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Freitag, 27. Januar 2012

Ich bin unzurechnungsfähig!!

Das Aktionsbündniss Winnenden hat einen neuen Flyer herausgeben. Und glaubt man diesem, dann haben die Gamer eh keine Ahnung wenn sie von Gewalt in Spielen reden. Denn...
Erwiesen ist:
3. dass subjektive Aussagen und Selbstinterpretationen von Gamern („Ich bin nicht aggressiv geworden“) bedeutungslos sind – auch nach dem Genuss von zu viel Alkohol fühlt man sich fahrtüchtig.
Ein weiterer Fall von "einfach mal die Glaubwürdigkeit der Gegenseite untergraben", damit hat das Aktionsbündniss ja Erfahrung. Der Vergleich mit Alkohol ist auch super! Jetzt kann mein Bruder endlich aufhören sich darüber aufzuregen, dass ich kaum trinke. Offensichtlich stehe ich bereits stark unter dem Einfluss anderer bewusstseinsverändernden Substanzen.

Ich hatte wirklich gedacht, dass es so langsam mal ruhiger wird, aber da hab ich mich wohl zu früh gefreut. Insgesamt ist der "Flyer für Lehrer" mal wieder vollgestopft mit irgendwelchen Belegen und Ergebnissen von denen ich grade zum ersten mal höre. Besonders schlecht wird mir bei diesem Abschnitt:
Viele Schüler haben Probleme mit der Schule, zu Hause, mit Freunden und mit sich selbst. Manche fühlen sich allein gelassen, hilflos und sehen keinen Ausweg. Manche denken dabei an Selbstmord, andere fühlen sich gedemütigt und versuchen ihren Frust loszuwerden, indem sie sich in permanente Ablenkung durch virtuelle mediale Gewalt flüchten - und werden gewalttätig um ihre vermeintliche Ehre wieder herzustellen.
Man könnte ja einen Teil der knapp bemessenen Flyer-Fläche dazu nutzen Methoden vorzuschlagen um genau so etwas zu verhindern. Aber hier werden nur die Symptome bekämpft, nicht die Ursache! Wie kann ich so einen Text schreiben, über Probleme und Demütigung und Selbstmordgedanken und sich dann wieder sofort auf die Spiele stürzen? Ich mein, Hallo?! Geht's noch?!

Das Design ist auch wieder große Klasse! Auf Flyern und Postern vom AAW finden sich mehr Einschusslöcher als in offiziellem Werbematerial zu Bulletstorm. Da denken die Leute auch konstant an Gewalt wenn sie den Flyer in den Händen halten. Es ist noch nicht mal sonderlich subtil, weil die Einschusslöcher ziemlich schlecht in das Gesamtbild eingebaut wurden. Und dann auch noch das Fadenkreuz und die Patronen auf der Entertaste als Cover. Ihr Photoshop-fu ist echt zum schießen *badum-tish*

Ich gebe zu, ich bin aus dem "Risiko-Alter" über das man hier klagt schon lange raus. Aber wie hier schon wieder alles in einen Topf geworfen wird! Mobbing, Spielsucht (natürlich ohne Definition), Gruppenzwang und all das unter dem Aufhänger der Brutale Computerspiele (Blücher). Fucking Mobbing wird direkt mit Gewaltspielen (Blücher) in Verbindung gebracht.

Dass die Leute immer noch keine Ahnung haben wovon sie da reden ist klar. Wer legt schießen schon auf die Entertaste?

Sonntag, 13. März 2011

The Aktionsbündniss strikes again!

Das Aktionsbündniss Winnenden hat mal wieder einen offenen Brief veröffentlicht. Darin wird angeprangert, dass die Versprechen der "politisch Verantwortlichen" nicht umgesetzt wurden. Zum einen prangern sie an, dass sich immer noch nichts am Waffengesetz geändert hat, aber das ist für mich jetzt nur sekundär. Natürlich prangern sie auch immer noch an, dass sogenannte "Killerspiele" (zumindest, dass sie es selber in Anführungszeichen setzen ist ein kleiner Fortschritt :P ) immer noch nicht verboten wurden.

Freitag, 25. Februar 2011

Pixel sind auch nur Menschen

Es hat lange gedauert, aber meine neuste große Kolumne zum Thema Gewalt in Videospielen ist endlich fertig.

Ein Punkt, der in der "Killerspiel"-Debatte oft angeschnitten wird, ist das schiere Unverständnis, wie man denn da am Bildschirm "Menschen töten kann". Normalerweise argumentieren wir Spieler damit, dass wir nie auf die Idee kommen würden, unseren virtuellen Gegnern irgendeine Form von Menschlichkeit zuzugestehen und somit auch keine Hemmungen haben, den digitalen Abzug zu drücken.

Immerhin, es ist ja “nur ein Spiel”. Aber dabei darf man nicht vergessen, dass es immer mehr Spiele gibt, die darauf bauen, dass die Charaktere "menschlicher" werden. Schätze es wird Zeit, das Ganze mal genauer unter die Lupe zu nehmen.

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Mittwoch, 22. September 2010

Um Himmels Willen, die wollen sich doch nicht etwa informieren?!

Ganz ehrlich, so langsam ist es echt zu leicht was Negatives über das Aktionsbündniss Winnenden zu schreiben. Ich habe ja eine Zeitlang wirklich versucht möglichst neutral über den Verein um Hardy Schober zu berichten, aber diese neuste Aktion ist mal wieder so der Abschuss, dass ich gar nicht anders kann als drüber zu lästern.

Okay, folgendes Szenario: Die Medienpolitiker Dorothee Bär von der CSU, sowie Jimmy Schulz und Manuel Höferlin von der FDP wollen im November eine LAN-Party im Bundestag veranstalten um den Abgeordneten dort mal zu zeigen, was es mit den bösartigen "Killerspielen" auf sich hat. Prinzipiell 'ne richtig gute Idee. Eltern-LANs gibt es ja schon länger, aber einfach mal ein paar Politiker vor einem Bildschirm zu setzen und dann Schwarz und Gelb gegeneinander Counter-Strike spielen zu lassen klingt doch mal richtig sinnvoll.

Und an diesem Punkt schaltet sich das AAW ein:
Die Bundestagsabgeordneten werden ihrer Vorbildfunktion nicht gerecht, wenn sie selbst Spiele spielen, bei denen virtuell Menschen getötet werden. Gegen eine fachliche, wissenschaftlich begleitete, nicht-öffentliche Beschäftigung mit dem Thema in einem Ausschuss wäre nichts einzuwenden. Sie wäre sogar zu begrüßen, aber diese öffentliche LAN-Party ist für uns nicht hinnehmbar.
Quelle: Hamburger Morgenpost

Es gab Zeiten, da haben mich die Aussagen von Herrn Schober aufgrund seiner unfassbaren Ignoranz zur Weißglut gebracht. Doch jetzt sitze ich hier und kichere vor mich hin. Das ist einfach so uneheimlich absurd. Einmal völlig davon abgesehen, wie der werte Herr Schober auf die Idee kommt, den Bundestagsabgeordneten irgendetwas vorschreiben zu können, muss man sich mal über die Aussage an sich Gedanken machen.
Das AAW (also Herr Schober) würde sich dazu bereit erklären mit Politikern und Wissenschaftlern eine fachliche Diskussion zu führen, möchte aber um jeden Preis verhindern, dass tatsächlich etwas gespielt wird.
WIE BEKLOPPT IST DENN DAS???

Das muss man sich mal vorstellen. "Das hier ist ganz, ganz böse, das müsst ihr verbieten. Nein, seht es euch nicht an! Ihr müsst uns einfach glauben, dass das ganz, ganz böse ist." WTF?! O_o
Gibt's da nicht ein Wort für? Passt Fundamentalismus? Hexenjagd? Spanische Investition?
Ich kann einfach nicht mehr, das ist pures Comedy Gold hier.

In den nächsten Tagen irgendwann kommt die Kritik zu Metroid: Other M und kurz darauf werde ich dem Spiel nochmal einen Extra Blogpost widmen in dem ich mich mit Samus Aran und ihrem Kindheitstrauma auseinander setze.

*Ninja vanish*

Donnerstag, 5. August 2010

...

An manchen Tagen sollte ich einfach nicht ins Internet gehen.

....

Ich fasse mich kurz: Das AAW hat... ist.... schon wieder.... ach, lest doch selbst.
Abhängige Gamer sind eigentlich bedauernswerte Menschen- fast so wie die Raucher. Letztere werden mitleidig belächelt, wenn sie bei klirrender Kälte vor der Kneipe stehen und an ihrem Glimmstengel ziehen, von manchen werden sie sogar geächtet und gemieden. Viele schämen sich wegen dieser Sucht und manche lassen deshalb sogar von ihrem Laster ab. Warum sollte es bei abhängigen Gamern anders sein, wenn sie bei schönstem Sonnenschein in einem abgedunkelten Raum stundenlang ihrer Leidenschaft frönen , wenn sie nicht mehr merken, dass es Jahreszeiten gibt und im Frühling die Natur erwacht, wenn sie nur noch in ihrem Zirkel von Gleichabhängigen im virtuellen Kriegsgetümmel kommunizieren oder auch gar keine Kontakte mehr haben und andere Lebensbereiche total vernachlässigen – z.B. auch die Freundin oder den Freund – und sich dann noch wundern, wenn man über sie den Kopf schüttelt oder gar verachtet.
Den ganzen Text findet ihr hier, einen Kommentar gibt es auf Stigma....

