Sonntag, 18. September 2011

Das Review-Dillema, Teil 3 - Zahlen

So, irgendwie habe ich seit einer Woche nichts mehr zu dem Thema gelesen, was eigentlich ein guter Aufhänger für eine längere Diskussion hätte werden können. Ich denke ich werd noch ein bisschen drüber schreiben, alleine um für ein bisschen mehr Content im Blog zu sorgen.

Egal ob man es Reviews, Tests oder Kritiken nennt, eine Sache hat ein Großteil dieser Artikel gemeinsam: Eine Zahl am Ende die das Spiel bewertet. Manche Leute können ohne diese Zahl nicht leben.
THQ Vice-President of Core Games Danny Bilson sagte im April, "Homefront ist keine 71", und man könne "Mathematik nicht auf Kunst anwenden". Dem würde ich ja prinzipiell so zustimmen. Eine einzelne Zahl die das Spiel in Sachen Grafik, Gameplay und "Spielspaß" bewertet, wird dem Medium einfach nicht gerecht. Auch wenn es Danny vermutlich nicht wirklich darum ging ein Statement zum Stand der Spielepresse zu machen, sondern einfach pissig war, dass ihr geplanter CoD-Killer nicht das Spiel war, das es sein sollte.

Natürlich kann ich die einzelnen Qualitäten eines Spiels beurteilen, aber Spiele sind ein Gesamtwerk, mehr als die Summe ihrer Teile. Nehmen wir z.B. Captain America: Super Soldier, ein Spiel, das mir sehr gefallen hat. Aber würde ich es rein steril nach Zahlen bewerten, wäre es vielleicht eine 6 oder 7 geworden. (Wohlgemerkt nach einem sinnvollem System der Bewertung und nicht der typischen Annahme, dass alles unter 7 totaler Müll ist.) Das Kampfsystem ist toll und wirklich das Herz des Spiels, aber die Akrobatik ist keinerlei spielerische Herausforderung. Hinzu kommt, dass mir das Spiel vor allem wegen des Settings so viel Spaß gemacht hat. Aber wie bewerte ich sowas als Zahl? Sind Superschurken-Nazis 10 von 10 Punkten wert? Kann ich einem Superheldenspiel 80 oder 90% geben, weil es den Charakter toll umsetzt?

Ein Spiel in Zahlen bewerten ist vielleicht heutzutage völlig normal, aber das heißt bei Weitem nicht, dass es auch die perfekte Lösung ist.

Kommentare:

  1. Guter Punkt. Wie ich neulich sagte,, auch eine Theater Kritik in der FAZ bleibt eine Kritik, aber sowohl beim Theater als zum Bespiel auch bei Büchern würde nie jemand auf die Idee kommen eine Punkte Wertung zu vergeben. Ist also das Medium Spiele einfach anderst aufgebaut oder noch nicht weit genug entwickelt um diesen Status zu verdienen ?

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  2. Ich kaufe mir kein Magazin mehr, seit mein Händler per PayPal kein PTOM mehr nach Deutschland liefert. Da schlägt man das Heft auf und liest: Proud Americans join the Waffen-SS! - und reibt sich verwundert die Augen, das ist da ganz normale Werbung. Hier schwärzt man bei den Verkaufscharts Einträge, weil der Titel indiziert ist. Wer kommt denn nur auf die unsinnige Annahme, dass ich Geld für ein Spielemagazin ausgebe, das einen sehr großen Teil an Games von vornherein ausklammert. Da können die Reviews gut, besser, genial sein wie sie wollen...
    Ich vermisse diesen Punkt in der Diskussion.

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