Dienstag, 10. April 2012

Rise of the Casuals

Ende 2010 habe ich einen Artikel darüber geschrieben, wie ich mich zum ersten Mal mit FarmVille und anderen Facebook-Spielen auseinander gesetzt habe. Kurzfassung: Ich war schockiert wie furchtbar öde dieses Spiel ist und das Leute damit freiwillig ihre Zeit verbringen.
Nun ist das natürlich ein kleines Bisschen heuchlerisch, denn eine ganze Menge Videospiele dienen ja nur der kurzfristigen Bespaßung. (Die längerfristigen Erlebnisse die man aus dem Medium mitnimmt sind ein Thema für ein anderes Mal.)

Ich war einfach schockiert wie furchtbar dämlich FarmVille und Konsorten ist. Dabei repräsentiert dieses Spiel wie wenig andere ein Thema, welches so manche Gemüter erhitzt: Casual Games.

Es ist ein leidiges Thema zu dem ich bisher nicht wirklich viel gesagt habe. Wie auch bei FarmVille (oder Twilight, um ein Beispiel aus einem anderen Medium zu nehmen) ist es nicht schwer dem Meinungstrend zu folgen und das ganze Konzept an sich zu verdammen. Einer der Gründe dieser Spaltung wurde einmal sehr schön von VG Cats zusammengefasst, wenn natürlich auch ganz dezent selbstironisch.
Die Debatte wer sich wann einen "echten Gamer" nennen kann ist eigentlich ziemlicher Mist. Natürlich gibt es Menschen für die Videospiele mehr zum Alltag gehören als für andere. Ich habe allein in meinem Freundeskreis viele Menschen die in die eine oder andere Kategorie fallen. Persönlich bin ich natürlich einer von denen Leuten die sich sehr gern und sehr ausführlich mit dem ganzen Medium auseinander setzen. (Nur für den Fall, dass das an diesem Punkt nicht offensichtlich war.) Deswegen auch mein Abstecher nach Azeroth und ähnliche Unterfangen.
Eine Spaltung zwischen "Casual"- und "Hardcore"-Gamern ist deswegen eigentlich ziemlicher Humbug, weil es suggeriert, dass ein Spiel nur aufgrund seiner grundlegenden Mechaniken mehr wert ist als ein anderes Spiel. Dabei können die simplesten Spiele besser, bewegender und tiefgründiger sein als es ein Medalcall of Battlefront jemals sein kann. Zum Beispiel Journey. Auch Edna bricht aus würde ich nicht wirklich als "hardcore" bezeichnen, einmal abgesehen davon, dass das Genre schon relativ lange existiert. Der Punkt ist, es ist doch völlig egal wie viele Knöpfe man braucht um ein Spiel zu bedienen. Wichtig ist, dass sie unser Leben bereichern und sei es nur für ein paar Minuten.

Soviel erstmal von mir zum Thema Casual Games. Das Thema hat natürlich viel mehr zu bieten, aber das waren einfach ein paar Gedanken die ich dazu mal loswerden wollte. Abschließend fragt ihr euch vielleicht noch, wie ich auf dieses Thema gekommen bin. Sagen wir, ein kleines Vögelchen hat es mir gezwitschert. Ein Weltraumvögelchen.
Angry Birds Space ist so fucking awesome.

Kommentare:

  1. Hm.
    Grundsätzlich stimm ich dir zwar zu... doch andererseits...

    Natürlich ist die Debatte im Grunde Humbug. Und Casualspiele gibt es auch schon extrem lange. Du sprichst allerdings Mechaniken und Spielinhalte an, aber darum geht es eigentlich garnicht.

    Ich glaube die meisten Gamer stören sich auch nicht an Farmville und Co., weil solche Sachen völlig abeits der restlichen Spielelandschaft stehn. Die Leute die das Spielen sehn sich auch nicht mehr als "Gamer", als solche die vor gut 20 Jahren in der Mittagspause Minesweeper gespielt haben.
    Wenn überhaupt, könnte Farmville eher die Akzeptanz für Spiele im allgemeinen steigern.

    Ich glaube, was stört ist doch gerade, dass "Medalcall of Battlehonor" auf einmal auch von Leuten gespielt wird die vorher nicht gespielt haben, sich aber jetzt auf einmal auch "Gamer" nennen. Vielleicht nicht so explizit aber... naja, halt implizit.
    Damit treten sie in die Domäne der "echten" Gamer ein, und werden dort herablassend als Wannabes betrachtet. Dieses Phänomen dürfte einem ja aus alllen möglichen Subkulturen bekannt vorkommen, z.B. bei Musikgruppen die populär werden, oder zum Teil auch Anime/Manga.

    Kinect ist auch so ein Ding, weil es für eine Plattform ist die zuvor eine Domäne der Hardcorespieler war. Die fühlen sich da jetzt vielleicht auf die Füße getreten. (Dabei sollten sie sich freuen, wie gesagt Akzeptanz usw.)
    Oder der "Verrat" von Nintendo, durch die Wii...? Ich glaube das sind Dinge über die sich die Leute viel eher aufregen als darüber, dass so viele Farmville spielen obwohl es eigentlich langweilig ist. :)

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  2. Danke, Cibo. Ein toller Kommentar, auf den müsste ich eigentlich mit einem Extra Artikel eingehen.

    Es wäre mir nicht in den Sinn gekommen die Callfrontfield-Spieler als die "neue Fraktion" zu betrachten die von den "echten Gamern" so herablassend betrachtet werden. Ist natürlich auch Quatsch.

    Was mich aber auch nicht davon abhält über Militär Shooter zu lästern. ^^

    Aber interessiert sich auch nicht ein großer Teil der "Hardcore"-Spieler für dieses Genre? Ich muss zugeben, das ist fast schon ein bisschen Hipster-mäßig von mir, wie ich diese Spiele ablehne.

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