*Ninja kriegt Kopfschmerzen*

Donnerstag, 29. Juli 2010

AAW @ VDVC

Well that didn't take long....

Das AAW hat auf den offen Brief des VDVC reagiert. Und wie könnte es anders sein, bekommen wir wieder eine tolle Definition des Wortes "Killerspiele" von Hardy Schober. Dieser Text erschien vor 2 Tagen in der Stuttgarter Zeitung unter dem Titel "Das Amokbündnis schafft sich neue Gegner"... Moment ... Nein doch, da steht tatsächlich Amokbündniss. Das muss ich eigentlich gar nicht mehr kommentieren, oder? xD

Hardy Schober, der Vorsitzende des Amokbündnisses, sieht in der Reaktion der Spielervertreter erschreckende Parallelen zum Verhalten der Waffenlobbyisten. „Wir haben aber weder die Waffenbesitzer noch die Computerspieler unter einen Generalverdacht gestellt“, sagt Schober. Das Aktionsbündnis habe sich nie für ein generelles Verbot von Computerspielen starkgemacht, lediglich gegen die realitätsnahe Simulation der Tötung von Menschen. Das virtuelle Abschlachten von Menschen oder Trainingsmethoden, die auch von US-Militär zur Herabsetzung der Hemmschwelle eingesetzt würden, hätten nichts mit dem Begriff Spiel zu tun. Deshalb müssten solche Programme verboten werden. Den Vertretern der Computerspieler rät Schober, sich erst einmal mit den Forderungen des Aktionsbündnisses differenziert auseinander zu setzen und sich auf eine Position zu einigen. Dann könnte man über die geforderten „gemeinsamen konstruktiven Ansätze“ diskutieren.

Nachdem Ende letzten Monats noch von einem "Verbot von Killerspielen, die dazu dienen, virtuell Menschen zu ermorden", die Rede war geht Herr Schober jetzt ins Detail. "Realitatsnähe Simulationen der Tötung von Menschen". Nein, noch besser, "virtuelles Abschlachten" und natürlich die immer wieder gerne benutzte Lüge über das Hemmschwellenherabsetzungstraining der US Armee. Tötungssimulationen ist auch so ein tolles Wort. Jack Thompson hat das auch gerne benutzt.

Schober wirft den Autoren des Briefs also vor, sich erstmal differenzierter mit den Forderungen des AAW auseinander zu setzen, ignoriert dabei aber einen Großteil des Textes und hackt weiterhin auf Spielen rum von denen er keine Ahnung hat. Ich glaube sogar das mit dem Abschlachten ist Neuland für das VDVC, da sich die Aufmerksamkeit ja meist auf Shooter mit realistischem Setting beschränkt und Nahkampf-orientierte Spiele einfach nicht die selbe Aufmerksamkeit erregen. Ist aber trotzdem toll wie er jetzt dank 2 Definitionen ein möglichst breites Spektrum abdeckt, sowohl realistischere Shooter wie Modern Warfare, aber auch Metzelleien á la Kratos.

....

Ich bin zu müde da noch weiter drüber zu schreiben. Belassen wir es fürs erste dabei.

*Ninja geht ins Bett*

Freitag, 23. Juli 2010

VDVC @ AAW

Ich vermute mal, dass ein nicht geringer Teil meiner Leserschaft auch Stigma-Videospiele liest, aber für die die das nicht tun, habe ich hier was lesenswertes:

Der Verband für Deutschlands Video- und Computerspieler hat in Zusammenarbeit mit den jungen Piraten (warum brauch ne Partei wie die eigentlich ne Jugendgruppe? ^_^ ) und Pirate Gaming e.V. einen offen Brief an das Aktionsbündniss Winnenden verfasst. Und der ist echt gut. Um genau zu sein trifft das so ziemlich was ich immer versuche in solchen Texten auszudrücken.

Ein Ausschnitt:
Weiterhin sind Computerspiele immer noch genau das: Spiele. Wir, die Spieler, wissen genau, dass wir uns in einer lediglich fiktiven Umgebung bewegen, deren Regeln die der „wirklichen Welt“ in keinster Weise beeinflussen. Das beginnt bei schlichter Physik (der Umgebung im Allgemeinen aber auch der Waffen und deren Wirkung im Speziellen) und hört bei den Moralvorstellungen nicht auf. Wir wissen genau: Was im Spiel erlaubt sein kann, ist es deswegen in der Realität noch lange nicht! Und weiter: Was im Spiel funktioniert, funktioniert deswegen in der Realität ebenso wenig zwingend!
Den ganzen Brief findet ihr hier.
@Patrick, Sven und Heiko: Hut ab. Toller Text!

Auch wenn ich trotzdem weiterhin gegen §131 bin, "gesamtgesellschaftlich gefestigt" ,oder nicht.

Donnerstag, 22. Juli 2010

"Killerspiel"-Feature Version 2.0

Sodele, ich habe den Text massiv gekürzt und so abgegeben. Ich bin nicht wirklich zufrieden damit, aber er musste prinzipiell erstmal nur existieren, damit ich den Kurs angerechnet bekomme.
Der Text ist jetzt nur noch 2 Seiten lang und ich habe mir Mühe gegeben auch der Gegenseite etwas mehr Boden zu geben. Leider habe ich dadurch auch einige bissige Kommentare weglassen müssen.
Auch für diesen Text habe ich wieder einiges an Feedback bekommen. Manche sagten er sei deutlich besser, andere wiederum meinten er sei immer noch zu einseitig und ich würde über zu viele Dinge gleichzeitig reden. Natürlich wäre die Spieleverbrennung des AAW alleine schon ein guter Ansatz für nen Artikel gewesen, aber ich wollte mehr von der Situation darlegen. Einmal abgesehen davon wollte ich "Familien gegen 'Killerspiele'" echt nur als Einleitung nutzen, immerhin ist das ganze schon über ein halbes Jahr her.

Ohne jetzt noch lange drüber zu reden, hier die Version die ich abgegeben habe, aber irgendwie habe ich meine Zweifel, dass das letzte mal war, dass ich an diesem Artikel werkle.


Ich habe wirklich keine Ahnung was ich falsch mache, aber wenn ihr diesen Text lesen wolt, müsst ihr die gesamte Seite markieren. :P

Samstag der 17. Oktober 2009. Ein trister und kalter Tag. Auf dem Platz vor dem Stuttgarter Operngebäude steht ein großer, buntbemalter Müllcontainer. Aufgestellt wurde er vom Aktionsbündniss Amoklauf Winnenden, den Hinterbliebenen der Ereignisse von Winnenden im letzten März. Ihr Plan: In diesem Container "Killerspiele" sammeln um sie später in einer Müllverbrennungsanlage zu vernichten. Denn gäbe es keine "Killerspiele", so das AAW, dann würde es auch weniger Amokläufe geben. Doch der Container bleibt leer. Über den gesamten Tag verteilt landen nur vier Spiele im Container: Zwei noch Originalverpackt, eine Spende von einer Gegenaktion und eines war als Witz gemeint. Hardy Schober, der Vorsitzende des AAW, wird die Aktion später trotzdem als Erfolg preisen, denn man wollte ja nur "provozieren" und "den Dialog mit den Spielern suchen", nachdem er Monate lang jedem Kontakt mit diesen aus dem Weg gegangen ist.
So ist der 17. Oktober für die Seite der Gamer vergleichsweise glimpflich ausgegangen, überraschend, bedenkt man den Grundgedanken der Aktion. Doch in der andauernden Debatte um ein Verbot von "Killerspielen" war dies eher eine Ausnahme.

Der Anfang
Das Thema "Killerspiele" wird immer eng verknüpft mit Jugendgewalt, im speziellen Amokläufen. Nach solchen Ereignissen wird immer schnell nach einem Grund gesucht und oft landet man bei brutalen Videospielen. Immerhin, kann das denn gesund sein, wenn Jugendliche Stunden damit verbringen auf dem Bildschirm virtuelle Menschen zu erschießen?
Die ganze Geschichte, begann 2002 mit dem Amoklauf von Erfurt. Der 19-Jährige Robert Steinhäuser drang bewaffnet in seine alte Schule ein und tötete 16 Menschen.1 Zwar löste bereits der Amoklauf in Littleton, Colorado, eine ähnliche Debatte in den USA aus, aber Erfurt machte das Thema in Deutschland Salon-fähig und brachte Politiker, Presse und Fernsehen dazu die sogenannten "Killerspiele" zum neuen Sündenbock der Nation zu machen.

Definition?
Aber was ist überhaupt ein "Killerspiel"? Bis zum heutigen Tage gibt es keine feste Definition des Wortes. Zwar wird es von Seiten der Verbotsbefürworter, welche von Gamern manchmal auch scherzhaft als "Spielekiller" bezeichnet werden, häufig erklärt, aber immer wieder ein bisschen anders. Das einzige worin sich die meisten Kritiker einig sind, ist, dass in den Spielen auf menschenähnliche Figuren virtuell geschossen wird.


