Dienstag, 2. Juli 2013

Sayonara Oroku Saki

Also vor einigen Wochen angekündigt wurde, dass William Fichtner eine "ikonische Rolle" in Michael Bays Ninja Turtles übernehmen wurde, hatte ich nur einen Gedanken: "Das ist merkwürdig. Shredder ist doch nicht weiß."
Tja... jetzt schon!

Ich habe Fichtner bewusst erst in zwei Filmen gesehen. Als den Bankleiter in The Dark Knight und die supercoole Socke, die allen die Schau stiehlt in Drive Angry. Ich mag ihn. Er ist cool und hat ordentlich Präsenz. Aber er ist kein Shredder. Denn Oroku Saki ist Japaner. Das heißt, er war es. Denn wie inzwischen bekannt gegeben wurde, lautet der Name von Fichtners Rolle Eric Sachs.

Eric. Sachs.
Ich habe das dumpfe Gefühl, dass ich dieses Bild noch öfters benutzen werde.

Es ist nicht das erste mal, dass die Herkunft eines Charakters für eine Film-Adapation geändert wurde. Michael Clark Duncan als Kingpin in Daredevil war an sich sehr passend besetzt und passte zu diesem ganzen "Ich hab mich hochgearbeitet"-Ding was den Charakter ausmacht. Die Main Cast von The Last Airbender dagegen... reden wir besser nicht darüber. Es gibt Dinge, die sprechen für und gegen solche Änderungen. Der Grund für diese Verwandlung ist aber anscheinend nicht Story-bedingt. Hollywood ist weiterhin stark abhängig vom chinesischem Markt und denen darf man wohl keine japanischen Schauspieler vorsetzen. Warum man das nicht einfach lößt wie in wie G.I. Joe und einen Koreaner castet verstehe ich allerdings nicht.
Darum geht es aber auch nicht. Es geht mir darum, dass hier ein zentraler Bestandteil des Mythos verändert wird. Schon in den original Comics, auf die sich die Produzenten des Films erst kürzlich wieder beriefen, ist der Ausgangskonflikt der zwischen Oroku Saki und Hamato Yoshi, bzw. Splinter und Shredder. Es ist an diesem Punkt egal ob Splinter Yoshis Haustier, Mutation oder Wiedergeburt ist. Es ist die Geschichte zweier Ninja Meister und ihren Schülern und William Fichtner sieht nicht aus wie ein Ninja Meister. Vielleicht irgendein Militär-Heini, aber kein Ninja Meister. Ich habe das Gefühl das ganze "East meets West"-Motiv wird unter den Teppich gekehrt.

Es ist natürlich mehr als nur ein bisschen kleinlich an diesem Punkt schon so sehr über die Handlung und Charaktere zu spekulieren, aber nichts an diesem Film erfüllt mich in irgendeiner Form mit Zuversicht.

Kommentare:

  1. Ob das wirklich am chinesischen Markt liegt? Dann hätte man für Inception ja auch nicht Ken Watanabe nehmen dürfen. Oder ist der Film deswegen in China tatsächlich gefloppt? Ich weiß es nicht.
    Allgemein sind Japaner in Hollywood wohl ziemlich selten, aber andererseits sind das Asiaten sowieso, wenn es nicht gerade um eine Rolle geht die mit Asiaten besetzt werden muss da Kung-Fu Kämpfer.

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  2. Ist der Shredder in der TV-Serie von 2003 nicht ein Utrom?

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  3. Dass Hollywood inzwischen stark vom chinesischen Markt abhängig ist, ist eine Tatsache. Deswegen wurden die bösen im Remake von Red Dawn in Nord-Koreaner geändert, deswegen wurde China aus dem Drehbuch von World War Z gestrichen (im Buch beginnt die Seuche dort) und deswegen hat Iron Man 3 in der chinesischen Fassung ca. 5 Minuten extra Material.

    Ja, in der Trickserie ist er ein Utrom. Aber das wurde erst in der 2. Staffel eingeführt und selbst dann hält er seine Tarnung als asiatischer Geschäftsmann und Anführer eines Ninja Clans aufrecht. Sein gesamtes Auftreten basieren auf den 500 Jahren die er ihn Japan verbracht hat.

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