Montag, 16. Januar 2012

Gewalttätige Gewalt ist gewalttätig

Durch meinen Post über die abgelehnte Petition am Samstag hatte ich für eine Weile so viele Leser wie lange nicht mehr. Danke an all die fleißigen Retweeter. :)

Jetzt habe ich mal wieder das Bedürfnis den Blog mit etwas gehaltvollem Content zu füllen, in der Hoffnung, dass die Leute die durch den vorherigen Post zu mir gefunden haben auch bleiben. Die Frage ist, über was soll ich schreiben?

Ich habe so ein bisschen das Gefühl, das mit dem augenscheinlichen Ende der Killerspieldebatte auch Diskussionen über Gewalt in Spielen an sich unwichtiger geworden ist. Mehr und mehr Spiele überraschen damit, dass es sie es ungeschoren durch die USK-Prüfung geschafft haben. Erst heute habe ich gelesen, dass sogar Ninja Gaiden III ungeschnitten erscheint. Ninja fucking Gaiden!
Es soll jetzt nicht so klingen als würde mich übertriebene Gewalt in Videospiel stören. Bulletstorm war in meinen persönlichen Top 10 für 2011 und ich freue mich riesig auf die Komplett Edition von Mortal Kombat die im Februar erscheint. (Genau darauf hab ich nämlich gewartet, wegen dem ganzen DLC-Problem, das man sonst hat.) Aber nach 2 Jahren in denen ich Videospiele gegenüber Leuten wie Regine Pfeiffer verteidigt habe, erwische ich mich immer wieder dabei, Gewalt und moralisch verwerfliche Aktionen in Videospielen zu analysieren und in Frage zu stellen.

Nehmen wir z.B. den neusten Teil der Hitman-Reihe, Absolution, zu dem es dieses schicke Preview-Video gibt.


Soweit, so westliches AAA Stealth/Action Game. Ich muss zugeben, ich habe das Frnachise nicht wirklich verfolgt, aber soweit ich das mitbekommen habe, gings doch darum, dass 47 ein "Guter" wird. Immerhin heißt dieser Teil auch Absolution. Warum bringt er dann all diese Polizisten um? Eigentlich sollte mich das nicht wirklich stören, aber ich ertappe mich eben doch dabei.
Die Frage ist, ob das jetzt wirklich so schlimm ist. Dieses Spiel ist für Erwachsene und es ist bei weitem nicht das erste Mal, dass in einem Spiel Polizisten getötet werden. In Grand Theft Auto IV habe ich mich nie daran gestört, warum fällt es mir also hier auf?

Aber das ist nur eine von vielen Spielen, in dem ich über die gezeigte Gewalt nachdenke. Seit kurzem spiele ich ja Uncharted und meine Fresse, ich habe seit Red Dead Redemption nicht mehr so viele Handlanger getötet. Ich meine, klar, es ist Actionspiel mit Shooteranteil, aber Nathan Drake kämpft nicht gegen eine Armee oder außerirdische Invasoren, sondern mit einer Bande Räuber zu tun. Wo kommen die alle her?!
Hier störe ich mich weniger an den moralischen Implikationen von Drakes Handeln, auch wenn ich es könnte, sondern daran, dass dieses unheimlich hohe Gegneraufkommen der Atmosphäre des Spiels schadet.

Worauf ich hinaus will ist.... ich bin mir eigentlich nicht ganz sicher. Es ging mir um Gewalt in Videospielen aber ich habe jetzt 3 so massiv verschiedene Themen angeschnitten, dass das alles irgendwie etwas zusammenhanglos wirkt.
Ich finde einfach, auch wenn Spiele ein Zeitvertreib und Unterhaltung sind, kann man dennoch ernsthaft mit diesem Dingen umgehen. Bevor ich jetzt noch mehr Mist schreibe, möchte ich euch mal zu Wort kommen lassen: Die Killerspieldebatte mal außen vorgelassen, was verbindet ihr persönlich mit Gewalt in Videospielen? Zu viel? Zu wenig? Gibt es bestimmte Spiele in denen ihr ähnliche Gedanken hattet?

