Tropfen auf dem heißen Stein, aber es zeigt eine andere Seite von Kratos und hilft ihm auf seinem Pfad zur Vergebung.


Soviel dazu, jetzt möchte ich nochmal einen Comment von Peter Clemenza zu Sprechen kommen:
Egal wie es aussieht er benutzt immer die Götter als Ausrede für seinen Blut und Machtdurst
...
Kratos ist nicht nur ein typischer Bad Guy der Spaß am Zerstören hat, er ist für mich ein Symbol der Menschen die mit Ihrer Freiheit nicht klarkommen und immer andere für Ihre Versagen verantwortlich machen, anstatt einfach Ihren Frieden zu finden und weiterzumachen bis alles funktioniert.
Interessanter Ansatz, an dem durchaus etwas dran sein könnte. Aber er hat auch so seine Macken. Ich könnte mich hier irren, aber was Kratos letztlich zu seinem über 2 Spiele dauerenden Rachefeldzug gegen den Olymp bringt, ist die Tatsache, dass Zeus ihn am Anfang von GoW2 umgebracht hat. Klar, eine Entschuldigung für die Zerstörung die er über die Welt bringt ist das nicht, aber ich hatte jetzt nicht den Eindruck, dass er mit seiner Freiheit nicht klar kommt.
Apropos Freiheit, ich weiß nicht ob euch das aufgefallen ist, aber in God of War 3 gibt es ziemlich viele Ketten. Die Unterwelt ist an einer Kette mit dem Olymp verbunden an der Kratos mehrmals auf und ab gleitet und klettert. Chronos trägt immer noch die Ketten von Pandoras Tempel. Und dann wäre da noch das Waffenarsenal. Wie Yahtzee Croshaw schon schrieb, sind die Ketten um Kratos Arme ein Teil seines Charakterdesigns und verkörpern seine Sklaverei gegenüber höheren Mächten. Soviel zu den Blades of Ares/Athena/Exile. Aber in GoW3 basiert jede der 4 Waffen auf Ketten, warum ist das so? Die 2. Hauptwaffe die man im Spiel bekommt sind die Klauen des Hades. Dass der auch eine Art Kettenwaffe hat ist gar nicht so abwwegig, von wegen Seelen an die Unterwelt binden und so. Aber auch die anderen beiden Waffen, der Nemean Cestus und die Nemesis-Peitsche sind Ketten-basiert. Man könnte sagen Ketten sind ein, wenn nicht sogar das, Leitmotiv von God of War III.
Aber was bedeutet das? Ist Sklaverei immer noch ein so wichtiges Thema im dritten Teil? Immerhin dient Kratos schon lange nicht mehr den Göttern des Olymp und auch die Titanen werden recht schnell von der Liste potentieller Arbeitgeber gestrichen. Hinzu kommt, dass so einige Ketten zerstört bzw. abgelegt werden, wie eben die Kette zwischen der Unterwelt und dem Olymp und am Ende fallen die Ketten von Kratos Unterarmen ab. War er ein Sklave seiner Schuldgefühle?


Ach ja, bevor ich es vergesse: Das Spiel an sich war ziemlich gut. Nach einer Weile hat mir auch das Kampfsystem wieder Spaß gemacht, auch wenn es grobschlächtiger und weniger präzise ist als das in Castlevania: Lords of Shadow. Der Kampf gegen Chronos ist möglicherweise einer der most fucking epic Moments der Videospielegeschichte.

Abschließend stellt sich nur noch die Frage, was wir im nächsten Teil sehen werden. Und macht euch nichts vor, es wird einen nächsten Teil geben. Ich bin sogar ziemlich sicher, dass wir zur E3 mit der offiziellen Ankündigung von God of War IV rechnen können. Die Frage ist, wohin soll die Serie gehen? Weil ich glaube nach 5 Spielen ist in der griechischen Mythologie nicht mehr viel übrig. Die Serie war von Anfang an so übertrieben, der Shark konnte gar nicht kucken, so schnell wurde er gejumped. Gerüchten zufolge soll es Kratos als nächstes in den hohen Norden treiben und sich mit dem lokalen Pantheon anlegen. Kratos vs. Thor wäre dann aber ein klarer Fall von Frying the Coke.

Wobei die Idee von Penny-Arcade auch nicht schlecht ist.

