Montag, 13. Februar 2012

the end of The End

In Metal Gear Solid 3 gibt es wie in jedem anderen Teil der Serie eine Reihe von ziemlich abgefahrenen Endgegnern. Hier sind es die Gefolgsleute von Snakes ehemaligem Mentor The Boss, die Cobra Unit. Sie besteht aus wahnsinnigen Meta-Menschen wie The Pain, der in seinem Körper einen Hornissenschwarm heranzüchtet, den er telepathisch kontrollieren kann.

Ein ganz besonders Mitglied der Cobras ist The End, ein über 100 Jahre alter Scharfschütze. Er wird auch The Father of modern Sniping genannt. Zwei mal bekommen wir ihn im Spiel zu sehen, bevor es zu einem Kampf mit ihm kommt. Er verbringt einen Großteil der Zeit schlafend in einem Rollstuhl und sammel all seine Kräfte für einen finalen Kampf, das Duell der Duelle.


Irgendwann ist es soweit. Als Snake einen Pfad in die Berge sucht muss er sich The End stellen. Der alte Mann hat sich im Dschungel versteckt und Snake muss sich mit ihm auf einen Kampf der Scharfschützen einlassen. The End ist natürlich sehr gut getarnt und sobald ihr um euch herum die Schüsse einschlagen hört, müsst ihr eure Umgebung ganz genau im Auge behalten, denn euer Gegner verrät sich nur durch das Aufblitzen seines Zielfernrohrs in der Sonne.
Es ist ein spannender Kampf, um Längen besser als das Duell mit Sniper Wolf im ersten Metal Gear Solid. Bei wenig Bosskämpfen verspürt man so eine Befriedigung, wenn man letztlich doch einen Treffer landet. Und das Gefühl, wenn man The End schließlich von hinten überraschen kann, weil man seinen Fußspuren gefolgt ist... einfach der Hammer.

Schließlich sehen wir eine der vielen, vielen Sterbeszenen der Serie. Mit letzter Kraft zieht sich der alte Mann durch den Dschungel, dreht sich auf den Rücken und dankt den Geistern des Waldes dafür, dass er noch einen letzten, großen Kampf haben kann. Langsam wird er eins mit der Natur. Es ist ein emotionales und würdiges Ende für diesen großen Krieger.

Und dann spuckt er sein Gebiss aus und explodiert.



What the fucking fuck, Hideo Kojima?! Das ist eines der größten Probleme das diese Serie hat, einmal abgesehen von der hakeligen, überladenen Steuerung und den endlosen Zwischensequenzen. Wie dieser ernsthafte, spannende (Sci-Fi) Spionage Thriller von völlig unnötigen Comic-Relief Momenten unterbrochen wird. Ich gebe zu, einige der besten Elemente aus Metal Gear Solid entstammen den obskuren 4th-Wall Jokes die Kojima so mag (ich sag nur Psycho Mantis), aber an gewissen Punkten muss man doch mal inne halten und sich fragen, ob diese Szene von so einem Witz profitieren würde. Es fehlt ihm einfach total an... na, wie heißt das noch gleich... ach ja: TIMING!

Ich weiß wirklich nicht, was das für ein Gefühl in mir wecken soll. Versucht sich Kojima an der Berthold Brechtschen Distanzierung, damit sich das Publikum nicht in der Materie verliert? Soll die Metal Gear Saga überhaupt in irgendeiner Form ernst genommen werden? Ich bin nicht gegen die Kombination von Humor und Drama, aber das muss um Himmels Willen doch besser gehen!

Kommentare:

  1. Ich hab das immer mit dem typischen Japanischen Humor begründet...

    "aber das muss um Himmels Willen doch besser gehen!"
    Ist zwar inzwischen auch schon ne weile her, aber freu dich schonmal auf MGS4, was die Steuerung und die teils übertriebenen und deplaziert wirkenden scherzchen angeht wird es hier auf jeden Fall besser gemacht..

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  2. Abgefahrener japanischer Humor ist eine Sache. Dass Kojima jeglicher Sinn für Comedy Timing fehlt, eine andere.

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  3. Naja, wenn ich mir diverse Japanische Filme, z.B. einige Werke von Takashi Miike ansehe (z.B. Dead or Alive), dann bekomme ich schon das gefühl dass das so ein "Japanisches ding" ist mit den maßlosen übertreibungen jenseits von gut und böse und ohne irgendwelches Timing und nicht nur ne kleine macke von Hideo Kojima.

    Aber wie gesagt, bei Teil 4 hielt sich das dann (zum glück) doch sehr in grenzen.

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