Kommentare:

  1. Hitman ist ein seelenloser Killer,
    ich denke nicht das er Absolution sucht um zum good guy zu werden,
    vllt bereut er etwas was er getan hat,
    aber er ist immernoch ein komplett emotionsloses Werkzeug das war er immer und wird er hoffentlich auch bleiben.

    Gewalt in Videospielen ist für mich immer etwas was von den Figuren und dem Setting abhängt z.b. in the Darkness ist es einfach passend,solange die Gewalt in den Kontext und die Atmosphäre des Spiels passt komme ich damit klar.

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  2. p.s.
    könntest du mir bitte eine Antwort in den God of war Thread schreiben?
    Interessiert mich wirklich sehr was du dazu denkst ^^

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  3. Kontext ist eine Sache, die Quantität der Toten eine andere. Das fand ich eben bei RDR so komisch. Ich hatte teilweise das Gefühl die halbe Bevölkerung Mexicos abzuschlachten.

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  4. Ja das ist halt das dumme an Videospielen,
    aber wenn du mal drüber nachdenkst hattest du das Gefühl bei Mafia 1 und 2 und vielen anderen Games nicht auch?

    Ich meine kaum ein Mafiakiller hat soviele Gegner in seinem Leben umgelegt wie Tommy in einem Schusswechsel,

    und das was das ganze dann wirklich noch ungläubwürdiger macht ist das die Figuren alle eine Seele bzw einen guten Kern haben sollen/müssen (bzw immer leicht nervig drauf gepocht wird)um Massenkompatibel zu bleiben und wenn so Figuren sich dann so durchschlachten wirkt das natürlich alles leicht unglaubwürdig.

    John Marston finde ich kann man verzeihen da das Settings eines Italowesterns auch in den Filmen immer eher cool als realistisch sein wollte und da ein hoher Bodycount zum gutem Ton gehört(Django z.b.)

    Und der Hitman hat nicht wie Tommy ,John oder Vito eine Seele die man retten kann,
    (wehe sie ändern das von wegen neue Zielgruppe blabla!!)und er ist auch absolut nicht symphatisch(wie z.b. Leon der Profi^^)
    und das ist gut so.
    Er ist der Slasher,

    der unaufhaltsame Killer ohne Seele ähnlich wie Michael Myers oder Jason nur halt intelligenter und hinterhältiger,

    er führt keinen ausschweifenden Lebensstil mit viel Alkohol und Frauen ,

    er ist Hitman wenn er auftaucht tötet er sein Ziel,

    alles was Ihm im Weg steht und was er nicht umgehen kann stirbt oder wird mit viel Glück betäubt ,

    keine Liebesgeschichte kein Zweifeln,keine Seele,
    herrgott er hat nichtmal einen Namen !!

    Von daher ist es immer deine Sache wieviele Leute du tötest,

    es wirkt halt nur soviel weil es kein Openworldspiel ist wo immer neue Gegner kommen und sich die Leichen sich irgendwann auflösen,

    und der Hitman mittlerweile auch einiges im Nahkampf dazugelernt hat.

    Ich finde die Figur toll,
    er sieht nicht auf jung und schön getrimmt aus.(wie leicht hätte man aus ihm einen mainstream Vin Diesel verschnitt machen können optisch*schauder*).

    Wenn ich einen Gangster spiele und das Spiel realistisch sein will soll die Figur auch aussehen wie einer,

    da hilft eine kleine Klicheenarbe am Hals oder im Gesicht z.b. nicht wenn die Figur aussieht die Tom Cruise z.b. ich würde gerne einmal Gangster spielen die optisch mehr in die Richtung Mickey Rourke oder Trejo
    (auch bitte mal altersmäßig) als Tom Cruise,

    die Alkohol und Drogen nicht immer so standart professionell ablehnen sondern selber im Exzess leben.

    Und da macht die GTA Reihe oder die Hitmanreihe schon für meinen Geschmack mit markigen starken Charakteren wie Niko oder Johnny oder Agent 47 schon eine menge richtig :-)

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  5. Okay, danke für die Hitman-Aufklärung. Von dem was ich mitbekommen hatte, dachte ich der hätte sich "gebessert" oder sowas.