Hardy Schober sprach nach der Aktion des AAW in Stuttgart von Spiele(n), die vom US-Militär entwickelt worden sind, um die Gewalt (Anmerkung: Er redet vermutlich von der "Gewalthemmschwelle") ihrer Soldaten zu senken.“ Dieses Argument findet sich recht häufig im Streit über brutale Computerspiele, vor allem im Kölner Aufruf2, doch es steht auf wackligen Füßen. America's Army ist die einzige Spiele-Serie welche im Auftrag der US-Armee entstanden ist und es handelt sich hierbei um ein Rekrutierungstool.
Wie sich ein Hauptmann der Bundeswehr gegenüber der GamePro äußerte, gäbe es zwar “Schießkinos”, in denen aber nur Teamtaktiken und Waffenhandhabung trainiert werden, aber weder die Bundeswehr noch die US-Armee nutzen normale Computerspiele zum Training und erst recht nicht zur Desensibilieserung der Soldaten.3


Dem bayrischen Innenminister Joachim Herrmann, der "Killerspiele" schon auf die selbe Stufe wie harte Drogen und Kinderpornografie stellte, "geht es allein um so genannte Killerspiele, Computerspiele also, die menschenverachtende Gewalttätigkeiten zum Inhalt haben.", ignoriert dabei aber, dass es bereits Gesetze gegen gewaltverherrlichende Medien gibt.

Studien
Sucht man nach wissenschaftlichen Studien zur Auswirkung die gewalthaltige Videospiele auf Jugendliche haben, stößt man auf sehr unterschiedliche Ergebnisse. Insgesamt ist es recht schwierig einen echten Experten für das Thema zu finden, da die Verbotsbefürworter immer das selbe Ziel im Auge haben, obwohl es ihnen weiterhin an Praxiserfahrung mit Videospielen mangelt, während die Spieler selbst in die Defensive gedrängt werden und natürlich auch ihr Hobby verteidigen wollen.


Erst letzten Monat veröffentlichte das Kriminologische Forschungsinstitut Niedersachsen, unter Leitung des Kriminologen Dr. Christian Pfeiffer, eine Studie, die “Killerspiele” in Verbindung mit rechtsextremer Gewalt stellt: Je häufiger die Jugendlichen ihre Freizeit mit dem Konsum gewalthaltiger Medien (Horror-, Actionfilme, Kampfspiele, Ego-Shooter) verbringen, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass Jugendliche durch ausländerfeindliche Einstellungen und rechtsextremes Verhalten in Erscheinung treten.”4


Eine Studie der amerikanischen Villanova University dagegen zeigt, dass Videospiele allein bei Weitem keine Gewalt im wirklichen Leben auslösen, es geht viel mehr darum wie gewaltbereit man grundsätzlich ist: ... it is crucial to consider the dispositional characteristics of the person playing the videogame when predicting the type of effect the violent videogame might have on his or her hostility."5

"Killerspiele" in den Medien
Ein weiteres (man könnte schon fast sagen das zentrale) Problem in der “Killerspiel”-Debatte ist wie einseitig die Medien über das Thema berichten. Positive Berichte über Computerspiele finden sich nur äußerst selten. Negative Berichte dagegen stehen auf der Tagesordnung vieler großer Sender. Mit den Details, oder Wahrheit, nimmt man es dabei nicht so genau. So wurde die "Killerspiel"-Sammel-Aktion des AAW vom ZDF als großer Erfolg dargestellt: "Bis zum frühen Nachmittag hatten vor allem Jugendliche etwa zwei Dutzend Computerspiele wie das umstrittene "Counter-Strike" in einen Müllcontainer geworfen." Was, wie bereits Eingangs erwähnt, nicht ganz der Wahrheit entspricht. Es waren nur 4 Spiele und “vor allem Jugendliche” trifft auch nicht wirklich zu.


Das RTL Boulevard-Magazin Explosiv hat vor kurzem ein ursprünglich auf YouTube veröffentlichtes "Let's Play"-Video missbraucht. In so einem Video nimmt ein Spieler ein Spiel auf und kommentiert es währenddessen. Bei RTL wurde nun dem Zuschauer der Kontext des Videos vorenthalten und es nachträglich bearbeitet um den Eindruck zu erwecken, der Spieler würde dermaßen unter Realitätsverlust leiden, dass er anfängt eine Spielfigur zu bedrohen.6

Kein Ende in Sicht
Aber was ist nun der Kern des Streits um Killerspiele. Ein Generationenkonflikt? Die meisten Spielekiller zeichnen sich dadurch aus, dass sie über 40 sind und ihrem Leben noch nie ein Gamepad in der Hand hatten, darunter viele Politiker.
Dabei ist es kein neues Phänomen, dass eine ältere Generation ein Erfindung verteufelt die von jungen Leuten mit so viel Freude und Enthusiasmus aufgenommen wird. Comics, Rock’n Roll, einst sicher auch mal sogar Bücher. Insofern ist es schwierig für die Gamer-Generation ein älteres Publikum davon zu überzeugen, dass ihr Hobby ein harmloses ist. Nicht zuletzt weil Politiker nicht gerade dafür bekannt sind, tolle Zuhörer zu sein.

Ein Ende der Debatte ist nicht in Sicht. Das AAW bleibt hart, Politiker bleiben stur, das Fernsehen lügt fröhlich weiter und Gamer argumentieren weiterhin mit Geduld und gesundem Menschenverstand und werden nicht gehört.

Quellen:
1. http://de.wikipedia.org/wiki/Amoklauf_von_Erfurt
2. http://www.nrhz.de/flyer/media/13254/Aufruf_gegen_Computergewalt.pdf
3. http://www.gamepro.de/specials/amoklauf_in_winnenden_drill_durch_ego_shooter/1960333/amoklauf_in_winnenden_drill_durch_ego_shooter.html
4. http://stigma-videospiele.de/wordpress/?p=4433
5. http://www.escapistmagazine.com/news/view/101160-New-Study-Most-Teenagers-are-Unaffected-by-Violent-Gaming
6. http://greenninja87.blogspot.com/2010/05/rtl-missbraucht-youtube-video.html




Sonntag, 18. Juli 2010

"Killerspiel"-Feature Version 1.0

Wie ich erst kürzlich erzählt hab, arbeite ich im Moment für ein Journalismus Seminar an der Uni an einem Bericht zum Thema "Killerspiele". Nachdem Feedback welches ich letzte Woche im Kurs bekommen habe bin ich im Moment noch damit beschäftigt den Text etwas neutraler zu gestalten und vorallem zu kürzen, er ist nämlich ungefähr 3 mal so lang wie alle anderen Texte in dem Kurs. -_-

Bis der neue Text soweit ist, könnt ihr ja schonmal die ursprüngliche Fassung lesen. Wer Schreibfehler findet darf sie behalten.




Samstag der 17. Oktober 2009. Ein trister und kalter Tag. Auf dem Platz vor dem Stuttgarter Operngebäude steht ein großer, buntbemalter Müllcontainer. Aufgestellt wurde er vom Aktionsbündniss Amoklauf Winnenden, den Hinterbliebenen der Ereignisse von Winnenden im letzten März. Ihr Plan: In diesem Container die bösartigen "Killerspiele" sammeln um sie später in einer Müllverbrennungsanlage zu vernichten. Denn gäbe es keine "Killerspiele", so die Begründung des AAW, dann würde es auch weniger Amokläufe geben. Als die Aktion angekündigt wurde ging ein Aufschrei der Entrüstung durch das Internet. Doch der Container bleibt leer. Über den den gesamten Tag verteilt landen nur vier Spiele im Container: Zwei davon noch Originalverpackt, eingeschweißt und mit Rabataufklebern auf der Schachtel, ein weiteres war eine Spende von einer Gegenaktion vom Verband deutscher Video- und Computerspieler und das letzte Spiel war, wie ein Youtube Video beweist, als Witz gemeint. Hardy Schober, der Vorsitzende des AAW, wird die Aktion später trotzdem als Erfolg preisen, denn man wollte ja nur "provozieren" und "den Dialog mit den Spielern suchen", nachdem er Monate lang jedem Kontakt mit Spiele-Fans aus dem Weg gegangen ist.
So ist der 17. Oktober für die Seite der Gamer vergleichsweise glimpflich ausgegangen, überraschend, bedenkt man den Grundgedanken der Aktion. Doch in der andauernden Debatte um ein Verbot von "Killerspielen" war dieser Tag einer der wenigen Erfolge welche die Seite der Gamer wirklich einfahren konnte.