Freitag, 20. Januar 2012

Comic Review: Batman: Nachahmer

LinkNächsten Monat erscheint Gotham City Impostors, der Batman Multiplayer Shooter. Auf der Gamescom hat mir das Spiel gefallen, also hab ich mir mal den Comic besorgt, auf dem das Spiel basiert.

Zum Review

Montag, 16. Januar 2012

Gewalttätige Gewalt ist gewalttätig

Durch meinen Post über die abgelehnte Petition am Samstag hatte ich für eine Weile so viele Leser wie lange nicht mehr. Danke an all die fleißigen Retweeter. :)

Jetzt habe ich mal wieder das Bedürfnis den Blog mit etwas gehaltvollem Content zu füllen, in der Hoffnung, dass die Leute die durch den vorherigen Post zu mir gefunden haben auch bleiben. Die Frage ist, über was soll ich schreiben?

Ich habe so ein bisschen das Gefühl, das mit dem augenscheinlichen Ende der Killerspieldebatte auch Diskussionen über Gewalt in Spielen an sich unwichtiger geworden ist. Mehr und mehr Spiele überraschen damit, dass es sie es ungeschoren durch die USK-Prüfung geschafft haben. Erst heute habe ich gelesen, dass sogar Ninja Gaiden III ungeschnitten erscheint. Ninja fucking Gaiden!
Es soll jetzt nicht so klingen als würde mich übertriebene Gewalt in Videospiel stören. Bulletstorm war in meinen persönlichen Top 10 für 2011 und ich freue mich riesig auf die Komplett Edition von Mortal Kombat die im Februar erscheint. (Genau darauf hab ich nämlich gewartet, wegen dem ganzen DLC-Problem, das man sonst hat.) Aber nach 2 Jahren in denen ich Videospiele gegenüber Leuten wie Regine Pfeiffer verteidigt habe, erwische ich mich immer wieder dabei, Gewalt und moralisch verwerfliche Aktionen in Videospielen zu analysieren und in Frage zu stellen.

Nehmen wir z.B. den neusten Teil der Hitman-Reihe, Absolution, zu dem es dieses schicke Preview-Video gibt.


Soweit, so westliches AAA Stealth/Action Game. Ich muss zugeben, ich habe das Frnachise nicht wirklich verfolgt, aber soweit ich das mitbekommen habe, gings doch darum, dass 47 ein "Guter" wird. Immerhin heißt dieser Teil auch Absolution. Warum bringt er dann all diese Polizisten um? Eigentlich sollte mich das nicht wirklich stören, aber ich ertappe mich eben doch dabei.
Die Frage ist, ob das jetzt wirklich so schlimm ist. Dieses Spiel ist für Erwachsene und es ist bei weitem nicht das erste Mal, dass in einem Spiel Polizisten getötet werden. In Grand Theft Auto IV habe ich mich nie daran gestört, warum fällt es mir also hier auf?

Aber das ist nur eine von vielen Spielen, in dem ich über die gezeigte Gewalt nachdenke. Seit kurzem spiele ich ja Uncharted und meine Fresse, ich habe seit Red Dead Redemption nicht mehr so viele Handlanger getötet. Ich meine, klar, es ist Actionspiel mit Shooteranteil, aber Nathan Drake kämpft nicht gegen eine Armee oder außerirdische Invasoren, sondern mit einer Bande Räuber zu tun. Wo kommen die alle her?!
Hier störe ich mich weniger an den moralischen Implikationen von Drakes Handeln, auch wenn ich es könnte, sondern daran, dass dieses unheimlich hohe Gegneraufkommen der Atmosphäre des Spiels schadet.

Worauf ich hinaus will ist.... ich bin mir eigentlich nicht ganz sicher. Es ging mir um Gewalt in Videospielen aber ich habe jetzt 3 so massiv verschiedene Themen angeschnitten, dass das alles irgendwie etwas zusammenhanglos wirkt.
Ich finde einfach, auch wenn Spiele ein Zeitvertreib und Unterhaltung sind, kann man dennoch ernsthaft mit diesem Dingen umgehen. Bevor ich jetzt noch mehr Mist schreibe, möchte ich euch mal zu Wort kommen lassen: Die Killerspieldebatte mal außen vorgelassen, was verbindet ihr persönlich mit Gewalt in Videospielen? Zu viel? Zu wenig? Gibt es bestimmte Spiele in denen ihr ähnliche Gedanken hattet?