    GTA4 ist für mich ja immer noch ein echtes Highlight, eben durch die Art und Weise wie es mit Gewalt umgeht. Kann mich grade nicht dran erinnern, ob es mich da so gestört hat wie in RDR. Zumindest gab es da mehr Fraktionen, in RDR kämpfst du ja fast nur gegen die Bandenmitglieder von dem einen Kerl.

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  6. Ich finde Tatsächlich auch das die Jungs es in Uncharted etwas übertrieben haben, aber nicht weil ich die Gewalt schlimm finde (Gewalt in Medien ist für mich ein Stilmittel). Ich fand aber das die schieren Gegnermassen das Spiel total zerstört haben. Ich meine, was soll das? Ich klettere Irgendwo mitten im Dschungel in einem verlassenen Tempel herum und plötzlich stellen sich mir 500 Handlanger in den Weg? Wo kommen die her? Werden die eingeflogen oder kommen die mit dem Schiff? Wie gesagt, Gewalt ist ein Stilmittel, aber wenn ein Stilmittel falsch eingesetzt wird kann es die gesamte Atmosphäre zerstören.

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  7. Mich hat dies bei dem schon angesprochenen Mafia (1) genervt. Nach der Story kämpfen ja zwei Mafiafamilien um die Vorherrschaft. Die, der man sich anschließt besteht im Grunde aus 4 Personen (Spieler inklusive - Das letzte Level mal ausgenommen). Wieviele Handlanger der Feinde bringt man um die Ecke - 200? Wie hat sich die Familie in dem Konflikt behauptet, bevor der Spieler auftauchte.

    Bei GTA IV habe ich sogar die Missionen genossen, in denen nicht geschossen wurde: Viel kreativer, abwechslungsreicher und interessanter als die immer gleichen 08/15 Schusswechsel.

    Dabei gibt es auch zwei Punkte, die für mich wesentlich sind:
    - Ich dachte als erstes, dass in Videospielen einfach mehr Gegner als in Filmen erschassen werden. Das erscheint mir aber falsch: Ich hatte in GTA: IV in der Statistik nachgesehen und imho entsprach das bei meiner Spielweise gängigen Rambo-Filmen (von denen ich nicht alle schlecht finde).
    - Dann dachte ich, dass in Actionfilmen einfach "mehr" Handlung als in Spielen ist: Seit dem ich darauf achte werde ich von vielen Filmen enttäuscht: Die kriegen meist auch nicht mehr als Fahrten zwischen den Handlungsorten unterbrochen von Schusswechseln auf die Reihe.

    Mein Fazit:
    - Auch wenn in Filmen ähnlich viel getötet wird wie in Videospielen stört es mich in Videospielen mehr. Was der Grund dafür sein könnte weiß ich nicht genau, möglicherweise weil man sich selbst eher schuldig fühlt wenn man das reihenweise Leute erledigt bzw. dann kritischer bei dem vom Film/dem Spiel "gelieferten" Motiven ist. Andererseits könnte es aber auch an dem von durch Bulletstorm aufgezeigten Umstand ("Boring") liegen, dass es ja im Grunde nie auf die Anzahl/Brutalität der Tötungen, sondern auf die spielerische Herausforderung ankommt. Und während in Film Schusswechsel durchaus interessant inszeniert werden können (Tauben^^), scheint es mir bei vielen Videospielen der Fall zu sein, dass man einfach wen in den Weg stellt und dieser erschossen werden muss weil er im Weg steht - auf die Dauer etwas einfallslos.