Der Anfang
Das Thema "Killerspiele" ist eng verknüpft mit Jugendgewalt und Amokläufen. Nicht etwa weil ein direkter Zusammenhang zwischen diesen Themen besteht, sondern weil man sich gerne denkt, dass einer besteht.
Im Gegensatz zu weltlicheren Themen wie eine Umweltkatastrophe oder eine Politikerwahl betrifft und interessiert die Debatte um "gewalthaltige" Spiele und ein mögliches Verbot dieser nur eine recht kleine Gruppe vom Menschen, nämlich Politiker und Privatpersonen die ein Verbot unterstützen und die Gamer selbst. Aber darüber geredet wird meistens von Leuten die in ihrem Leben noch nie ein Videospiel gespielt haben und das merkt man ihren Aussagen an. Es ist die Rede von virtuellen Morden, Menschenverachtenden Inhalten, Bonuspunkte für das Erschießen von kleinen Mädchen, Industriell-militärischen Komplexen, die Liste ist schier endlos. Als Spieler bleibt einem bei solchen Vorwürfen erst mal die Spucke weg und man weiß garnicht wo man in seiner Verteidigung überhaupt anfangen soll. Es gibt unzählige Gründe warum man ein Videospiel spielt, doch Sadismus gehärt nicht dazu: Doch konzentrieren wir uns für diesen Artikel einmal auf die Seite der Nicht-Spieler.

Die ganze Geschichte, begann 2002 mit dem Amoklauf von Erfurt. Der 19-Jährige Robert Steinhäuser drang bewaffnet in seine alte Schule ein und tötete 12 Lehrer, eine Sekretärin, zwei Schüler und einen Polizisten. Zwar löste bereits der Amoklauf in Littleton, Colorado, eine ähnliche Debatte in den USA aus, aber Erfurt macht das Thema in Deutschland Salon-fähig.
Wie sich heraus stellte war Steinhäuser im Besitz mehrerer nicht jugendfreier Filme und Computerspiele, was angesichts seiner Alters allerdings völlig rechtens war. Dennoch war dies der Punkt der Politiker, Presse und Fernsehen dazu brachte die sogenannten "Killerspiele" zum neuen Sündenbock der Nation zu machen.

Definition?
Aber was ist überhaupt ein "Killerspiel"? Bis zum heutigen Tage gibt es keine feste Definition des Wortes. Zwar wird es von Seiten der Verbotsbefürworter, welche von Gamern manchmal auch scherzhaft als "Spielekiller" bezeichnet werden, häufig erklärt, aber immer wieder ein bisschen anders.
Wie der Name schon andeuten soll, geht es in "Killerspielen" um das "Töten" der virtuellen Figuren. Aber ein Videospiel, egal wie brutal es sein mag, nur auf die Tatsache zu reduzieren, dass darin Abbildungen von Menschen mit Waffen bekämpft werden, tut dem gesamten Medium Unrecht. Es ist nunmal eine Tatsache, dass sich die Spiele-Industrie inzwischen nunmal auf Titel mit erwachsenen Inhalten konzentiert, da der Durchschnittszocker Mitte 30 ist. Es beklagt sich ja auch niemand über "Killerfilme" mit James Bond. Dennoch kommt es immer wieder zu haarsträubenden Definitionen:

Hardy Schober sprach nach der Spieleverbrennung des Aktionsbündniss Winnenden von „Spiele(n), die vom US-Militär entwickelt worden sind, um die Gewalt (Anmerkung: Er redet vermutlich von der "Gewalthemmschwelle") ihrer Soldaten zu senken. Das Problem bei uns ist halt, dass Spiele, die ab achtzehn freigegeben sind, Zehnjährige spielen.“ Nur, dass solche Spiele nicht existieren. America's Army ist die einzige Spiele-Serie welche im Auftrag der US-Armee entstanden ist und es handelt sich hierbei um ein Mittel um neue Rekruten anzulocken. Videospiele als "militärische Tötungssimulatoren" sind ein Mythos.
Dem bayrischen Innenminister Joachim Herrmann, der "Killerspiele" schon auf die selbe Stufe wie harte Drogen und Kinderpornografie stellte, "geht es allein um so genannte Killerspiele, Computerspiele also, die menschenverachtende Gewalttätigkeiten zum Inhalt haben." ignoriert dabei aber, dass es bereits Gesetze gegen gewaltverherrlichende Medien gibt.

Counter-Strike
Ein Spiel welches nach Erfurt im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stand und auch heute gerne noch als Paradebeispiel beider Seiten benutzt wird ist der Ego-Shooter Counter-Strike, welcher von der USK eine "ab 16"-Freigabe erhalten hat.
Die Genre-Bezeichnung rührt übrigens einzig und allein von der Tatsache, dass man diese Spiele aus der Ego-Perspektive, also den Augen der Spielfigur, steuert, auch wenn so mancher Spielekiller dem ganzen System einen Strick aus dem Wort Ego drehen möchte, weil sie den Zusammenhang nicht begreifen. Joachim Hermann sagte einmal in einem Interview: "Meine Söhne sind "Ego-shooter" auf dem Fußballplatz,".
In Counter-Strike übernimmt ein Team von Spielern die Seite der virtuellen Terrorristen, die eine Bombe platziert haben und nun vor dem anderen Team, einer Anti-Terror Einheit verteidigen müssen. Das Spiel entstand ursprünglich auf Basis des beliebten Action-Titels Half-Life, doch wurde schnell zum Hit. Entscheidend ist, dass Counter-Strike von Grad der dargestellten Gewalt noch relativ harmlos ist und unter Fans vorallem wegen dem taktischen Aspekt sehr beliebt ist.

"Killerspiele" in den Medien
Aber wenn eh keiner von den Spielekillern wirklich ne Ahnung hat , wo liegt dann das Problem? Es liegt vorallem daran, wie das Thema in den Medien präsentiert wird. Fernsehmagazine, egal ob von privaten oder öffentlich-rechtlichen Sendern, produzierten Sondersendungen zum "Mord im Kinderzimmer", Vorreiter unter ihnen der Journalist Rainer Fromm. Diese Beiträge und die meisten die in den kommenden 8 Jahren folgen würden bestanden zum Großteil aus unbegründeter Panikmache, schlecht recherchierten Fakten bis hin zu bösartigen Lügen:

- Die "Killerspiel"-Sammel-Aktion des AAW wurde vom ZDF als großer Erfolg dargestellt:
"Bis zum frühen Nachmittag hatten vor allem Jugendliche etwa zwei Dutzend Computerspiele wie das umstrittene "Counter-Strike" in einen Müllcontainer geworfen." Was, wie bereits Eingangs erwähnt, glatt gelogen ist. Es waren nur 4 Spiele und das eine Kind, welches vom ZDF dabei gefilmt wurde wie es die (verpackten) Spiele in den Container schmiss trug einen AAW-Pullover.

- Auch in fiktiven (also, fiktiveren) Sendungen hört das "Killerspiele"-Bashing nicht auf. In einer Folge der ARD Polizei-Soap Großstadtrevier geht es um einen skrupelosen Geschäftsmann der über sein Lastwagen Unternehmen ein (erfundenes) "Killerspiel" namens Killman IV ins Land schmuggelt um es dann von einem Dealer auf Schulhöfen verticken zu lassen. Auf dem Cover zu sehen: ein blutiger Schriftzug und ein Kindersoldat. Zu sehen bekommt der Zuschauer das Spiel selbst übrigens nie, aber aus dem Computer hört man Frauenschreie und Alarmsirenen, offensichtlich dazu gedacht mehr Abscheu beim Zuschauer zu zu erzeugen. Insgesamt war der Plot der Episode aber so aufgebaut, dass man Killman IV auch problemlos durch Partydroge XY hätte ersetzen können.

- Das RTL Boulevard-Magazin Explosiv hat vor kurzem ein ursprünglich auf YouTube veröffentlichtes "Let's Play"-Video missbraucht. In so einem Video nimmt ein Spieler ein Spiel auf und kommentiert es währenddessen. Bei RTL wurde nun dem Zuschauer der Kontext des Videos vorenthalten und das Video nachträglich bearbeitet um den Eindruck zu erwecken, der Spieler würde dermaßen unter Realitätsverlust leiden, dass er anfängt eine Spielfigur zu bedrohen.

Auch wenn letzters Beispiel vielleicht etwas an Eindruck verliert, wenn man die Quelle bedenkt, so sind dies nur ein paar Beispiele dafür, wie in den Medien mit dem Thema umgegangen wird. Im Heute-Journal wird Spielern auch schon mal Sadismus vorgeworfen.
In Print-Medien ist es normalerweise nicht ganz so schlimm.

Doch die Hetze der Spiele-Killer beschränkt sich nicht nur auf Fernsehauftritte. Im letzten Juni wurde das Intel Friday Night Game in Karlsruhe, eine Art Riesen LAN-Party, abgesagt, weil dort auch Counter-Strike und das (ab 12 freigegebene) Strategiespiel WarCraft III gespielt worden wäre. Wenige Wochen zuvor erteilten auch Stuttgart und Nürnberg dem Mega-Event eine Absage.


Kein Ende in Sicht

Aber was ist nun der Kern des Streits um Killerspiele. Ein Generationenkonflikt? Die meisten Spiele-Killer zeichnen sich dadurch aus, dass sie über 40 sind und ihrem Leben noch nie ein Gamepad in der Hand hatten. Dies trifft unglücklicherweise auf eine große Anzahl von wichtigen Politikern zu. Und es ist auch kein neues Phänomen, dass die ältere Generation ein Erfindung verteufelt die von jungen Leuten mit so viel Freude und Enthusiasmus aufgenommen wird. Das war so beim Rock'n Roll. Das war so bei Filmen und Comic-Heften. Höchstwahrscheinlich galt dies auch einst für das geschriebene Wort selbst.
Insofern ist es schwierig für die Gamer-Generation ein älteres Publikum davon zu überzeugen, dass ihr Hobby ein harmloses ist. Nicht zuletzt weil Politiker nicht gerade dafür bekannt sind, tolle Zuhörer zu sein.

