Sonntag, 31. August 2014

Der Sarkeesian Effekt

Es war schon seit einigen Wochen mein Plan den Blog wieder ins Rollen zu bringen, ursprünglich motiviert durch die liebe Chaosmacherin. Doch das Thema bei dem ich mir dann gesagt hab "jetzt muss ich doch auch mal was loswerden", waren die erschreckenden Meldungen über Zoe Quinn, Anita Sarkeesian, den "Social Justice Warriors" und der unglaubliche Hass und Sexismus der ihnen entgegen schlägt. Was ist bloß los mit diesen Leuten?!

Ich bin kein großer Fan von Anita und ihrer Arbeit. Zwar ist die Videoreihe Tropes vs. Women in Videogames sicherlich eine sinnvolle Idee und sie hat einige sehr gute Punkte, aber ich zweifle des öftern an ihren Methoden und Schlussfolgerungen. Doch das rechtfertigt nicht die Beleidigungen und Drohungen die Anita seit ihrem letzten Video bekommt.


Das ist noch einer der harmloseren Beiträge. Der hier ist richtig krass!
Auf einmal hagelte es böse Beschimpfungen der übelsten Sorte, als hätte jemand eine sexistische Büchse der Pandora geöffnet. Auch Spiele-Entwicklerin Zoe Quinn musste eine Flut an hasserfüllten Nachrichten und Drohungen ertragen. Es fühlt sich tatsächlich an, als wäre die Gesamtheit an "Gamern" eine Gruppe (weißer) pubertierender Jungs die Angst haben, dass Mädchen in ihr cooles Baumhaus dürfen um dort rosa Vorhänge aufzuhängen. Als wäre jede Frau eine keifende Feministin, deren einziges Ziel ist Videospiele kaputt zu machen. Das klingt jetzt so formuliert furchtbar grob und oberflächlich, aber genau so kommen die Leute teilweise rüber. 




Im Rahmen dieser Ausbrüche gab es eine Reihe von Journalisten und anderen Internet-Persönlichkeiten, die sich für Anita aussprachen. Es gab verschiedene Tweets und Artikel die an diesem Punkt schon zu zahlreich sind um sie alle rauszusuchen. Viele dieser Autoren sind nun auf eine Art Schwarze Liste gekommen, weil sie sich (mehr oder weniger) als Social Justice Warriors geoutet haben. Der Term Social Justice Warrior war von Anfang an negativ geprägt, obwohl er eigentlich ziemlich stark klingt. Wer würde so einen Titel nicht gerne tragen?




Manche Leute schämen sich schon sich selbst als "Gamer" zu bezeichnen, wenn sie das in die selbe Gruppe von Leuten packt, wie Menschen die wegen einen Youtube Video mit Vergewaltigung drohen. Badass Digest-Autor Devin Faraci twittert eine ganze Menge zum Thema und nimmt dabei auch kein Blatt vor den Mund. Leigh Alexander schreibt "Gamers are over". Ein anderer Artikel nahm den ganzen Namen auseinander. Die Schlussfolgerung: Gamer gibt es nicht mehr.
Es gibt eine ernste, aber Themenbedingt leider auch nicht gerade angenehm zu lesende Zusammenfassung der Entwicklung auf Badass Digest. Darunter auch das Videoprojekt The Sarkeesian Effect, das die ach so furchtbare Korruption im Videospiel Journalismus aufdecken soll, aber kein einziges Wort darüber verliert, dass Anita und ihre Famile für eine Nacht unter Polizeischutz standen. Währendessen sammelt ein tumblr Blog den Backlash der bösen bösen SWJ.

Und ich steh hier nur und frag mich was in drei Teufels Namen bloß mit diesen Leuten los ist. Hier stehen wir und fragen uns was eigentlich Gamer Culture ist. Ob es sie jemals gab. Ob sie noch zu retten ist. Und das nur wenige Wochen nachdem Manu die gamescom noch liebevoll als "unser Wacken" bezeichnete

Soviel erstmal zur Zusammenfassung der Situation. Ich muss nochmal in mich gehen um über die ganze Geschichte nachzudenken.

*ninja vanish*

Kommentare:

  1. Irgendwie ist die ganze GamerGate Geschichte weitestgehend an mir vorbei gegangen (ich bin aber auch beim besten Willen keine Gamerin ^^), was glaub ich auch ganz gut ist, denn schon die Reaktionen auf Anita Sarkeesian fand ich einfach nur unglaublich beängstigend. Ich weiß wirklich nicht ob es gut für meinen Blutdruck ist, mich jetzt mit GamerGate zu beschäftigen. ;) Die Zusammenfassung auf Badass Digest wollte ich dann aber doch mal anschauen, aber der Link ist falsch gesetzt und man landet bei dem nervenaufreibenden tumblr. Das wollte ich nur eben anmerken ;) LG

    AntwortenLöschen
  2. danke Ninja. Bin ganz deiner Meinung.
    Mars

    AntwortenLöschen
  3. Es gibt immer irgendwelche pupertierenden Volldeppen, die nicht nachdenken bevor sie schreiben bzw. nachdenken und sich denken, dass es ne total tolle Idee wäre so einen Mist zu posten. Wenn jemand was gegen "Feminismus" sagt, kriegt er/sie von "Feminazis" auch schnell mal eine Drohung in unschöner Weise an die Pinnwand geklebt. Sowas sollte man durchaus verurteilen und ernst nehmen, aber nicht dazu nutzen um seine Ziele voranzutreiben oder gar damit Geld zu machen.
    In der Regel raten einem die Behörden nach Todesdrohungen dazu, nicht auf diese zu reagieren, während sie ermitteln. Anscheinend hat Anita das niemand gesagt.
    Keine Stunde nachdem Sarkeesian das Bild mit der Todesdrohung verlinkt hat (Der Link unter deinem ersten Bild) hat sie mit ihrer Spendenseite geworben.

    Die Frau lebt davon, dass sie das Opfer ist/spielt.

    PS: Wie hat die Frau es hinbekommen, einen Screenshot von den Drohungen zu machen nur 12 Sekunden nachdem der letzte gepostet wurde? Und nur 3 Minuten nach dem ersten Post. Ohne eingeloggt zu sein oder eine Suche durchgeführt zu haben. Oder warum sollte sie sich ausloggen und warum sollte sie die Suche löschen?

    AntwortenLöschen