    Rey

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  8. @Rey

    Diesen Ansatz finde ich sehr interessant,
    bei Spielen wie Bulletstorm stört mich solch ein Bodycount allerdings nicht weil es halt ins Setting passt und die Spiele nicht realistisch sein wollen,

    allerdings fühlte ich mich in Spielen kein einziges mal schuldig,

    ich bin sogar immer von so Floskeln leicht genervt wenn der Held sich verlieben muss,

    oder wie in Mafia Frank und die Frau im Hotel verschont und man dann immer gegen die Jungs kämpfen muss die man ja eigentlich lieb gewonnen hat trotz ihrer schrullen und cool findet,

    von daher konnte ich auch Sams anklagende Worte verstehen man kann sich nicht in die Mafia einschreiben und wenns dann eng wird sagen ups ich werde zwar in der Geschichte als kaltblütiger Killer dargestellt aber bei so einer Sache kommt dann plötzlich doch das Gewissen,

    ok es geht um ein Videospiel,

    da sind so Fragen wie erschiesse ich jetzt die Frau ziemlich harmlose Formen von Grenzen überschreiten im Gegensatz zu dem was Gangster ind Filmen oder in echt alles so anstellen und das soll natürlich im gewissem Maß auch so bleiben,

    trotzdem wünsche ich mir für Videospielgangster etwas mehr kaltblütigkeit bzw Mut zur äußeren und inneren Hässlichkeit XD
    Wie gesagt Rockstar schafft diese Hürde jedesmal im Anlauf z.b. wie genial die Gespräche in LA Noire einfach den Geist der Zeit wiedergeben,

    die Stellung der Frau in der Gesellschaft,

    die selbstverständlichkeit mit der eine Figur zum Beispiel im Dienst regelmäßig trinkt ,

    die Hauptfigur die als komplett unsymphatischer Arschkriecher dahherkommt
    Das sind Figuren mit Ecken und Kanten ,

    dafür spiele ich Videospiele.

    Aber leider leben wir in einer Zeit in dem ein Chuck Norris versucht aus the Expandables einen Kinderfilm zu machen indem er alle Bösen Worte herrausstreicht da er ansonsten nicht mitspielen will :-(

    Wer sich das Drama mal anschauen möchte besucht einmal schnittberichte.com

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  9. Yay, Kommentare! :D

    @GnafGnaf: Genau das mein ich. Die Gewalt an sich ist ja nicht schlimmer als in einem x-beliebigen Bondfilm o.ä., aber irgendwann denkt man sich halt "nicht noch eine Schießerei *stöhn*"
    Das funktioniert besser meiner Meinung nach, wenn die Gegner keine Menschen sind, wie zum Beispiel Horden an Monstern in God of War oder eben auch Zombies. Bei Zombies ist klar, die kommen nicht irgendwoher, die waren einfach schon da, aber wenn ich mich konstant gegen menschliche Gegner wehren muss, die alle für den selben Auftraggeber arbeiten, muss ich mich fragen, warum der nicht schon längst sein eigenes Land hat.

    @Rey: Mafia hab ich nicht gespielt, aber ich denke in GTA funktioniert es besser, weil es so viele verschiedene Fraktionen gibt, mit denen Niko sich anlegt. Manchmal auch mehreren gleichzeitig in einem Level.

    Ich denke in Videospielen wird schon mehr getötet als in Filmen, das liegt aber schlicht und ergreifend an der Spielzeit.
    Wenn man in Red Dead Redemption den Rio Grande entlang fährt sterben sicher über 60 Mexikaner und das innerhalb von maximal 20 Minuten.
    Und können wir bei dem Rambo-Vergleich bitte mit einbeziehen, dass im ersten Teil genau einer stirbt und das ist ein Unfall ;)

    @Peter: Wenn die Autoren ihre Sache gut machen, kann man sich in Spielen schon schuldig fühlen. So ging es mir ein paar mal in Fallout 3 und ich meine auch in GTA4. LA Noire hab ich noch nicht gespielt.

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  10. Ich denke das ist bei jedem Menschen teilweise unterschiedlich,
    richtig Schuldig gefühlt hab ich mich nie auch nicht in GTA4,
    allerdings hätte nicht viel gefehlt und ich hätte bei MGS4 losgeflennt wie ein kleines Mädchen XDD

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  11. Nicht spoilern! MGS4 heb ich mir auf, bis im Februar die HD-Collecton erscheint ;)

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