Ein Ende der Debatte ist nicht in Sicht. Neu entfacht wird sie jedesmal von einem Amoklauf an einer Schule, aber zwischen diesen tragischen Ereignissen köchelt sie auf kleiner Flamme. Immer wieder lässt sich ein Politiker zu einem abwertendem Kommentar hinreißen oder ein Fernseh-Magazin holt das Thema für eine weiterer Tracht Presse-Prügel aus dem Schrank.

Nur das AAW bleibt hart, sammelt Unterschriften und appelliert an den Bundestag. Und angesichts ihres tragischen Hintergrundes fällt es Gamern schwer effektiv dagegen vorzugehen. Sie haben es sich zur Aufgabe gemacht "Killerspiele" aus der Welt zu schaffen. Ohne sich damit zu beschäftigen was das überhaupt für Spiele sind und warum sie so beliebt sind.





http://de.wikipedia.org/wiki/Amoklauf_von_Erfurt

http://www.gulli.com/news/joachim-herrmann-ber-2009-04-17/

http://greenninja87.blogspot.com/2010/05/rtl-missbraucht-youtube-video.html

http://www.pcgameshardware.de/aid,685350/Karlsruhe-Intel-Friday-Night-Game-nun-endgueltig-abgesagt/Spiele/News/

http://www.nrhz.de/flyer/media/13254/Aufruf_gegen_Computergewalt.pdf

Mittwoch, 14. Juli 2010

Die Wahrheit!

Nein, das ist kein Enthüllungspost über meine Arbeit für das KFN, sondern eher ein Punkt den ich bei meiner Aufklärngsarbeit im Bereich Videospiele bisher nicht bedacht habe.

Kurze Vorgeschichte: Ich besuche im aktuellen Semester an meiner Uni den Kurs "Journalistisches Schreiben", ein Modul 2 Deutsch-Seminar. Für diesen Kurs müssen wir zum Ende des Semesters einen Artikel in einer Textart und über ein Thema unserer Wahl abgeben. Ich entschied mich für das Thema "Killerspiele" und die Textsorte "Feature" schien für meinen Schreibstil passend. Gestern haben wir die vorläufigen Fassungen unserer Texte ins Seminar gebracht und ich konnte meinen vorstellen. Hierbei wurde ich auf 2 Dinge aufmerksam gemacht:
Zum einen war der Text immer noch zu sehr emotional und parteiisch. Doch einer meiner Kommolitonen machte mich auf ein anderes, recht wichtiges Problem aufmerksam. Ich werden den Text später hier noch veröffentlichen, bis es soweit ist, hier ein kurzer Ausschnitt in dem ich über die Definition von "Killerspielen" rede:
Hardy Schober sprach nach der Spieleverbrennung des Aktionsbündniss Winnenden von „Spiele(n), die vom US-Militär entwickelt worden sind, um die Gewalt (Anmerkung: Er redet vermutlich von der "Gewalthemmschwelle") ihrer Soldaten zu senken. Das Problem bei uns ist halt, dass Spiele, die ab achtzehn freigegeben sind, Zehnjährige spielen.“ Nur, dass solche Spiele nicht existieren. America's Army ist die einzige Spiele-Serie welche im Auftrag der US-Armee entstanden ist und es handelt sich hierbei um ein Mittel um neue Rekruten anzulocken. Videospiele als "militärische Tötungssimulatoren" sind ein Mythos.
Die meisten meiner Leser werden mir mit diesem Punkt vermutlich zustimmen. Ich habe auch schon in meinem Artikel über die gescheiterte Spieleverbrennung des AAW davon gesprochen. Hardy Schober glaubt an den Kölner Aufruf und damit an den militärisch-industriellen Komplex der hinter den Shootern dieser Welt steckt. Wenn man sich ein wenig länger mit dem Konzept beschäftigt muss einem eigentlich klar werden wie absurd das kling. Immerhin würde das bedeuten, dass dieser Komplex uns seit dem ersten Castle Wolfenstein auf ein Leben im Krieg vorbereitet. Aber es geht mir hier ja um mehr als die Unterstützung der Leute die eh schon meiner Meinung sind. Ich will auch Aufklärungsarbeit leisten und Leute von meinem Standpunkt überzeugen die bisher eher auf Seite der "Spielekiller" standen.
Und da kommen wir zu dem Dilemma den ich mit der obigen Aussage habe: Ich kann sie nicht beweisen. Natürlich wird es Hardy Schober, Christian Pfeiffer und dem Feuerwehrmann der den Kölner Aufruf unterschreiben hat ebenfalls schwer fallen eine Verbindung zwischen Grand Theft Auto IV und dem United States Marine Corps zu belegen. Aber wenn ich meine Antwort auf diese Beschuldigung nicht mit Fakten untermaure bin, auf die Gefahr hin überheblich zu wirken, auch nicht besser als die. Zumindest muss ich auf so etwas achten, wenn ich journalistische Texte verfasse.

Das wars fürs erste von mir zu dem Thema. Aber ich würde gerne eure Meinung dazu hören.

Donnerstag, 1. Juli 2010

Zum virtuellen Morden von virtuellen Menschen

Ein anonymer Kommentarschreiber, von dem ich jetzt anhand der Signatur einfach mal vermute, dass es sich um The_Real_Black von Stigma-Videospiele handelt, hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass ich ein Zitat aus dem Appell des AAW an den Bundestag anscheinend falsch gelesen habe.
Unser Appell lautet: Verbot von Killerspielen, die dazu dienen, virtuell Menschen zu ermorden.
Nun wird also nur noch von "virtuellen Menschen" gesprochen, aber verharmlost das die ganze Geschichte nicht massivst?"Oh mein Gott, er hat einen virtuellen Menschen ermordet!"
"Wie jetzt, hat er in Die Sims die Leiter vom Pool entfernt, oder was?"
Soviel dazu. Ich habe mich hier ein wenig verlesen. Es geht nicht um das Ermorden von von virtuellen Menschen, sondern das virtuelle Ermorden von Menschen.

....

....

Moment.
Das virtuelle Ermorden von Menschen?

...ich frag mal kurz das Internet was...

Virtualität

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

(Weitergeleitet von Virtuell)

Virtualität ist die Eigenschaft einer Sache, nicht in der Form zu existieren, in der sie zu existieren scheint, aber in ihrem Wesen oder ihrer Wirkung einer in dieser Form existierenden Sache zu gleichen. Das Wort führt über den französischen Begriff virtuell (fähig zu wirken, möglich) zurück auf das lateinische Wort virtus (Tugend, Tapferkeit, Tüchtigkeit, Kraft, Männlichkeit).

Virtualität spezifiziert also eine gedachte oder über ihre Eigenschaften konkretisierte Entität, die zwar nicht physisch, aber doch in ihrer Funktionalität oder Wirkung vorhanden ist. Somit ist „virtuell“ nicht das Gegenteil von „real“ - obwohl es fälschlicherweise oft so verwendet wird - sondern von „physisch“.

Oft wird auch eine fiktive Figur als virtuell bezeichnet, zum Beispiel in Computerspielen oder im Zeichentrick (englisch Comic, japanisch Anime, Manga). Bekannte virtuelle Charaktere sind unter anderem Max Headroom (siehe auch Cyberspace) und Lara Croft.

Hat das geholfen? Ich bin mir nicht sicher. Wie ermordet man jemanden virtuell? Muss ich mir das vorstellen wie bei Tron? Oder diesem uralt Schinken mit Matthew Broderick wo der mit nem Computer Krieg spielt? Hab ihn nie gesehen, heißt glaub ich Wargames.

Anyway, das ist NICHT das merkwürdige an diesem Satz. Ich habe ein Problem mit dem Wort "Menschen". Das ist ein Thema was ich echt seit einem Jahr mal sehr ausführlich in einer Kolumne behandeln will, aber ich möchte es jetzt hier mal kurz anschneiden. Ist das da ein Mensch?

Wie gesagt, die Frage um die Moral beim ermorden von virtuellen Figuren ist ein Thema dem ich wirklich deutlich mehr Zeit widmen muss, aber was mich wirklich verstört, ist, dass das AAW ohne irgendwelche zweideutigkeit von Menschen spricht. In Computerspielen.

Ich weiß, der Satz fällt des öfteren von Leuten auf meiner Seite der Debatte aber...
Wer hier leidet gleich nochmal an Realitätsverlust?
Ich vertrete schon seit längerem die Ansicht, dass ein gut inszeniertes Videospiel genauso gut dazu geeignet ist eine dramatische Geschichte mit interessanten Charakteren zu erzählen wie ein anderes Medium, aber ich würde selten so weit gehen und die meisten Gegner als Menschen zu bezeichnen die ich ermorde. In den meisten Actiontiteln sind die Figuren um denen es dem AAW geht (sofern die überhaupt noch irgendeine Vorstellung ihrer Forderungen haben) schlicht und ergreifend Kanonenfutter. Ein Hindernis das es zu überwinden gilt.
Klar, natürlich können NPCs mehr sein, aber das ist nicht immer so. Und garantiert nicht in das, was sich das Aktionsbündniss unter "Tötungsimulatoren" vorstellt. :P



Wenn es jetzt ein Spiel gäbe in dem jeder Charakter so ausgefeilt und, well... "menschlich" wäre wie Alyx Vance, DANN hätten ihre Argument vielleicht ein bisschen Halt.

