Sonntag, 31. Oktober 2010

Viva la Revolución!

Bevor ich mich in meinen nächsten beiden Posts zwei sehr ernsten Themen widme, möchte ich doch nochmal auf Frau Pfeiffer zu sprechen kommen.
Vor ein paar Tagen postete ActionJackson im Forum von Stigma-Videospiele folgendes:

Hatte das schon mal jemand gepostet?

http://matthias-bopp.de/Download_Deu.html

Dort findet man unter "Spiel deinen Film!" einen Podcast vom 4.8.2010 in dem neben Dr. Matthias Bopp und Dr. Andreas Rauscher auch Reginie Pfeiffer diskutiert.

In der Diskussion geht es darum in wie fern und wie stark Videospiele den Film als Leitmedium des 21. Jahrhunderts ablösen. Frau Pfeiffer verlagert immer wieder das Thema zu den aus der FrauTV Sendung bekannten Punkten (Dastardly Trophy aus RDR, Bohrer-Szene in Heavy Rain, "Der Jude auf der Brücke" in GTA IV, Browserspiele und WoW).
Das was die anderen Diskussionsteilnehmer von sich geben ist oft interesant, von daher, wer sich die "wilden" Thesen der Frau Pfeiffer noch mal etwas ausführlicher anhören will, kann ja mal in den dreiviertelstündigen Beitrag reinhören.

Ich habe selber noch nicht in den Podcast reingehört, aber AJ war so nett einige Abschnitte abzutippen, die könnt ihr alle ab hier im Stigma-Forum nachlesen, wenn euch danach ist.

Eigentlich hatte ich mir ja vorgenommen das Thema Frau Pfeiffer ruhen zu lassen, nachdem mich ihre letzten Eskapaden in der Bloggosphäre haben realisieren lassen, dass eine Diskussion mit ihr keinen Zweck hat. Die Frau ist dermaßen überzeugt von der Bösartigkeit des Mediums, dass selbst ein harmloses Szenario wie ein Mann der auf einem Geländer sitzt und die Sonne genießt nur als Anstiftung zur Gewalt gedacht ist. Doch ein bestimmtes Zitat hat mich dann doch überrascht. Ein Zitat, dass ich unbedingt mit euch teilen muss. Frau Pfeiffer spricht ein weiteres mal über Red Dead Redemption:
"Ich hab z.B. gesehen das der Held in diesem Spiel sehr tolle Sachen macht, z.B. mexikanische Freiheitskämpfer unterstützt und solche Dinge, aber dann gibt es ne Form von verselbstständigter Gewalt."
Entschuldigt mich kurz...



So, jetzt da das aus meinem System raus ist, widmen wir uns wieder dem Zitat. Red Dead Redemption ist jetzt seit über einem halben Jahr erhältlich, deswegen werde ich wohl etwas über das Spiel spoilern können.

Also einer von uns beiden, ich oder Frau Pfeiffer, hat dieses Spiel sehr missverstanden. Ja, man unterstützt mexikanische Freiheitskämpfer. Aber die Missionen die ihr für die Revolutionäre erledigt hinterlassen meist einen genau so schalen Nachgeschmack wie die, die ihr für die mexikanische Armee erledigt. In den Missionen die man für Colonel Vincente de Santa erledigt wird einem schnell klar, wer die Bösen in diesem Szenario sind und man wünscht sich, man könnte sich wie in den ersten beiden Grand Theft Auto-Spielen für eine der Parteien entscheiden kann. Aber, wie auch schon in GTA4 beginnt man daran zu zweifeln sobald man die andere Seite des Konflikts erlebt: Der Anführer der Revolution, Abraham Reyes, ist ein nutzloser Trunkenbold und ihr werdet nicht drum herum kommen seine Motivation und Ziele in der Revolution in Frage zu stellen. Und wer die im Epilog von RDR veröffentlichte Zeitung ließt, der erfährt, dass seine Regierung nicht besser ist, als die, die er unbedingt stürzen wollte. Und die Revolution wäre ohne Mithilfe der Spielfigur John Marsten nicht möglich gewesen.

Und hier muss ich mich fragen: hat Frau Pfeiffer das Spiel überhaupt verstanden? Wir wissen ja, sie spielt nicht selber sondern "lässt" spielen. War sie grade Kaffee machen, als die Missionen mit Reyes dran waren?

Ich merke grade ich schreibe schon wieder viel zu lange an diesem Text ohne irgendwas wichtig zu sagen. :P Halten wir also fest: Das Frau Pfeiffer dem Medium Videospiele nicht zutraut ernste Themen zu behandeln war ja hinreichend bekannt, aber selbst wenn sie sich ausführlich mit einem Spiel beschäftigt entgeht ihr ein doch so offensichtliches Motiv. RDR ist nicht perfekt und wie so typisch für Rockstar-Spiele geschehen im Laufe der Handling einige moralisch sehr fragwürdige Dinge. Frau Pfeiffer genießt wie ihr Bruder den zweifelhaften Ruf ein "Experte" auf dem Gebiet von Gewalt in Videospielen zu sein. Bei Christian Pfeiffer weiß bis heute niemand wie viel Zeit er selber wirklich mit Spielen verbracht hat, aber Regine Pfeiffer erzählt ja immer so stolz, dass sie dieses und jenees Spiel von vorne bis hinten "mitgespielt" hätte. Aber wenn ein zentraler Plotpunkt so an ihr vorbei geht, dann ärgere ich mich nur noch weiter darüber, wie wenig sie von dem Medium an sich versteht.

Und jetzt muss ich mal schauen ob ich nicht noch irgendwelche Teile für ein Halloween Kostüm zusammenkratzen kann.

Kommentare:

  1. Bei der USK läuft das so ab: Ein Profispieler spielt das Spiel durch (das müssen wir ihm zumindest so glauben) und berichtet dann dem Prüfgremium von seinen Eindrücken. Dann darf er nach Hause gehen und das Gremium beschließt ohne ihn, was mit dem Spiel geschehen soll. Frau Pfeiffer hat das Konzept verfeinert, sie verzichtet auf das Kollektiv eines Gremiums und entscheidet allein, was gut und böse ist. Das ist Sachkompetenz pur. Ihr Adlatus liefert maximal ein paar Stichworte bei oder spricht in der Öffentlichkeit über Regines Unfehlbarkeit. Das dynamische Duo, das über Wohl und Wehe der deutschen Spieleregale entscheidet.
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    Sitzt der Christian Pfeiffer doch neulich mit dem Bosbach in einer Kirche rum und schwafelt über die "Einwanderungsproblematik". Hat der sich jetzt auf ein anderes Gebiet verzogen, oder ist er nur instinktiv einem Kameramann hinterhergelaufen?

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  2. Ich beklage mich nicht, wenn Pfeiffer ein anderes Thema gefunden hat auf das er sich konzentrieren kann.
    Habe eh schon immer daran gezweifelt, ob man die Resourcen eines "kriminologischen Forschungsinstituts" nicht besser nutzen kann.

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