Mittwoch, 30. Juni 2010

Das AAW appelliert an den Bundestag

must... supress... urge... to.... scream.....

Das Aktionsbündnis ein Appell an den deutschen Bundestag veröffentlicht, in dem sie schreiben wie unheimlich wichtig ihnen doch ihre Ziele sind und der deutsche Bundestag möge doch bitte endlich ihren Forderungen nachkommen. Für den Fall, dass irgendein Sekretär im Bundestag ihre 180.000 Unterschriften verlegt hat.Wie üblich werde ich einen Bogen um das Thema Handfeuerwaffen machen, aber ihren Appell zum Thema "Killerspiele" möchte ich euch nicht vorenthalten:

Appell an den Deutschen Bundestag
Positionspapier
Das nach dem Amoklauf in Winnenden gegründete Aktionsbündnis der betroffenen Familien hat es sich zur Aufgabe gemacht bezüglich der Prävention weiterer Gewalttaten im Schulbereich mitzuarbeiten.Es wurde, um die Nachhaltigkeit unserer Ziele durch zu setzen, eine selbstständige kirchliche Stiftung gegründet, die sich gegen Gewalt an Schulen einsetzt.
Es ist uns bewusst, dass Prävention ein Vorgehen auf verschiedenen Ebenen erfordert.Es handelt sich letzten Endes um ein gesamtgesellschaftliches Problem, das eine gleichermaßen komplexe wie konzentrierte und konsequente Vorgehensweise erfordert.
Trotz Multikausalität gibt es signifikante Besonderheiten, die eine zentrale Rolle bei der Durchführung der Taten spielen.


Die Relevanz gewaltverherrlichender Medien, insbesondere der ungehinderte
Zugang zu gewaltrelevanten Computerspielen sind ein weiterer signifikanter Risikofaktor. Hier ist ebenfalls die Verantwortung des Gesetzgebers gefordert. Wir fordern ein generelles Verbot von Computerspielen, die die Identifikation mit dem Aggressor, die Belohnung aggressiver Handlungssequenzen wie das aktive Training bei Tötungssimulationen zum Inhalt haben.
Die bestehenden Verbotsregelungen werden den Erfordernissen eines ausreichenden Schutzes vor menschenverachtenden Gewaltspielen nicht gerecht.
Indizierung und restriktive Altersfreigabe sind nicht wie ein strafbewehrtes Verbot geeignet, diese Spiele vom Markt zu drängen.
Eine effektive Bekämpfung darf sich nicht auf Einschränkung der Verbreitung gewaltrelevanter Computerspiele beschränken, sondern muss ein Herstellungsverbot umfassen.
Unser Appell lautet:
Verbot von Killerspielen, die dazu dienen, virtuell Menschen zu ermorden.

Also hatten sie inzwischen soviel gesunden Menschenverstand um das Wort "virtuell" beim "ermorden von Menschen" einzufügen. Aber irgendwie wirkt das jetzt immer noch komisch, eigentlich sogar mehr als vorher. Als nur die Rede von "Spielen die dazu dienen Menschen zu ermorden" gesprochen wurde, waren eventuell ein paar Leute irritiert wie man mit Computerspielen Menschen ermorden kann. Gut, es sei denn, man benutzt die PERSCHEID-Methode.


Nun wird also nur noch von "virtuellen Menschen" gesprochen, aber verharmlost das die ganze Geschichte nicht massivst?
"Oh mein Gott, er hat einen virtuellen Menschen ermordet!"
"Wie jetzt, hat er in Die Sims die Leiter vom Pool entfernt, oder was?"
Ihr seht mein Problem. Aber nehmen wir den Appell doch noch ein bisschen mehr auseinander, shall we?
"Wir fordern ein generelles Verbot von Computerspielen, die die Identifikation mit
dem Aggressor, die Belohnung aggressiver Handlungssequenzen wie das aktive
Training bei Tötungssimulationen zum Inhalt haben."
Tötungssimulationen. Das Wort hat Jack Thompson auch gerne benutzt. Aber was ist überhaupt eine Tötungssimulation? Killman IV? Das Spiel das die beiden Jungs bei Elephant zocken?
"Indizierung und restriktive Altersfreigabe sind nicht wie ein strafbewehrtes Verbot geeignet, diese Spiele vom Markt zu drängen."
BITTE WAS?! Haben die Damen und Herren vom Aktionsbündnis mal versucht ein indiziertes Spiel hier im Laden zu kaufen? Das geht nicht! Selbst GameStop, die vor einer Weile wieder angefangen haben einzelne Titel zum Release zu verkaufen obwohl sie keine Freigabe der USK bekommen haben, verkauft keine indizierten Titel. Saturn und Media Markt auch nicht. Also ich bekomme meine "heiße Ware" von Amazon.co.uk., denn Amazon.de darf nur Gears of War-Actionfiguren verkaufen. (Äußerst amüsante Actionfiguren, wie ich anmerken möchte. ^_^ ) Warum sprechen die jetzt überhaupt auf einmal von der Indizierung. Die Spiele auf denen am meisten rumgehackt wird, Grand Theft Auto IV oder Counter-Strike sind bei uns frei im Laden erhältlich. Sofern man alt genug ist versteht sich.
"Eine effektive Bekämpfung darf sich nicht auf Einschränkung der Verbreitung
gewaltrelevanter Computerspiele beschränken, sondern muss ein Herstellungsverbot umfassen."
Ein Herstellungsverbot. Natürlich. Ich ruf eben mal bei EA und Activision an, sie sollen sofort aufhören Shooter zu produzieren. Darf es sonst noch was sein? Eine kleine Insel in der Karibik vielleicht?

Ich bin weg, muss noch was anderes machen heute.

*Ninja vanish*


Sonntag, 20. Juni 2010

Brief an Bundestages-Vizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt

Nach dem das AAW kürzlich ihre Unterschriften nach über einem Jahr des Sammelns an die Regierung abgegeben hat, hielt ich es für nötig, der Empfängerin eine E-Mail zu schreiben um sie auf ein paar Details der Unterschriftensammlung aufmerksam zu machen:


Sehr geehrte Frau Göring-Eckardt, sehr geehrte Mitglieder des deutschen Bundestages,

letzte Woche nahmen Sie vom Aktionsbündniss Amoklauf Winnenden eine Sammlung von Unterschriften zur Verschärfung des Waffengesetzes und einem Verbot sogenannter "Killerspiele" entgegen. Ich schreibe Ihnen diesen Brief um Sie auf einige sehr wichtige Punkte bezüglich dieser Sammlung aufmerksam zu machen, insbesonders in Bezug auf die erwähnten Videospiele.

Zu Beginn sollte ich Ihnen mitteilen, dass ich selbst ein leidenschaftlicher Fan von Videospielen bin, auch von solchen die vom AAW fälschlicherweise als "Killerspiele" bezeichnet werden. Als ein Fan solcher Titel verfolge ich seit längerem die öffentliche Debatte um ein Verbot von Spielen mit erwachsenen Inhalten, eine Diskussion die nach Ereignissen wie denen in Winnenden letztes Jahr immer wieder aufs neue ins Rollen kommt, und bin besorgt wie sie sich in letzter Zeit entwickelt. Ich möchte außerdem klarstellen, dass ich mit diesem Brief nicht respektlos gegenüber dem AAW erscheinen möchte, nur halte ich ihre Ziele, zumindest was ein Verbot von Videospielen angeht, für sehr fragwürdig und nicht wirklich durchdacht.

Doch nun zu meinem eigentlichen Anliegen: Im Juni 2009 wurde im Rahmen einer Konferenz der deutschen Innenminister ein Verbot sogenannter "Killerspiele" beschlossen. Dies war der Auslöser, dass mehrere Mitglieder der deutschen Gaming-Community Petitionen verfassten um sich ganz offiziell und seriös GEGEN ein Verbot dieser Spiele auszusprechen (1). Die Petition welche letztlich angenommen wurde stammte von Peter Schleußer und schaffte es auf 73.002 Mitzeichner. Das sind zwar weniger als die über 85.000 Mitzeichner die das AAW für ein Verbot von "Killerspielen" fordern konnte, aber dabei darf nicht vergessen werden, dass die Bundestagspetition nur für 6 Wochen lief. Das Aktionsbündniss hat ihre Unterschriftenaktion mehrmals wegen "großen Erfolg" verlängert (wobei ich mir nicht sicher bin ob das Wirklich Sinn und Zweck einer Unterschriftensammlung entspricht), sie haben ganze Feste und Versammlungen organisiert um darauf aufmerksam zu machen und nicht zuletzt haben sie auch Minderjährige unterschreiben lassen (2).
"Unsere" Petition hat zwar insgesamt weniger Unterstützung bekommen, aber wir hatten weder die Mittel, noch die Resourcen und vor allem nicht die Zeit, die sich das AAW genommen hat um für ihre Sache zu werben. Hätten wir mehr Zeit und Möglichkeiten gehabt, hätten wir vermutlich noch viel mehr Unterschriften sammeln können, aber wir wollten uns an die Vorgaben der Bundestagspetition halten. Insofern wirkt es auf Gamer ein wenig "Unfair", dass das AAW jetzt stolz diese Unterschriften präsentiert und wir fürchten, dass es nun tatsächlich zu einer Gesetzesverschärfung kommen könnte.


Des Weiteren möchte ich noch auf den Term "Killerspiele" eingehen: Nach der Aktion "Familien gegen Killerspiele" im vergangenen Oktober, in dem das AAW in Stuttgart einen Container aufstelle um darin brutale Videospiele einzusammeln und diese später zu vernichten (3), erklärte der Vorsitzende des AAW, Hardy Schober, was seiner Definition nach denn nun "Killerspiele" sind. Ich zitiere:
„Solche Spiele, die vom US-Militär entwickelt worden sind, um die Gewalt (Anmerkung: Er redet vermutlich von der "Gewalthemmschwelle") ihrer Soldaten zu senken. Das Problem bei uns ist halt, dass Spiele, die ab achtzehn freigegeben sind, Zehnjährige spielen.“
Einmal abgesehen davon, dass es sicherlich noch andere Methoden gibt, Minderjährige vom Spielen für sie ungeeigneter Titel abzuhalten, als diese öffentlich zu sammeln und zu zerstören, hat Herr Schober anscheinend keine wirkliche Vorstellung von der Materie die er mit allen Mittel versucht aus unserer Gesellschaft zu verbannen. Es gibt genau eine Spiele-Serie, America's Army, welche vom US-Militär mitentwickelt wurden und sie dient als Rekrutierungswerkzeug der US Armee und ist gratis im Netz erhältlich. Herr Schober vertritt den vom "Kölner Aufruf" verbreitetem Mythos, dass Videospiele von einen Militär/Industrie-Komplex entwickelt werden mit dem einzigem Ziel neue Soldaten heranzuzüchten. Das ist schlicht und ergreifend falsch. Was wir hier haben ist eine Unterhaltungsindustrie, die nun einmal viele Spiele für Erwachsene produziert. Es muss doch einen Weg geben, Minderjährige zu schützen, ohne Erwachsene zu bevormunden.


Ich verlange von ihnen nicht, dass sie die gesammelten Unterschriften die das AAW ihnen übergeben hat einfach wegwerfen. Aber bevor Sie sie als Aufhänger für eine neue Gesetzesreform irgendeiner Art nutzen, bedenken Sie bitte, dass es auch eine andere Seite der Medaille gibt. Wir Gamer wollen einem harmlosen Hobby nachgehen, doch die Art und Weise wie über dieses Hobby geredet wird, lässt uns manchmal an der Seriösität und Glaubwürdigkeit von Medien und Politik zweifeln. Es gibt eine Menge an besorgten Menschen die fest daran glauben, dass Videospiele verantwortlich für Ereignisse wie die in Winnenden sind. Aber es gibt auch wirklich viele leidenschaftlicher Videospieler die es eventuell besser wissen, nur, dass diese Seite nicht soviel Gehör erhält.

mfg
Konrad Huber


Links:

(1) https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;sa=details;petition=4958

(2) http://files.homepagemodules.de/b181627/f3t110p112n13.jpg

(3) http://www.memo-software.de/aaw/index.php/aktionen/148-familien-gegen-killerspiele

Freitag, 18. Juni 2010

Die Unterschriftensammlung des AAW

Okay, wieder so ein Fall von "eigentlich gibts die News auch auf Stigma", aber das, DAS ist genau so eine Sache die mich auf die Palme bringt. Okay, vielleicht sollte ich mich beim Verfassen dieses Textes etwas zügeln, jetzt da ich weiß, dass meine Leserschaft größer ist als erwartet, aber das ändert nichts daran, dass ich schon wieder völlig ausflippen könnte.
Das Aktionsbündniss Amoklauf Winnenden a.k.a. Die Stiftung gegen Gewalt an Schulen hat sich jetzt endlich dazu entschlossen ihre Unterschriftensammlung abzugeben. Über 100.000 Unterschriften wurden für ein schärferes Waffengesetz und den Verbot von Sportwaffen gesammelt und über 85.000 Unterschriften für ein Verbot von "Killernspielen". Über die Details zum Waffengesetz und den Forderungen des AAW zum Thema Waffen möchte ich mich nicht äußern. Worüber ich mich äußern möchte, ist die Art und Weise wie das Aktionsbündniss diese Stimmen gesammelt hat.

Ihr erinnert euch womöglich noch an die Petition gegen ein Verbot von Action-Computerspielen, welche kurz nach der Innenministerkonferenz letztes Jahr ins Leben gerufen wurde. Ich habe mich selbst daran versucht eine Petition zu verfassen und habe sie ebenfalls kurz nach der Innenministerkonferenz abgeschickt, aber stattdessen wurde eben die Petition von Peter Schleußer gewählt (und nicht etwa mehrer Petitionen zusammen gelegt, wie es eigentlich sein sollte). Diese Petition schaffe es auf beachtliche 73.002 Mitzeichner. Jetzt könnte man ja sagen "oh, da haben die Damen und Herren es tatsächlich geschafft mehr Unterschriften zu sammeln als die Gegenpetition der Gaming Community". Die Sache ist nur die... das AAW hat gemogelt.

Wir Gamer (Peter und ich waren nicht die einzigen die eine eingerreicht haben) haben uns an einer offizielle Bundestagspetition versucht (kein leichtes Unterfangen wie ich anmerken möchte, den wie ich selbst schon erfahren musste, ist das Verfahren voller bürokratischer Schlingfallen), da dies die seriöseste Möglichkeit für Leute wie uns ist, unsere Meinung öffentlich kund zu tun. Eine öffentliche Petition hat dann 6 Wochen Zeit die nötigen Unterschriften zu bekommen, damit die Petition im Bundestag diskutiert wird. Sollten in den ersten 3 Wochen über 50.000 Unterschriften zusammenkommen, wird sogar der Petent zu einer Anhörung eingeladen. Nun, die Anti-Verbots-Petition kam durch und eine ganze Weile war ein Verbot von "Killerspielen" tatsächlich vom Tisch. Doch jetzt ist das AAW wieder da. Mit einer Unterschriftensammlung die sie vor über einem Jahr gestartet haben und die mehrmals wegen "großem Erfolg" verlängert wurde. Und nicht nur das, im Gegensatz zu einer offiziellen Bundestagspetition hielt es das AAW nicht für nötig nur volljährige Bürger unterschreiben zu lassen:


Ich bin nicht gegen eine Unterschriftensammlung zu welchem Thema auch immer. Auch wenn ich mit den Zielen und vorallem den Methoden des AAW nicht übereinstimme, so ist es doch ihr gutes Recht ihre Meinung kundzutun und Unterstützung zu fordern. Aber hier wird ein Erfolg gefeiert, der mit äußerst fragwürdigen Mitteln errungen wurde. Und so wie ich unsere lieben Politiker und Medien kenne bekommt das AAW jetzt nochmal ordentlich Rückendwind, während wir Gamer im Regen stehen weil wir uns an die Regeln gehalten haben.
Was soll man dazu sagen? Wir haben auch eine beachtliche Menge an Unterschriften gesammelt, aber das innerhalb weniger Wochen ohne irgendwelche fragwürdigen Fristverlängerungen über mehrer Monate verteilt. Wird die Aktion des Aktionsbündnisses ein Erfolg? Ich weiß es nicht. Ich hoffe nur irgendwer mit genug Publikum hat genug Sinn und Verstand die breite Masse auf diesen Umstand aufmerksam zu machen.

Ich werde sobald ich die Zeit finde einen Brief an die Empängerin der Unterschriften, Bundestagsvizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt, verfassen, doch bis dahin bleibt mir nur traurig den Kopf zu schütteln aufgrund dieser Entwicklung.

Quelle: Stigma-Videospiele

*Ninja vanish*

Montag, 4. Januar 2010

Green Ninja: Year One

Zugegeben, es ist nicht direkt schon ein Jahr 'Windmühlen', aber am 9. Januar 2009 wurde mein erster Beitrag auf direktzu veröffentlicht, was im Prinzip der (neu-)Beginn für meine Arbeit hier war und ich begann für meine Aktionen im Internet zu "werben". Den Blog habe ich dann erst im März gestartet um den ganzen Kram zu dokumentieren.

Also, was habe ich erreicht? Ich hatte ja bekantermaßen 3 Ziele.

1. Den Kampf gegen die hässlichen neuen Logos der FSK und USK.
Ich hatte ja im Frühling eine Petition gegen diese verfasst, die aber wegen meines vorangegangenen direktzu Beitrags abgelehnt wurde. Glücklicherweise haben viele Filmverleihe und sogar einige Spiele-Publisher erkannt, dass die nicht gerade das gelbe vom Ei sind und so gab es eine Menge Alternativen. Wendecover bei Filmen und Spielen sowie verschiedene Lösungen für Steelbooks.
Wieviel davon jetzt durch meine diversen Mails ausgelößt wurde überlass ich jetzt mal eurer Phantasie. Es gibt immer noch einige Verleihe die das nicht ganz kapiert haben, wie zum Beispiel Concorde. Denen werd ich bei Gelegenheit nochmal auf die Nerven fallen deswegen.


2. Die als Jugendschutz getarnte Zensur in Deutschland a.k.a. Indizierung durch die BPjM
Auch hier zeigte sich Frau von der Leyen nicht sonderlich umgänglich. Hier musste ich aber auch feststellen, dass die Frau absolut kein Interesse daran hat, irgendetwas an dieser Situation zu ändern. Mein letzter direktzu Beitrag wurde nicht mehr veröffentlicht und kurz darauf hat Frau von der Leyen endlich den Posten gewechselt. Auch wenn ich nocht nicht ganz verstehe wie sie ihr neues Fachgebiet durch das aufstellen von Verkehrsschildern verbessern kann.
Im Moment arbeite ich noch an einem Brief an die neue Familienministerin, Frau Köhler, in der Hoffnung, dass diese etwas umgänglicher ist.
Einmal abgesehen von einem kurzem Aufmuckser von EA hat sich die Industrie hierbei sehr ruhig gehalten. Ich wünschte die würden sich da mehr gegen wehren.

3. Die Killerspiel-Debatte
Zuallerst sollte ich vielleicht sagen warum ich plötzlich wieder den ganzen Begriff nutze und nicht einfach nur [K-Wort] schreibe. Nun, wie meine Kollegen bei GU mir gesagt haben, ist das ganz simpel. Google. Wer im Internet Aufmerksamkeit haben will, der muss schnell bei Google zu finden sein und die mögen nunmal Schlagwörter. Wer nach Konrad Huber sucht findet einen meiner direktzu Beiträge gleich auf der ersten Seite (was ich, btw. echt cool finde^^).
Was die eigentliche Debatte angeht: da tut sich nicht viel. Das Aktionsbündniss Winnenden hat mit seiner Spieleverbrennung im Oktober ja nicht so viel erreicht, auch wenn sie ja angeblich ganz andere Ziele hatten.
Die Medien hacken weiter genüßlich auf dem Thema rum, auch wenn es für die Politik wohl erstmal wieder gegessen ist. Im Koalitionsvertrag steht meines Wissens nach sogar etwas, dass Jugendkultur mehr respektiert werden soll.


Alles in allem, könnte die Bilanz etwas besser aussehen, aber ich habe diesen Blog nicht so getauft weil ich mir schnelle Erfolge verspreche (auch wenn es natürlich schön wär). Ein weiterer Punkt der mich so richtig ankekst, ist die ganze Geschichte um verfassungsfeindliche Symbole (read: Hakenkreuze) die in Videospielen nicht dargestellt werden dürfen, in Filmen aber schon. Hat irgendwas damit zu tun, dass Filme (anscheinend egal, was für welche) als Kunst annerkannt sind und Videospiele nicht.

Was könnt ihr 2010 sonst noch von mir erwarten? Nun, ich habe da schon eine ganze Weile einen längeren Text im Kopf, was das Medium Videospiele betrifft und ich werde es aller Vorraussicht nach in mehreren Teilen auf Gamersunity veröffentlichen.
Apropos, wäre nett wenn ihr GU unter euren Freunden und Bekannten mal ein bisschen weiterempfehlen könntet. Wir sind am wachsen, aber sowas braucht auch neue Leser. ;)


Meine Mail an die GamePro neulich wurde übrigens nicht abgedruckt, allerdings ein anderer Leserbrief der im großen und ganzen den selben Inhalt hatte und ein bisschen netter formuliert war.

Das wars im Großen und Ganzen. Morgen müsste meine Xbox endlich wieder ankommen, dann kann ich auch die bösen indizierten Spiele die ich miraus England bestellt hab endlich zocken. ^^
Danke für's Lesen.


*Ninja vanish*

Mittwoch, 25. November 2009

Stuff

Okay, mal wieder Zeit was zu posten.

1. Das Aktionsbündnis hat geantwortet! Es hat friggin' auf unseren Brief reagiert und das innerhalb weniger als einer Woche! Jetzt müssen wir uns nur noch überlegen, wie die eigentliche Diskussion aussehen soll.

2. Ich habe immer noch keine Antwort von direktzu bekommen und warte noch auf die Veröffentlichung meines letzten Beitrags. Früher war das eine Frage von 2 Tagen, jetzt warte ich schon über 2 Wochen. Aber es hat auch ne Woche gedauert, bis die mein neues Profilfoto "erlaubt" haben, vielleicht hat da einfach jemand massiv Stellen gestrichen. Es scheint nicht mehr wirklich so viel los zu sein wie noch Anfang des Jahres.
Eventuell wurde meine Beitrag auch dadurch aufgehalten, dass ich per Mail um die Korrigierung eines Tippfehlers gebeten habe (ein fehlendes Fragezeichen). Bin trotzdem verwirrt, dass sich niemand bei mir gemeldet hat.

3. Ich war heute mal wieder im Gamespot. Nach Arkham Asylum habe ich es mir zur Angewohnheit gemacht, zu überprüfen welche Publisher noch etwas gegen die neuen USK-Symbole unternehmen. Beim Gamespot stehen nur leere Musterboxen in den Regalen, das macht die Sache sehr einfach.
Dragonball Raging Blast (dessen Demo mich leider nicht wirklich überzeugen konnte), gibt es auch in einer Special Edition im Steelbook. Auf dem Steelbook selbst sind nur Son-Goku und Broly abgedruckt. Alles andere, Titel, System, Alterskennzeichnung ist nur auf der Plastikhülle aufgedruckt, in der die Metalhülle steckt.
Left 4 Dead 2 hat ein Wendecover. Nicht nur ohne Logo, es war sogar das unzenzensierte Cover in der Hülle. Schon beim ersten Left 4 Dead wurde ja das Cover verändert, dass der Daumen nur angewinkelt und nicht abgerissen war. Insofern, Toll gemacht Valve!

Schade, dass das Spiel KASTRIERT ist und von mir deswegen sowieso nicht in Deutschland gekauft wird. So oder so, ihr könnt natürlich trotzdem das Review von Razor-6 auf Gamersunity lesen.

4. Apropos in Deutschland gekauft. Anscheinend zieht der deutsche Zweig von Gamespot in Erwägung in Zukunft auch US- oder UK-Fassungen von bestimmten Titeln anzubieten. Hierbei wird natürlich streng auf den Jugendschutz geachtet. Ohne Kundenkarte geht da mal gar nix.
Den Anfang macht hierbei die God of War-Collection, welche erst nächstes Jahr bei uns erscheint und auch der dritte Teil der Trilogie soll auch in einer ausländischen Fassung erhältlich sein. Nachdem ich auf der GamesCom die Demo spielen konnte, glaube ich eh nicht, dass das Spiel es durch die USK-Prüfung schaffen wird.

5. Hat nicht wirklich etwas mit meiner Arbeit hier zu tun, aber ich habe damit begonnen, Spiele-Entwicklern E-Mails zu schreiben um ihnen Feedback zu bestimmten Sachen zu geben. Batman-Entwickler Rocksteady haben mir eine sehr nette Mail zurückgeschrieben und sich bei mir bedankt, Telltale hat noch nicht geantwortet.
Klingt so vielleicht ein bisschen behämmert, aber ich möchte nicht einfach nur noch eine Stimme in einem offiziellem Forum sein.

6. Wer ganz runterscrollt, sieht, dass ich Facebook benutze. Wer will kann mich da ja mal adden oder so.

7. Noch etwas was überhaupt nix mit meinem anderem Kram zu tun hat: Wie ihr sicher festgestellt habt, bin ich ein ziemlich großer Fan der Ninja-Turtles. Nachdem ich von Smash-Up maßlos enttäuscht war, gibt es zumindest einen neuen Trickfilm. Wer auch nur annähernd was mit den TMNT anfangen kann, seht ihn euch an. Es ist ultimativer Fan-Service.

Freitag, 20. November 2009

Ein offener Brief an das Aktionsbündnis Winnenden

Nachdem die öffentliche Sammlung und Vernichtung von Videospielen scheiterte, verkündete der Vorstand des Aktionsbündnis Winnenden, Hardy Schober, dass die Zerstörung von möglichst vielen Titel gar nicht das eigentliche Ziel der Aktion war. Es ging ihnen wohl nur darum "zu provozieren" und "den Dialog mit den Spielern zu suchen", weil es doch unser aller Ziel ist, "dass keine Amokläufe mehr stattfinden".

Es hat zwar deutlich länger gedauert als ursprünglich beabsichtigt, aber einige User von Stigma-Videospiele, ich inklusive, haben sich nun der Sache angenommen und gemeinsam einen Brief ans AAW verfasst und versendet. Sollte das Aktionsbündnis tatsächlich an einem Dialog interessiert sein, möchten wir dem gerne nachkommen. Falls sie uns allerdings erneut ignorieren, werden wir den Brief über mehrere Wege veröffentlichen.

Da der Text dieses mal nicht allein auf meinem Mist gewachsen ist, und weil wir ihn noch nicht verbreiten wollen, werde ich ihn nicht hier direkt posten. Ihr könnt ihn aber im Forum von Stigma-Videospiele lesen.